Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244830
Fünftes 
Buch. 
Dritter 
Abfchnitt. 
Ptorbener Künftler, der ein Schüler der genannten Matth. Cock und Chr. v. d. 
Queeckborne war und von v. Mander zu den vornehmlten Landfchaftern der 
Seine Werke Zeit gezählt wird. Von feiner Hand haben fich im Rathhaus und im Alter- 
i" ggf?" thumsmufeum zu Antwerpen Vedutenbilder, hat fich bei Herrn Th. v. Lerius 
dafelbft eine Dorfkirmefs erhalten, welche feinen Namen und die Jahreszahl 
in Frankfurt, I 586 trägt 1), während {ich im fiädtifchen Mufeum zu Frankfurt eine xJ. Grimmer 
in Peß, fec. l588r bezeichnete Landfchaft 2) befindet und das Pefter Landes-Mufeum 
vier Bilder befitzt, welche die vier Jahreszeiten darliellen, den Namen des 
Meifters und die Jahreszahl 1577 tragen, übrigens bei forgfältiger Zeichnung 
frifch, refolut und kräftig in einem Stile gemalt find, der von demjenigen P. 
Brueghefs zu dem breiteren Mompens hinüberleitet. Dann folgen die zu Hulft, 
FnMoßaerr. unweit Antwerpens, 1534 geborenen Zwillingsbrüder Fraus und Gillis Moßaerl, 
von denen der erftere fchon I5 5 3 Meifter der Gilde war und 1560 fiarb, 
Während der letztere ein Jahr fpäter in die Gilde trat und bis 1598 lebte. 
Seiixjßväilfter Dem Frans Mofiaert werden, wie es fcheint, einer guten Ueberlieferung zufolge, 
drei intereffante, die Naturanfchauung der Zeit eigenartig Wiederfpiegelnde 
GiILMoftaert Landfchaften in der kaiferl. Galerie zu Wien zugefchrieben. Von Gillis" jlfzgßrlrrtil) 
iHhIESSneIH- befitzt die Kopenhagner Galerie eine bezeichnete Darfiellung des Gekreuzigten 
a mit ftimmungsvollem landfchaftlichen Hintergründe. Ferner ift (Äwvzelzk illu- 
c. Moleuaer Immer zu nennen, ein 1564 zum Meifter der Antwerpner Gilde aufgerückter 
Landfchafter, der uns in feiner mit feinem Namen bezeichneten, grofsen, durch 
herrliche Baumgruppen reich gegliederten, mit der Parabel vom barmherzigen 
in Berlin. Samariter fiaffirten Landfchaft in der Berliner Galerie als einer der wichtigften 
damaligen MeiPcer diefes Faches entgegentritt. Das atmofphärifche Leben 
kommt in dem umwölkten Himmel und dem Sonnenblick, im Mittelgrunde fchon 
lebhaft zur Geltung; und der Baumfchlag bezeichnet, ohne in die Art Jan 
Brueghels und Saverys die wir erfi; fpäter kennen lernen können, übcrzugehen, 
eine freiere, naturaliftjfchere Entwickelung der kräftig getupften Art Patinins. 
 Wenn aber auch die Meifter, welche den ganz vorn kräftig detaillirenden und 
in den etwas zurückliegenden Theilen die einzelnen Blätter zu breiten Büfcheln 
zufammenfaffenden Baumfchlag ausbilden, wenn Jan Brueghel, Vinck-Boons, 
Savery u. f. w., erft in einem fpäteren Abfchnitt befprochen werden follen, fo 
lgilläiggäigio dürfte es doch wichtig fein, des Antwerpner Meifters Gillzs zum Konzäzgsloo 
in Wien. (Coninxloo) (1544 bis nach 1604) als des Begründers diefes neuen Landfchafts- 
fiils fchon jetzt zu gedenken. Dafs er der Neuerer war, dem die anderen den 
Baumfchlag, wie er zu Anfang des I 7. Jahrhunderts in den Niederlanden all- 
 gemein geübt wurde, abfahen, berichtet van Mander ausdrücklichi); und dafs 
er einer der mächtigften Vertreter diefer Art iü, beweifen feine beiden frifchen, 
kräftigen Waldbilder in der Galerie Liechtenftein zu Wien, von denen das eine 
feinen Namen und die Jahreszahl I598, das andere fein Monogramm und die 
Jahreszahl 1604 trägt. Uebrigens hatte Gillis van Koningsloo Italien bereifi; 
Ueber diefe drei Bilder F. J. v. d. Branden a. a. O., p. 298-299. 
Vgl. Gwinner, Kunft u. Kiinßler in Frankfurt a. M., 1., S. 39. 
Ueber zahlreiche nicht erhaltene Werke {einer Hand F. ff. v. d. Brarulen 
A. a. 0., II, p. 19-20. 
bis 
302
        

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