Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247153
322 
Sechstes 
Buch. 
Dritter 
Ab fchnitt. 
Cardinal gab auch diefe Wiederholung fort; er fchenkte f1e dem kaiferlichen 
Gefandten beim Papftel). Dies ift ohne Zweifel das intereffante grofse Bild, 
welches fich gegenwärtig in der kaif. Galerie zu Wien befindet. 
Belggljlfuüljgen Pouffins Gefundheit war nicht die ftärkfte. Während einer Krankheit, die 
zllläufgzrgilie in diefe Zeit fallt, nahm fein in Rom anfäffiger Landsmann Jacques Dughet fich 
Verääiglzng. feiner an. Nach feiner Genefung (1629) heirathete er deffen Tochter Anna- 
Marie und nahm die Brüder feiner Gattin, Jean Dughet, den Kupferftecher, und 
Gafpard Dughet, den wir als berühmten Landfchaftsmaler kennen lernen werden, 
zu Schülern an. Es folgte ein aufserordentlich fruchtbares Jahrzehnt feines 
 Lebens. Schon um 1630 entftanden die Darftellungen des hl.Jacobus, dem die 
 Jungfrau erfcheint, des Triumphes der Flora und der Peft unter den Philiftern, 
drei bekannte Bilder, welche flch jetzt im Louvre zu Paris befinden. Man fleht, 
dafs Pouffin feine Herrfchaft bereits über fein ganzes fpäteres Stoffgebiet aus- 
zudehnen begann. Berühmt ift befonders das Peftbild, welches des Künftlers 
Gabe, viele Figuren in den verfchiedenften Lagen und Stellungen und in den 
verfchiedenften Affekten unter (ich und mit dem Hintergrunde zu einem Ganzen 
zu vereinigen, in dem nichts überüüffig oder an der falfchen Stelle erfcheint, 
im beften Lichte zeigt, zugleich aber freilich auch die Abfichtlichkeit, die der 
Meifter nie verbergen lernte, deutlich empfinden läfst. Einige Jahre fpäter er- 
hielt er den Auftrag, ein grofses Gemälde für die Peterskirche zu malen. Es 
ftellt das Martyrium des hl. Erasmus dar, welches fich, an feiner urfprünglichen 
im Varican- Stelle durch eine Mofaiknachbildung erfetzt, jetzt in der vatikanifchen Galerie 
befindet; es ift eine. grofse, effectvolle Marterfcene, in welcher der Meifter dem 
italienifchen Tagesgefchmack mehr nachgab, als er es fonft zu thun pflegte. 
in Dresden. Um diefelbe Zeit, 1633, malte er auch die Anbetung der Könige, welche man 
 jetzt in der Dresdner Galerie fleht, während fpätere, nur wenig veränderte 
imclglliligifh- Wiederholungen feiner Hand flch im Dulwich College bei London und im 
im lßuvre- Louvre zu Paris befindeni). Von den übrigen Bildern, die Pouffln in den 
dreifsiger Jahren in Rom gefchaffen, feien noch hervorgehoben: Xdef Raub 
in Dresden, der Sabinerinnena im Louvre, vPan und Syrinxril) in der Dresdner Galerie, 
in London. xlVlofes Wafferfpende in der Wüfter in der Bridgewater Gallery zu London, 
in Si-Jigers- vder Triumph des Neptum, das grofsartigfte Bild des Meiflers in der Eremitage, 
der ßDurchgang der Ifraeliten durchls rothe lVleerr und die aAnbetung des 
i" äfffäord goldenen Kalbesr beim Earl of Radnor in Longford Caflle, das berühmte wManna- 
im Louvmlefena und wdie Taufe des Volkes durch Johannes den Täuferr, beide im 
Siiärfnjgäfe Louvre. vor allen Dingen aber die erfte Folge der vSieben Sacramenter, von 
Zucläälvefir denen fich fechs, klar und warm in der Färbung, edel und innig in der 
Zeichnung, jetzt im Befitze des Herzog von Rutland zu Belvoir Castle in 
England befinden, während das Iiebente verbrannt ift. 
I) Belluri, a. a. O_, p. 413. 
2) In der Regel ift nur von diefen beiden letzteren die Rede. Doch hob fchon  Smitlz 
(Catalogue etc, N0. 59, p. 33) das Dresdner Exemplar hervor. Es trägt die echte Infchrift: uAccad. 
rom. NICOLAVS PVSIN faciebat Romae 1633m Die Form PVSIN (vgl. Bellori a. a. O. p_ 414) 
zeigt auch die Infchrift des um diefelbe Zeit entftandenen Martyritims des hl, Erasmus im Vatican. 
Später pflegte der Meifter (eine Bilder nicht mehr zu bezeichnen. 
3) Fälibien a. a. O.1p. 328  7. Smilh a_ a. O. p. 121 N0. 234_
        

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