Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1245572
164 
Buch. 
Sechstes 
Abfchnitt. 
Erfter 
 Livorno ausmalte, hauptfächlich Rom an, wo er {ich lebhaft an der decorativen 
Ifäiäaffäfjnuiqj, Landfchaftsmalerei betheiligte, die hier im flebzehnten Jahrhundert eine hervor- 
Kläfggf ragende Rolle fpielte, und z. B. im Quirinalpalafte, in den Paläften Lancellotti, 
Costaguti und Rofpigliofi, fowie in der Kirche S. Euftachio eine Reihe land- 
fchaftlicher Wandmalereien hinterliefs, die ihm einen grofsen Namen machten. 
Leider find gerade diefe Palafie fchwer zugänglich, und daher erklärt es flch, 
dafs es an einer Würdigung feines Stils vom Standpunkte der gegenwärtigen 
fälaiäägäs; Kritik noch fehlt. Die Staffeleibilder aber, die im Pal. Corfini und im Pal. 
Sgrjlligilrei- Doria zu Rom, fowie im Pal. Corfini, im Pal. Pitti und in den Ufhzien zu Florenz 
 unter feinem Namen gehen, fmd ihrer Auffaffung und Technik nach fo ver- 
fchieden unter fich, dafs fie unmöglich alle von feiner Hand herrühren können. 
Es heifst, er habe fich felbft für einen Carracci-Schüler ausgegeben, fei aber 
in Wirklichkeit nur ein Schüler P. Brills in Rom gewefen. Seine Seefiücke, 
zu denen er feine Studien in Livorno gemacht, wurden befonders gelobt. 
 Alle diefe lVleiPter, Welche die unmittelbar auf die Carracci folgende Generation 
 der Schule von Bologna bilden, waren noch im fechzehnten Jahrhundert geboren. 
Die Enkel- Im Anfchluffe an fle haben wir zunächft der Maler der zweiten Generation 
fäiiläicgfr zu gedenken, die als Enkelfchüler der Carracci erfcheinen und mit 
wenigen Ausnahmen auch erft im fiebzehnten Jahrhundert das Licht der Welt 
erblickt haben. Doch werden wir gut thun, bei diefer Gelegenheit die Schule 
fofort bis zum Ende des Jahrhunderts zu verfolgen. Die gröfste fchulbildende 
(iuglcääifiß Kraft haben Guido Reni und Fr. Albano gezeigt, fchon weil fie in Bologna 
blieben und hier die Ueberlieferungen der Akademie ihrer Meifier fortprlanzten. 
 Unter Guido Reni's Schülern ift Gzbzr. Giac. Smrzenli, auch Scmcnszzl) 
genannt, geboren in Bologna 1580, jung geftorben in Rom, der ältefte. Er 
war, ehe er zu Guido überging, fogar noch in der Schule Calvaerts gewefen. 
In feiner früheren Zeit malte er für bolognefifche, fpäter für römifche Kirchen. 
Da er nicht an den Spätftil Guidds anknüpft, fo find feine Werke auch nicht 
_fo fade wie diejenigen der fpäteren Nachfolger des Meifiers; aber zu einer 
felbiiändig hervorragenden Individualität brachte er es nicht. Am befien lernt 
man ihn in der Pinakothek zu Bologna kennen; doch befltzt auch die kaif. 
Galerie zu Wien ein Gemälde feiner Hand, welches die Vermählung der 
hl. Katharina darfiellt. 
Fr- Gßm- Auch [F12 Gejfii), welcher 1588 in Bologna geboren wurde und 16473) 
ftarb, hatte die Schule Calvaerts mit derjenigen Guidos vertaufcht. Guido 
nahm fich feiner auf s wärinfie an, liefs ihn in Ravenna und lVlantua für fich 
malen und nahm ihn fogar mit nach Neapel. Hier hoffte er nach Guido's 
 Abreife die Ausführung der Fresken in der Cappella del Teforo des Domes 
zu erhalten; als daraus aber nichts wurde, kehrte er nach Bologna zurück 
 und gab {ich für einen Nebenbuhler Guidds aus. Gleichwohl folgte er 
nach wie vor den Spuren diefes Meifiers, deffen Stilwandlungen er fogar 
mitmachte. Werke feiner frifcheren früheren Zeit fleht man in der Pinakothek 
gäb 
I) Baglium a. a. O. p. 344-345. 
2) Malzmjia a. a. O. 11, p. 345-352. 
3) Diefes Todesjahr nach Bolognivzi Anmrizzf 
1549 an. [blalvaßa verfchwclgt das Jahr. 
V1 
241. 
Lzmzi
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.