Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1245083
ERSTER 
ABSCHNITT. 
Die 
italienische 
Malerei 
des 
Jahrhunderts. 
 n der allgemeinen Weltgefchichte fpielt Italien im flCbZChIIlICIf Jahr-  
 hundert keine Hauptrolle; von den italienifchen Staaten, die uns Z"üa"de' 
  kunftgefchichtlich am Herzen liegen, Pcand Neapel unter fpanlfcher 
Herrfchaft, von der es auch der von Mafaniello erregte Volksaufftand (1647) 
nicht zu befreien vermochte, gehörten Bologna und Ferrara dem römifchen 
Kirchenflaate an, deffen Herren, die Päpfle, zwar noch gelegentliche Reibungen 
mit italienifchen und auswärtigen Staaten zu beftehen hatten, aber keine Kriege 
mehr führten und {ich die Befefligung der Kirchenmacht nach innen und aufsen 
auf friedlichem Wege angelegen fein liefsen, und war Florenz unter feinen 
mediceifchen Grofsherzögen immer noch eine der reichften und kunfifinnigflen 
Städte der Erde, wenngleich feit der Mitte des Jahrhunderts auch hier Stag- 
nation und Verfall fich meldeten, während Venedig, reicher, prachtliebender 
und ariflokratifcher als je, in den blutigen Türkenkriegen feine Herrfchaft 
l) Die meiflen der oben, Bd. I  412, Anm. I) citirten Literatur- und Quellenwerke laffen 
uns für die Gefchichte der italienifchen Malerei im iiebzehnten Jahrhundert im Stich. Vafari konnte 
feiner Lebenszeit nach die Meiiter diefes Zeitalters nicht mehr mitbehandeln; aber auch die hiftorifchen 
Werke unferes Jahrhunderts, wie E. Foäßers, Crowe und Cavalrasellis und PV. Liilrlezfs Gefchichten 
der italienifchen Malerei, haben das fiebzehnte Jahrhundert ebenfowenig niitbehandelt, wie die Unter- 
fuchungen u Rulzmors und Gizw, Morellie (Lernzoliqf's) oder Gayß's nCarteggio degli Artiftiu {ich 
auf diefelben erftreckten. Selbii: Burclelzardt: nCiceroneu behandelt die Meiiter des fiebzehnten 
Jahrhunderts nur ganz fummarifch, wenngleich geißzvoll, wie alles. Von den allgemeinen Werken 
über die italienifche Kunitgefchichte kommen die am genannten Orte angeführten italienifchen Werke 
von Lanzi und Roßni, die jedoch nicht auf dem Boden der gegenwärtigen Kritik itehen, in Betracht; 
neben ihnen etwa 110011 Y. D. Fiorilla, Gefchichte der zeichnenden Künite, Bd. I. u, II, Göttingen 
1793 und 1801, der betreffende Abfchnitt in Fr. [Özglers Gefchichte der Malerei, dritte AuFL, 
Leipzig 1867, Bd. III und einige bevorzugte Capitel in D0lmze's Kunft und Künftler und der 
Hiftoire des peintres de toutes les ecoles.  Die wichtigiten Quellen für diefen Abfchnitt bildet die 
mehr oder weniger gleichzeitige Literatur italienifeher Autoren, wie Scanelli, Baglzbne, Bellori, Rirlali, 
Mulvalia, Parrali, Pafreri, Balriinucti, Soprani u. f. w., welche eben weil {ie meift local begrenzt ift, 
ebenfo wie die localen Künftlerlexika und Knnitgefchichten unferes Jahrhunderts, an denen die 
italienifche Literatur [o reich iPc, erit fpäter zu den einzelnen Capiteln citirt werden kann. Auch 
die Sammlungen von Künftlerbriefen von Batlari (nLettere pittoricheu, ROm  Ausgabe Vüll 
Timzzi, Mailand 1822-25), Guzzlandi (Nuova raccolta di lettere etc., Bologna I844_I856), Campari 
(Lettere artiitiche inedite, Modena I866) und Gulzl (nKünitlerbriefeu zweite Aufl. von Rafenberg, 
Berlin 1879) kommen in Betracht, Wichtige Urkundenforfchungen, die auch das I7. Jahrhundert 
lltnfaffen, aber enthält vor allen Dingen das Werk von M, Gualandi: Memorie originali italiane 
rlsguardanti le belle arti, serie prima, Bologna 1840  serie sesta, Bologna 184.5. 
8'323
        

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