Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242701
B1üthezeit der 
italienischen Ma1erei 
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immer leer oder affektirt. Gleichwohl imponirten feine Bilder wegen ihrer 
lcolietten Zierlichkeit, die immerhin ein neues Element in die Kunst brachte, 
und ihrer technifchen Frifche feinen Zeitgen0ffen gewaltig, ja manchmal, wenn 
der Gegenstand ihrem VVefen entfpric11t, und des Meifters Kolorit f1ch von 
feiner bltihendften Seite zeigt, können f1e felbfi uns noch feffeln. Von feinen 
Fre slcen ift die Darfiellung des hl. Georg in der Kirche S. Giovanni Evans Se1111FmIrcss 
gelista zu Parma hervorzuheben. Zahlreich find im Verhältnifs zu feiner kurs is Ferram. 
Zen Lebenszeit feine religiöfen, feltener find feine mytho1ogifchen Tafelb ilder. ssi23Ffk21i. 
Unter den ersteren zeigt die vMadonna mit dem langen Halfecc, im Palazzo TF;YbielY1er 
Pitti zu Florenz fcl1on durch ihren Beinamen, worin ihre Manierirtheit bePceht; in Florenz. 
und der hl. Familie der Tribuna der Uff1Zien hilft auch der Verfuch, durch 
eine befondere Beleuchtung der Landfchaft zu reizen, nicht über ihre gemachten 
Formen hinweg. VVie weltlich feine Heiligen sich manchmal geben, zeigen Z. B. 
feine Gemälde der hl. Katharina im Pal. Borghefe zu Rom und der Madonna3O Roms 
zwifchen Heiligen in der Pinakothek von Bologna. Die Pinakothek von  
besitzt mehrere derartige Bilder feiner Hand. Von feinen religiöfen Bildern  
in n0rdifcl1en Galerien find Zwei heilige Familien im I.ouvre zu Paris CFig.402J, Its P8sis. 
die x:Vif1on des hl. Hier0nymuscc in der I.ondoner Nationa1galerie, die vGrabs TO L0s1dOv. 
legungkk der Petersburger Eremitage und die Madonna mit dem hl. Sebafiias Its  
nus und dem hl. Franciskus in der Dresdener Galerie hervorzuheben. Seinem DrsTT1en. 
mythologifchen Bilder ftehen unferem EmpHnden näher. Befonder5 fein ssAmorSk;;Fg1äk1;O 
als Bogenfchnitzerei in der kaif. Galerie zu VVien ist ein oft wiederholtes und ,Bi1kI,er 
kopirtes, l1öchPc anmuthiges mythologifches Genrebild; weniger anziehend fch0n M Wen, 
iil fein Ganymed in der Dresdener Galerie. Parmegianino war ein grofses is1D1sssds11s 
Talent, zum Genie aber fehlte es ihm an Wahrheitsliebe und Feuer. 
Gi0rgione, 
Pa1ma 
andere 
fpätere 
Nach 
Schon im Laufe des 15. Jahrhunderts hatte Venedigs VVelthandel  
die Entdeckung des seewegs nach 0stindien beträchtliche Einbusse erlitten; JI3emers 
gegen Ende des Jahrhunderts verloren die VeneZianer eine ihrer griechischen Lungen. 
Bes1tzungen nach der anderen an die Türken; aber immer noch war die Rcs 
publik zu Anfang des 16. Jahrhunderts neben dem Kirchenstaate die erste pos 
litische Grossmacht Italiens; und wenn sie dem letzteren um diese Zeit auch 
Ravenna und die Romagna abtreten musste, so waren die Städte des venezias 
nifchen Fest1andes von Crema und Brescia im Westen bis Udine im Osten 
und Pieve di Cad0re im Norden doch fester als je mit der Lagunenstadt vers 
bunden. Ueberdies waren die veneZianischen Patrizier immer noch reich; 
und üppiger als je vorher entfaltete sich ein weiches VVohlleben in den Pas 
1ästen, deren heiter durchbrochene Fassaden sich in den Kanälen spiegelten. 
Auch die veneZianiscl1e Kunst erschloss sich jetzt erst zur vollsten, duftigften 
Bliithenpracht; und die Vielseitigkeit der künstlerischen und literarischen Bes  
strebungen, die damals in Venedig gepAegt wurden, kommt u. A. in dem Bunds 
nifs, mit dem Jacop0 Sansovino,, der Architekt und Bildhauer, Tizian, der Mai 
iteratur 
vene7.iemifc11en 
Malerei 
Wen S.
        

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