Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244849
Malerei 
Die niederländifche 
der zweiten 
Hälfte 
Jahrhunderts. 
und hier hatten die Antwerpner Brüder jllzzitlz. und Pmz! Erz"! ihn äugenfchein" Die 3'" 
lich in gewiffen Beziehungen beeinHufst; diefes in der Gefchichte der Land- 
fchaftsmalerei fehr bedeutende Brüderpaar W31" aber Wieder von der Land" 
fchaftsfchule des Annibale Carracci in anderer Richtung beeinfiufSt worden- 
Deshalb "können wir {ie nicht vor den Carracci befprechen und eben deshalb 
mufs die Behandlung diefer ganzen Richtung auf {Päter Verfchoben werden" 
Koningsloo mufste nur als ihr Pionier, zur Klarfiellung des Gegenfatzes, fChOH 
hier hervorgehoben werden. Wenn wir dagegen Tobias Verlzaeg! (1 5ÖI_I53I)i T- Vßrhaegr- 
den erften Lehrer des Rubens, fchon hier nennen, fo gefchieht das nicht nur, 
weil wir die beiden Figurenmaler, welche der zweite und der dritte Lehrer des 
gröfsten vlämifchen Meifters waren, ebenfalls fchon befprochen haben, fondern. 
duCh, Weil er, wie feine malerifch-phantafiifche Berglandfchaft von 1613 im 
Brüffeler Mufeum beweift, ein Archaift war, der noch bis weit ins 17. Jahr- 
hundert hinein den Landfchaftsfiil der guten alten Zeit fortfetzte. 
Der Antwerpner Landfchaftsmalerei gegenüber nahm diefer Kunftzweig in Driirläeaclläfl- 
Mecheln eine freilich parallele, in manchen Beziehungen aber doch eigenartige fchnftßr- 
Richtung. Die Landfchaftsmaler von Mecheln bewahren fich bis zum Ende des Ihr S111- 
jahrhunderts eine Behandlung des Baumlaubs, welche im Vordergrunde Blatt 
für Blatt liebevoll durchbildet, im Mittelgrunde und Hintergründe aber eine 
weiche Abwandlung des getupften Patinirfchen Baumfchlags erftrebt, dabei 
einen feinen Naturalismus in der Beobachtung der Staffage und einen kühlen 
Gefammtton ausbildet, der felbft die Bäume des Mittelgrundes in ein bläLlllChCS  
Graugrün hüllt und auch in der Ferne die grauen Töne vorzieht. Bei alledem 
werden diefe Meifter eine gewiffe Befangenhei-t in der Compofition nicht los, 
die aber, da fie von ihrer eigenen Schönheit überzeugt ifi, doch oft einen  
bedeutenden Reiz auf uns ausübt. 
Hier ift vor allen Dingen die Künftlerfamilie 11m1 Valckwzlßzrrclz zu nennen'). vanlyaclifmlv 
Ihre Hauptmeifler find die Brüder Lnczzs und ilrfariizz zum Vnlrkcizlmrclz. Lucas bmh- 
war der bedeutendere und ältere. Sein Geburtsjahr ifl unbefiimmt; doch wiffen Sein Leben. 
wir, dafs er 1564 Freimeifter der Lucasgilde von Mecheln wurde, 1566 aber 
feine Vaterfiadt verliefs und nun ein Wanderleben in Belgien und Deutfchland 
führte, zeitweilig in Antwerpen, zeitweilig in Frankfurt a. M., in Nürnberg und 
in Linz an der Donau wohnte, und nach 1622 Pcarb. Seine meift in kleinem Sein Stil. 
Formate gehaltenen Bilder fmd faft ohne Ausnahme äufserft forgfaltig mit den 
Anfangsbuchftabexi feines Namens und der Jahreszahl ihrer Entftehung be- 
zeichnet. Am liebften fchildert er Berglandfchaften, die dem wallonifChßn 
Maasthal oder den deutfchen Gebirgen entlehnt find: er bevorzugt den Bliflk 
von der halben Berghöhe, auf der wir uns im Vordergrunde befinden, in ein 
Von grauen Gebirgen begrenztes Flufsthal hinab; alte Burgen, neue Schlöffer, 
von hohen Bäumen befchattete ländliche Wohnungen, am häufigßen aber "Ge 
bäudeanlagen der Wald- und Bergindufirie bilden die nächfte Nähe. Die Btaffägß. 
Welche auf dem Bergpfade fichtbar wird, ift meift nicht mehr der blbllfchen 
Oder profanen Gefchichte, fondern dem täglichen Leben in der Landfchaft 
I) E. 
artistes 
Les 
 Histoire de 1a peinture etc. 
ä Yätranger, Bruxelles 1865, 
ä Malines (Gaud 1376) 
II, p. 136!r5o. 
223" 
m. Farn,
        

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