Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1245935
Sechstes 
ErPcer Abfchnitt. 
1623-1680), welcher flCh in Rom auf die Nachahmung Salvators, der ihm 
anfangs felbft manchmal die Staffagefiguren malte, verlegte, aber früh erblin- 
dete und dann in feine Heimath zurückkehrte, räumte grofsen Architekturen, 
Säulenruinen u. dgl. eine gröfsere Rolle in feinen Landfchaften ein und ifi: 
voller und farbiger als Salvator, fteht ihm jedoch, wie feine drei Bilder in 
der Dresdner Galerie zeigen, in der Feinheit der Gefammthaltung nach. 
 [Wcola Vrzccaro, der Sohn Andrea's, war Salvatofs Schüler und Freund in 
Neapel, wo man feinen wenig bedeutenden Bildern nachgehen kann. Ver- 
wandt find allen diefen Meiftern übrigens auch einige Mitfchüler Micco Spadards 
und Salvator Rofa's bei Aniello Falcone, wie der Stillebenmaler Paolo P0172011: 
äggägä: (17 1680 in Neapel), wie der Schlachtenmaler Carlo Coppola, dem das Neapeler 
Mufeum auch eine Darftellung der Pefi in Neapel zufchreibt, und wie Andrea Liane 
113;? (T 167 5 in Neapel), welcher von den grofsen Figuren der Schule Belifario Corenzids 
zu den kleinen, landfchaftlich umfafsten der Schule Aniello Falcones überging. 
läfneerjjs Verfolgen wir endlich Ribera's eigene Schule weiter, fo Pcofsen wir, da 
 wir auf Meifter wie GzbvznzniDz), Bart. Paßanfe und die Fwzcanzani nicht eingehen 
difäfiälä; können, zunächfi noch auf einen hochbegabten, aber oberflächlichen Künfiler, 
wni- der bis Weit ins vorige Jahrhundert hinein zu den gröfsten gezählt wurde und 
einen weitgreifenden EinHufs in der Kunfi Europas ausübte. Diefer Meifier 
G, hiefs Luaz Giordana, erhielt aber feiner Schnellmalerei wegen den Beinamen 
Sein Lßbjßn- ))Fzzp1'efz'0(4.') Er war 1632 in Neapel geboren, war von feinem 8. bis I 7. Jahre 
Schüler Riberafs und ging dann nach Rom, wo er flch hauptfächlich an Pietro 
da Cortona, den wir noch kennen lernen werden, anfchlofs. Auch nach Bologna, 
Parma und Venedig machte er Studienreifen; aber fein Stil oder vielmehr 
feine Manier zeigt am deutlichften ftets die Mifchung der Einfiüffe Riberas 
Fiffm und Pietro da Cortona's. In den Werken feiner Frühzeit überwiegt natürlich 
des erfteren Richtung; ja manche von ihnen flnd fo ganz aus Ribera's Geifie 
gefchaffen, dafs man fie mit deffen Werken verwechfeln könnte und manchmal 
verwechfelt hat. Charakteriftifch hierfür ift z. B. das fchwarzfchattige, er- 
greifende Bild der Pflege des hl. SebaPcian in der Dresdner Galerie; in den 
Spsääg, Werken feiner Spätzeit, welche den Neapolitaner jedoch niemals ganz ver- 
läugnen, überwiegt manchmal der Einflufs Pietro da Cortonas, wie in feiner 
berühmten Darfiellung des Hercules und der Omphale von 1690 in der 
Dresdner Galerie, manchmal, befonders in den decorativen Werken feiner mitt- 
leren Zeit, klingen jedoch auch feine venezianifchen Studien, befonders Er- 
innerungen an Paolo Veronefe in wohlthuender Weife an. Von feinen Studien- 
 reifen heimgekehrt, überfchwemmte er zunächft Neapel mit feinen mächtigen 
in Flßrßnl- Bildern. Im Jahre 1679 unternahm er Kunftreifen nach Florenz, wo er z. B. 
die Kirchen del Carmine, S. Maria Maddalena dei Pazzi und die Galerie im 
Palafte der Medici (Pal. Riccardi) mit feinen mächtigen, ebenfo gewandt wie rafch 
in Venedig. hingeworfenen Fresken fchmückte, und nach Venedig, deffen Kirchen ebenfalls 
feine Eingriffe zu erdulden hatten, kehrte dann aber nach Neapel zurück und 
fetzte fein Gefchäft hier mit ungefchwächten Kräften fort, bis er 1692 von 
1) G. 
fortgefetzten 
P. Bellori, Le vite etc. 
Ausgabe, Rom, 1728. 
Das 
Ausg. 
Leben Luca Giordands zuerfl 
Pifa 1821, III. p. 1-135. 
Hand 
anderer
        

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