Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244980
Die Malerei 
Hälfte des 
der zweiten 
Jahrhunderts 
den übrigen Ländern. 
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des Duke of Norfolk zeigt ihn als mittelmäßigen Porträtifien in den Fufstapfen 
Holbeins. Als fein Zeitgenoffe, der aus Armuth nur grau in grau gemalt, aber 
vortreffliche xstory WOrkse, alfo Gefchichten, gezeichnet habe,   Johfißorfaixi. 
gerühmt. Unter der Königin Elifabeth aber tauchen einige, ebenfalls offen- tffänäläflläi: 
kundig unter Holbeins Einflufs {iehende Miniaturmaler auf, welche HIIS fllS {öfter 
umriffene Künfilergefialten entgegentreten.  In ihrer erfien Keihe fieht 
Nzklmlas Hilliard?) (1547-1619), Maler und Goldfchmied der Königin, von Nicl-Iilliard. 
deffen Hand noch eine grofse Anzahl fein ausgeführter Miniiltufblldnlffe auf 
blauem Grunde vorhanden iind, wie z. B. die meiften Bilder der vStuart-  
Collectiom bei Herrn Edwards im Pfarrhaufe zu Trentham von ihm her-  
rühren 3). Ihm folgte fein Schüler Ifrzac Oliwr4) (1556-1617), der ihn an 19m Oliv"- 
Feinheit der Ausführung übertraf und zu den erften Künftlern des Faches der 
Porträt-Miniaturrnalerei gezählt wird. Aufserordentlich feine und charaktervolle 
Bildniffe aus der englifchen Königsfamilie von feiner Hand kommen in Windfor 
Cafile und in der genannten Sammlung zu Trentham vor 5), andere belitzen die 
Baronefs Burdett Coutts und der Marquis of Exeter in London G). Sein Sohn 
Pezer Oliwr, der ihn noch zu übertreffen fuchte, gehört auch feinem Stil nach Peßerülivßr- 
fchon ganz dem folgenden Zeitraum an. 
Wenn diefe Meiiier einerfeits gerade in Ermangelung anderer englifcher 
Maler nicht mit Stillfchweigen übergangen werden durften, fo interefiiren fle 
uns andererfeits als Vertreter eines Kunfifaches, welches von ihrer Zeit an in 
allen Ländern blühte, bis es durch die Photographie verdrängt wurde; und 
wenn wir im Rahmen diefes Buches auch nur in Ausnahmefällen auf diefe 
Porträtminiaturen eingehen können, als deren Hauptmeifter des 17. Jahrhunderts 
der Genfer Jean Petitot gefchätzt wird, fo mufs bei diefer Gelegenheit doch 
hervorgehoben werden, dafs die Kunftgefchichte, während {ie bis zum 16. Jahr- 
hundert unter Miniaturen gemalte Buchillufirationen verfieht, vom 17. Jahr- 
hundert an mit wMiniaturenr fchlechthin derartige, häufig in Email auf Metall 
ausgeführte kleine Darftellungen, in der Regel kleine Bildniffe meint.  
Uebrigens hatte Holb ein felbii diefen Kunftzweig in England zur Blüthe 
erhoben; und fomit zehrten auch Hilliard und Oliver noch von dem Einflufs 
der deutfchen Kunft, die der grofse Augsburger nach England getragen hatte. 
I) Walpole a. a. O., p. 77. 
2) Walpole a. a. 0., p' 96-98. 
3) Abgebildet bei Lord R. Gower! Die Schätze der grofsen Gemäldegalerien Englands I, Leipz. 1884. 
4) Walpole a. a. O., p. 98-IoI. 
S) Abgebildet bei Lord R. Gawer a. a. O. 
6) Üßber ein nlsaac Oliverius fecit 1616m bezeichnetes Bild des Meißers berichtet auch Waagen, 
Treasures of Art, I, p, 332, 
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