Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1245739
Buch. 
Sechstes 
Erfler Abfchnitt. 
äigjliääif; erwähnte geiftvolle Bild Caravaggids im Pal. Doria zu Rom zu, welches die 
z" Rom, Ruhe auf der Flucht nach Aegypten in origineller Auffaffung zeigt. Sicher von 
feiner Hand ift das brutale Bild derfelben Sammlung, welches Juno darftellt, 
wie fie dem vieläugigen Argus mit den Fingern die Augen ausgräbt, um fie 
Sgäofjläu dem Schweife ihres Pfauen einzufügen. Eine treffliche ßLautenfpielerim feiner 
incdijuä-aL Hand befindet flch im Pal. Spinola zu Genua, eine ajudithr in der kaif. Galerie 
in  zu Wien, mehrere Bilder in der Münchener Pinakothek. 
Clzgoggäfi. Als dritter fchliefst {ich Angela Carofelli (I585_I6531) diefen Meiftern an. 
Er war geborener Römer. Seine Werke find felten. Doch befitzt z. B. die 
fzißv 13211111 kaif. Galerie zu Wien feine durch die Namensinfchrift beglaubigte Darftellung 
 eines iingenden Mannes im Stile Caravaggids. Endlich fei noch daran erinnert, 
Nfaißältit? dafs auch der fchon oben (S. I0) erwähnte Sienefe Rutilio Manetli, welcher 
urfprünglich den Bahnen feines Lehrers Fr. Vanni folgte, {ich in feiner fpäteren 
Zeit in den Stil Caravaggids hineinarbeitete.  
Die 
neapolitanifche 
Malerei 
des 
Jahrhunderts?) 
deCrhEÜäerr_ Die neapolitanifche Künftlergefchichte des iiebzehnten jahrhunderts er- 
gefchichte fcheint in den Berichten der Schriftfteller als eine ununterbrochene Reihe von 
Neapel; Ränken der einen gegen die anderen; und dafs ein gehäfflges Parteitreiben 
unter den Künitlern Neapels herrfchte, dafs die Meifter, welche dort einmal 
feften Fufs gefafst hatten  geborene Neapolitaner waren die Hauptführer 
keineswegs  alle ihre Kräfte aufboten, um dem ferneren Zuzuge von aufsen, 
vor allen Dingen dem unwiderftehlichen Andringen der Schule von Bologna 
Einhalt zu gebieten, ja, dafs in diefen Kämpfen die Mittel nicht immer 
auf die Wagfchale gelegt wurden, wird man dem Grundton aller jener Er- 
zählungen gegenüber, wenn die neuere Urkundenforfchung auch einige von 
Richliilzgen. ihnen berichtigt hat, nicht zu läugnen wagen. 3) Die Richtungen, welche in 
 Neapel Wurzel zu faffen fuchten und fich kreuzten, waren auch mannichfaltig 
und verfchiedenartig genug. Doch laffen {ich in den zur Herrfchaft gelangten 
Per gemein- Strömungen gewiffe gemeinfame Züge nachweifen, welche einer nationalen 
auniiniidiirio- Empfindung des italienifchen Südens entfprangen. In der neapolitanifchen 
Z"g' Kunft treten eine leidenfchaftlich-düftere Grunditimmung, der die Vorliebe für 
dunkle Schatten und helle Lichter, wie Iie auch Caravaggio in Neapel zur 
Geltung gebracht hatte, entfprach, ein ausgefprochener Naturalismus, der mit 
den raphaelifchen Nachklängen, welche während des fechzehnten Jahrhunderts 
Neapel beherrfcht hatten, vollftändig brach, und eine markige, breite malerifche 
Technik, wie iie in Italien kaum irgendwo anders geübt wurde, in den Vordergrund. 
Es mufs jedoch fofort hervorgehoben werden, dafs {ich {aß alle Eigenheiten 
1) Nach Pajeri a. a. O. p. 188. Dagegen von 1573-4651 nach Baldinucci, Notizie de' 
professori del disegno IV, Florenz 1702, p. 3076312- 
2) B. de Daminirz", Vite dei pittori etc. Napoletani. Napoli 1742-1743. Neue Ausgabe 
(nach welcher hier citirt wird) Neapel 1844. 
3) Man vgl. Gualandi, Memorie, V, Bologna 1884, p. 141. Ebenda p. 128-177 wird die 
ganze Gefchichte der Malereien in der Cappella del Teforo des Domes zu Neapel an der Hand 
archivalifcher Forfchung in einer für die neapolitanifchen Künßlerzuitände lehrreichen Weife erzählt.
        

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