Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244019
Buch. 
Fünftes 
Erfter Abfchnitt. 
geiflerte Worte widmete, können hier nur im Vorbeigehn genannt werden. 
ggfffftff Von Francesco de' Salviatfs eigentlichem Schüler Giufeppe Portal, der nach ihm 
ebenfalls Salwkzti zubenannt wurde (geil. um 157 5), aber fei erwähnt, dafs er 
in Rom an der Ausmalung der Sala regia des Vaticans theilnahm, dann aber 
hauptfachlich in Venedig thätig war, wo er, wie auch fein Bild in der Dresdener 
Galerie (Chrifii Leichnam von Engeln geftützt) zeigt, die gröfsere Wärme des 
venezianifchen Kolorits mit der michelangelesken Formengebung zu ver- 
binden fuchte. 
Der Hauptftern am florentinifchen Kunflhimmel jener Tage neben Vafari 
aber war deffen älterer und als Maler unzweifelhaft auch bedeutenderer Zeit- 
Bjzljäj): genoffe Angela di Cosimo di Mamkmo, 1) (um 1502-1572) der unter feinem 
Beinamen Bronzino allbekannte Meifler, der als Maler und Dichter gefchätzt 
wurde und zu den Lieblingen des mediceifchen Hofes gehörte. Angelo Bronzino 
war ein Schüler Pontormds (vergl. Bd. II. S. 622), dem er anfangs zum Ver- 
wechfeln ähnlich malte; und wenn fchon Pontormo als Michelangelifi: endete, 
fo ging Bronzino fpäter in diefer Richtung fo weit, dafs er in feinen hiftorifchen 
Sein sm. Compofitionen, fo durchdacht f1e flnd, bereits ganz als Manierifl erfcheint. Im 
einzelnen zeichnet er gut, verkürzt er kräftig, modellirt er plaftifch; aber alles 
das tritt doch allzu glatt und kalt hervor; und in der Farbengebuug fucht er 
bereits in der willkürlichen Nebeneinanderliellung verfchiedener Fleifchtöne der 
verfchiedenen Geftalten einen vermeintlichen malerifchen Reiz, der "fofort in's 
Häjfiilh Gegentheil umfchlägt. Seine Pietas und feine Abnahme Chrilti vom Kreuz in 
bildcr- der Akademie zu Florenz, feine figurenreiche Darftellung Chrifli in der Vorhölle 
in den Ufhzien (Fig. 428), fein vChriPcus als Gärtnera im Louvre, feine heilige 
Familie in der Wiener Sammlung, fein allegorifches Bild in der Londoner 
Seine Bild- National-Gallery 2) find charakteriftifche Beifpiele feiner Manier. Am bedeutendflen 
"im" tritt jedoch gerade er uns als Bildnifsmaler entgegen. Er fchliefst {ich als 
folcher noch eng an die grofsen Meifter der beften Zeit an, vornehm und ein- 
fach in der Anordnung, fprechend im Ausdruck, feft und klar, manchmal freilich 
fogar hart in der malerifchen Behandlung, anfangs warm und voll, fpäter kühl 
und fein in der Färbung. Seine aufserordentlich zahlreichen Porträts finden {ich 
in faft allen italienifchen und nordifchen Galerien, die meifien jedoch in den 
Ufüzien und im Pal. Pitti; am häufiglten hat er die Familienangehörigen der 
mediceifchen Grofsherzöge dargeflellt; Porträts des Grofsherzogs Cofimos I. 
und feiner Gemahlin Eleonore befltzt auch die Dresdener Galerie von feiner 
Hand; doch gehören einige feiner Bilder von Privatperfonen, wie, diejenigen 
des Ingenieurs Luca Martini im Pal. Pitti, eines Bildhauers in den Uffizien, des 
Ugolino Martelli im Berliner Mufeum zu feinen anziehendflen Gemälden. 
Aleffanclro Unter feinen Schülern ift fein Neffe Alessandro Aller! ((53 5-1607), der 
Alle" in der Nachahmung Michelangelds fo weit ging, clafs er deffen Jüngllem Gerichte 
einige Figuren und Motive für feine eigene DarPrellung desfelben Gegenflandes 
in S. Annunziata zu Florenz entlehnte, immer noch einer der begabtellen, 
aber freilich auch einer der abfichtlichften. Zu den fchlichteflen "und wahrflen 
Ucber [einen Namen [llilaneß in feiner Vafari-Ausgabe 
Vgl. Academy 1879 no. 345 und 346. 
Vll, 
Anm 
        

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