Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242814
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Viertes Buch. 
Abtheilung. 
find feine Formen und Farben noch fester und herber und erinnert er manchs 
mal an Bellini, manchmal an Giorgi0ne; in der zweiten wächst feine Formens 
und Farbengebung Zu der ihm eigenthijmlichen Breite und Kraft aus und hat 
er einige der herrlichsten lxVerlce, die es auf der VVe1t giebt, geschaffen; in 
feiner dritten, fog. vblondencc Manier, werden feine Formen knochenlofer und 
lösen feine Farben sich, trotz der rosigen VVangen, die er gerade jetzt bevors 
zugt, in ein helles Goldlicht auf, das manchmal fogar von ferne an Corregs 
gi07s Tonmalerei erinnert. 
DMZ:;1i3mgS. Palma7s Darste11ungsgebiet ist ziemlich befchränkt. Altarbilder bilden 
gei2iek. eine erste Klasse feiner Werke; als zweite fchliefsen sich ihnen religiöse Hiftos 
riens und Genrebilder ohne kirchlichen Zweck oder heilige lxVeihe an, meistens 
mit iippigen Landfchaften ausgestattete grofse Breitbilder; die dritte Klasse 
umfafst Bildniffe und bildnifsartige Darstellungen. Mit mythol0gifchen und 
welt1ich historifchen Stoffen hat er sich nie ernstlich abgegeben, wenngleich in 
den Listen feiner nicht erhaltenen Werke wohl hier und da ein derartiges Bild 
vorkommt. Seine erhaltenen Bilder dieser Gattung zeigen vielmehr, dass es 
ihm, auch wenn er einmal ein fchönes Weib in der Tracht und mit den Attris 
buten der Judith oder der Lucrezia oder gar in der Gewandlosigkeit der Venus 
malte, doch nur darum zu thun war, das Bildnifs einer Tagesfchönheit in 
pikantem Aufzuge zu zeigen. 
Ä1tZe:ik;;fder Von feinen Altarbildern erinnern die Madonna mit Heiligen und mufis 
is zekm:is,cirenden Engeln in der Kirche zu Zerman bei Trevifo und das prachtvolle 
i.ci.Ak2dam. Bild der Akademie zu Venedig mit dem zwischen fechs Heiligen thronenden 
zu Venedig. Apostelfürsten Petrus noch an Bellini, wenngleich ihre breitere Formenfi.ille den 
jüngeren Meister verräth und das letztere CFig. 4oyJ in feinem grossen Stil 
und feiner fatten Farbenpracht schon zu den Hauptwerken Palma7s gehört. 
iYukiFlkaH;:i3 Weniger vollendet erfcheint er in dem dreitheiligen Altarwerke der Brera zu 
  Mailand, deffen Hauptperfonen Konstantin und Helena mit dem wahren Kreuze 
im Dom zu sind, und in demjenigen des Domes zu Serinalta, deffen Hauptbild den Tempels 
BRUNO, gang Mariae zeigt. Auf der allerhöchsten Stufe feines Könnens erfcheint er das 
is s. .x12ki2 gegen in dem Altarwerke der Kirche S. Maria formosa zu Venedig, wenngleich 
zuiiJTJTZig: das Auge vor demfe1ben nur an der Prachtgestalt der hl. Barbara im Mittels 
H. 3JJ,I,z,a, felde haften bleibt. Diefe hl. Barbara, wie sie dasteht mit dem Palmenzweige 
in der Rechten, mit der Zackenkrone im braunen Haare, mit dem Ausdruck 
siegreichen Schönheitsbewusstfeins mehr als siegreichen Märtyrerthums, den 
üppigen Leib von Purpurgewändern in verfchiedenen Tönen umwallt, ist das 
Urbild venezianifcher Frauenfchönheit und eines der wenigen vollendet fchönen 
Werke, welche die Kunstgefchichte kennt CFig. 408J. Das Bild gehört der 
reifsten Zeit des Meisters, dem Ende feiner zweiten Stilperiode an. Das prachti 
 volle Altarblatt der Kirche S. Stefano zu Vicenza leitet dann durch feine 
zu W7W3. duftigen Fleifchtöne bereits zu den Werken der letzten Epoche Palma7s hins 
über, welcher entschieden die grofsartige vAnbetung der Königen in der Brera 
zu Mailand angehört. 
.4x2ci2kek2iig. Unter den religiösen Gemälden des Meisters, welche beglaubigtermafsen 
Bilder. nicht aus Kirchen, fondern aus Palästen ftammen, können wir wieder die biblis 
fchen Hiltorien von den freien vSante Conversazionicc unterscheiden. Zunächst 
find zwei biblifche Bilder zu nennen, die wahrfcheinlich identifch find mit
        

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