Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1246709
Die fpanifche Malerei des I7. Iahrh, 
Die Madrider Schule neben 
nach Velazquez. 
und 
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zeichnen, und viele feiner Bilder Wirken wie Haue, bunte Epigonenarbeiten, 
obgleich es ihm an eigener Empfindung nicht gefehlt zu haben fcheint. 
Seine Fresken im Alcazar und in der Pfarrkirche Santa Cruz zu Madrid find 
durch Feuersbrünfie zerflört worden. An Altarblättern feiner Hand fmd die 
Madrider Kirchen immer noch reich. Im Madrider Mufeum fleht man von 
Claudids Hand zwei grofse, reich ausgeflattete Darfiellungen der thronenden 
Madonna mit vielen Heiligen, Engeln und allegorifchen Geflalten; dazu, aus dem 
Trinidadrnufeum herübergenommen, die Apotheofe des hl. Auguftin von 1664 
und zwei lebensgrofse Heiligengeflalten. Auch diesfeits der Pyrenäen kommen 
einige feiner Bilder vor. Die Pefter Galerie z. B. befltzt eine mit feinem Namen 
bezeichnete hl. Familie, die fehr charakterifiifch für feinen Stil ift. Als fein 5123m; 
befler Schüler gilt Sebzzfizkuz fllmios, ein 1654 zu Segovial) geborener, 1690 Seb- Mumm- 
zu Madrid geflorbener Meifler, deffen Selbftbildnifs das Madrider Mufeum befltzt. 
Ein dritter Schüler Fr. Rizi's aber war 7mm Antonio Escalzzzztß, ein talent- Egeafältt'e_ 
voller, aber an der Nachahmung anderer Meifter, befonders Tintorettds, den er 
leidenfchaftlich ftudirte, zu Grunde gegangener Küniller, welcher 1630 in Cordova 
geboren wurde und 1670 in Madrid Pcarb. Die Madrider Mufeen befitzen eine 
Anzahl feiner Werke. Charakteriftifch für feinen leichten, breiten, etwas halt- 
lofen Stil ift aber auch die wConcepciom der Pefter Galerie, welche mit feinem 
Namen und der Jahreszahl 1663 bezeichnet ift. 
Neben diefen Schulen, deren Gründer die früher erwähnten Italiencrhglfnifig; 
Patricio Caxes, Bart. Carducho und Antonio Ricci waren, blühte aber auch Sclmß 
noch eine von Haus aus einheimifche Schule in Madrid, an deren Spitze Parlra ,a1fäf;;_ 
de las Cuewzs fleht. Diefer Meifter wurde 1568 in Madrid geboren und flarb 
dafelbfi 1635. Da es ihm nicht gelang, Aufträge vom Hofe oder von der 
Kirche zu erhalten, verlegte er {ich hauptfächlich darauf, Schüler zu bilden; 
feine eigenen Werke flnd daher auch verfchollen; feine Schüler aber, zu denen 
einige der tüchtigften Madrider Meifter des 17. Jahrhunderts gehören, flnd fein 
Ruhm. Sie haben auch feinen Namen der Vergeffenheit entriffen. Zu feinen Säfliälir 
Schülern gehören Meifler, wie Fr. Czznzilo (geft. 1671 zu Madrid), fein Stieffohn, Fr- Cßmilo, 
deffen Fresken im Buenretiro-Palafte verbrannt find, von deffen Hand die Ma- 
drider Kirchen aber immer noch einige correct gezeichnete, wenngleich etwas 
füfs-bunt gefärbte Altarblätter befitzen, und wie Ami Arms Fernzmdez (geft. Qgfgagäljf 
1684 Zu Madrid), ein fruchtbarer, frifcher, ohne Trivialität natürlicher Meifler,  
deffen erhaltenes Hauptwerk, die figurenreiche Darftellung des vZinsgrofchensr 
1m Madrider Mufeum, mit feinem Namen und der Jahreszahl 1646 bezeichnet 
m, aber ä-üCh Meifler von fo bedeutendem Namen, wie Antonio Pereda und Juan 
CHYYCÜO de Miranda. Anlorzzb Pereda war 1599 zu Valladolid geboren und AnmPereda 
Harb 1669 Zu Madrid. Nachdem er die Schule Pedrds verlaffen, copirte er 
Zu feinem Studium die Gemälde der grofsen venezianifchen Meifter im Schloffe 
Zu Madrid und CFfCiChte dadurch in feinen eigenen Gemälden in der That einen 
Veneliänifflhen Anflug, den er mit fafl niederländifcher Sorgfalt in der Durch- 
bildung des Beiwerks zu verbinden wufste. Kirchenbilder malte er mit der-  
felben Gewandtheit, wie weltliche HiPcorien und Stilleben. Berühmt ift feine 
1) Nicht zu 
Navalcamero. 
Madraza 
Vgl. 
671.
        

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