Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1245885
Die italienifche Malerei des I7. Jahrhunderts. 
Die neapolitanifche Malerei 
des I7. 
[ab rh  
195 
vorzüglich radirte Bilder aus dem antiken Philofophenleben zu nennen: ))DQI]'1Q- 
krita in phantaltifcher Einfamkeit un_d DDlOgCHCSK, wie er feinen Becher 
wegwirft, beim Duke of Weftminfter in der Grosvenor Gallery zu London, in England, 
wPythagoras und die Fifchee beim Lord Darnley zu Cobham Hall; und ihnen 
reihen an dem zuletzt genannten Orte xder Tod des Regulusr und vjafon" 
mit dem Drachem, in der kaif. Galerie zu Wien wder hl. lxVilhelm mit ge-in Wien. 
feffelten Händen an einen Baum gebundene llch an. Auch diefe drei Dar- 
ftellungen ünd durch des Meifiers eigene Radirungen bekannt. In diefe  
Claffe von Gemälden gehören denn auch feine eigentlichen Schlachtenbilder, Schslfäfitelh 
welche lich durch die grofsartige Lebendigkeit, mit welcher die einzelnen bud" 
Gruppen ausgemalt fmd, durch die klare Ueberfichtlichkeit, mit welcher das 
Reitergewühl von beiden Seiten in einander gekeilt zu fein pflegt und durch 
die äufserlt geiftvolle Licht- und Tonmalerei, welche dem Gewühle Haltung 
und Ruhe zurückgiebt, auszeichnen. Die bunten Farben werden auf das 
nothwendigite Mais befchränkt: die aufwirbelnden Staub- und Dampfwolken 
dämpfen das Licht von unten, fchwere Wetterwolken kommen ihnen manch- 
mal von oben zu Hülfe; und doch zeigt der gefammte Lichtton manchmal X 
ein vzorniges Gelbe , welches die Schlachtenftimmung trefflich wiederfpiegelt. 
Die bedeutenften derartigen Schlachtenbilder des Meifters befitzen die Louvre- im Louvre, 
Galerie zu Paris (Fig. 469), die kaif. Galerie zu Wien, der Pal. Pitti zu Florenz _in gien, 
und die Paläfie Corfmi in Rom und Florenz. i:RooÄ1inz' 
Zu allen diefen Darltellungen kommen dann noch etwa hunderterhaltene 195112211113; 
eigenhändige Landfchaften Salvator Rofzfs in den verfchiedenen Galerien Largifäffrs- 
Europas hinzu, die meifien in den Privatfammlungen Englands, Roms und 
Florenz", einige auch in den Privatfammlungen Neapels. Unter den öffentlichen , 
Sammlungen beiitzen der Pal. Pitti und die Uffizien zu Florenz die meiften und 
heften Landfchaften Salvatons; doch kommen auf diefem Gebiete auch die Ueberblick- 
Petersburger Eremitage, die Londoner Nationalgalerie und die Louvrefammlung 
zu Paris befonders in Betracht. 
Dafs in diefen landfchaftlichen Darüellungen für die Nachwelt der Schwer- M13: 53h 
punkt von Salvator Rofa's Thätigkeit liegt, ift bereits erwähnt worden; ebenfo, fchafren- 
dafs der Meifter auf diefem Gebiete tirfprünglich nur die Natur und feinen 
Genius zu Lehrmeiftern gehabt. Hauptfächlich hat er in ihnen daher auch  
die malerifchen Motive feiner unteritalifchen Heimath verarbeitet: wilde, ein- {Chemn- 
fame, felfige Berggegenden mit dürftigen Waldrändern, fchäumenden Waffer- 
fällen, verfallenen Gebäuden und vielfach zerklüftete, von fchroffen Felfen oder 
fanfteren Höhen begrenzte Meeresküfien mit tiefeinfchneidenden Buchten, 
Wafferftrafsen und Flufsniündtmgen, mit Hafenanfichten, Schiffen und Leucht- 
thürmen, mit bald ruhigen, fpiegelglatten, bald leicht gekräufelten, bald wild 
vom Sturme empörten Wellen. Die einzelnen Motive find fiets naturaliftifch 
der Natur abgefehen; die ganzen Bilder aber find doch in der Regel mit einem 
grofsen Aufwande von Phantafie zufammengeflellt (F ig. 470). Infofern gehören 
auch fle zu den ßidealem Landfchaften; aber Salvator läfst feine Pllantafle 
zur Bearbeitung feiner Motive doch eben nicht durch ein ideales Liniengefühl, 
fondern durch eine romantifche Grundfiimmung leiten; und eben dadurch 
unterfcheiden feine Landfchaften {ich wefeiltlich von denen der gleichzeitigen 
13":
        

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