Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242798
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Viertes Buch. 
Abt11eilung. 
Quelle erwähnten Darstellung der Geburt des Paris ist. II schade ist es, dass 
von den zahlreichen Bildnisfen, die Giorgione nach Vasari gemalt hat, kein 
soi9kgi9:1sssbeglaubigtes erhalten ist; von den Bildnisfen, die ihm in den verschiedenen 
BMMTe Galerien zugefchrieben werden, kommen nur ganz wenige ernstlich für ihn 
in Betracht. Für echt hält auch der Verfasser den schönen Maltheserritter 
i. d.Uk52i.:s der Uff1zienga1erie zu Florenz;2J über das Bildniss zweier Männer in der 
zuiTkizk2FIiiz2;. Berliner und dasjenige eines jungen Mannnes in der Pester Galerie wagt er 
M Fee, bei dem Zustande, in dem diese sich befinden, kein Urtheil abzugeben. Das 
in Ewige. Bildniss eines weissgekleideten Mannes in der Galerie von Rovigo aber, welches 
von kompetenter Seite II als nkaum Zweifelhafte angeführt wird, hat der Vers 
fasser nicht gesehen. Die Vorstellung von Giorgione, wie wir sie uns nach 
den genannten Bildern, von deren Originalität der Verfasser überzeugt ist, 
machen müssen, ist durchaus nicht die eines weichherzigen Lüstlings, sondern 
eines tief poetisch beanlagten, mehr sinnigen als f1nnlichen Meisters, der sich 
trotz feiner weichen Umrisse eine gewisse keusche Strenge der Formenaufs 
fassung zu bewahren gewusst hat. , 
Fem2k21;i1. Auf die Autorität Morelli7s CLermoliefs7sJ hin wären sodann als zweite 
dTZsEiZ;Fi20. Gruppe echter Bilder Giorgione7s die folgenden anzuerkennen; 1J der noch 
Lem0Mf ganz auf Bellini7s Lehre zurückweisende sskreuztragende Christusa beim Grafen 
j:1vice;222,Lofchi zu Vicenza;4J 2I das anmuthige kleine Tafelbild mit Apollon und 
MsTiskiiiiF2c;hi Daphne im erzbischöslichen Seminar zu Venedig;5J 3J das berühmte Halbs 
is is,ZiieisjiF:iHgurenbild vdie drei Menschena1terei im Pal. Pitti zu Florenz, welches dort 
M Florenz. Lotto zugeschrieben wird, obgleich schon anderen fein giorgionesker Charakter 
aufgefallen war; 4J die fchlafende Venus der Dresdener Galerie Nr. 236 
 262J, dort als Kopie nach Tizian, wahrscheinlich von Sasfoferrat0, 
angeführt, von Morelli aber mit grosser Wärme und wie es scheint, mit 
Recht für die Venus Giorgione7s erklärt, welche der Reisende des I6. Jahrg 
hunderts I 525 im Haufe des Jeronimo Marcelli zu Venedig gesehen. CI 
 Von den Bildern, welche in der Dresdener Galerie dem Giorgione zus 
 geschrieben werden, werden uns einige als Werke anderer trefflicher Meister 
nenBilder. begegnen, 
wZ;fJZFHiJr. Von denWerken der dritten Gruppe, denWerken, welche, ausser den meisten 
8Z;IJJfZjFFI der genannten, von Crowe und Cavalcaselle noch für echte Bilder unseres Meisters 
 erklärt werden, ist zunächst das berühmte ::Konzertcc des Pal. Pitti zu nennen: 
1J  JlIo7eZZicmxs a. a. O. P. 65. Dazu LeJ72ic7ZieJ a. a. O. S. l9o. 
2I 1dBei diesem fein aufgefassten Kopfe Cmit JlI7ZmZZe7I an einen Maler wie Pier della Vecchia 
zu denken, ist eine wahre IIäres1eor. Le27mJZiezf a. a. O. S. 189. 
3J .F74JIUzaniL7r Cicerone, 4. Aukl., II, S. 711. 
4I Die Echtheit wird auch von Cwwe U. Ct27JqZmjeZZeu11d im CicFw.w für wahrscheinlich erklärt. 
5J Ich vermochte mich 1879 diesem Bilde gegenüber persönlich nicht davon zu überzeugen, dass 
Giorgiones gemalt habe. 
6J I,eMzc7Z77eZK a. a. O. s. I93g197. Uebrigens x4mmiy;m JlJoyzZZiczm; P. 66 ::fn de ms.11o de Z0rzo 
da caste1franco; 11xa lo paese e Cupidine furono finiti da Tizian0ie. Der Cupido befand sich 
eingeltandenermaf5En auf dem Dresdener Bilde, ist aber weg relka11rirt worden. Auch EzJem2mJm hat 
sich in der Ku11stchr0nili: XVI, s. 6so.65l entschieden für LermOliefPs Ansicht erklärt. In der That 
scheint schon der Vergleich mit der Madonna von castelfra11co zu genügen, um LermoliefFs Ansicht 
zu bestätigen;  rückhaltlos darf ich derselben jedoch nicht zustimmen, ehe ich das Bild nochmals 
eingehend untersucht haben werde.
        

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