Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242494
698 
Viertes Buch. 
Abtheilung. 
in  anziehende, farbenprächtige vGeburt Chriftiic, welche in der Galerie Doria zii 
zu Ein. Rom dem 0rtolano zugefchrieben wird. Ueberhaupt besitzen die r6mifchen 
Sammlungen die meiften Bilder feiner früheren Zeit. Ihre Formengebung ifi 
noch ferrarefifch, ihre Färbung tiefleiichtend und doch gewiffermafsen kühl 
Das Blau hat einen grauen, das Roth einen bläulichen Schimmer; doch find 
diese Töne oft mit einem warmen 0rangegelb und einem leuchtenden Ticfgrijn 
zu einem eigenthiimlichen Mollakkord verbunden. In den nordischen Galerien 
sind die nwürzigsherbenss Bilder diefer Epoche des Meifters felten. Doch gehört 
PM3:ibMg. die kleine sJGrablegiingcc der .Petersburger Eremitage wohl hierher.  
ZZTrkk;e Seit feinem zweiten römifchen Aufenthalte nehmen Garofalo7s Linien den 
Inn sk.isruhigeren Flufs der römifchen Schule an; feine Charaktere werden kons 
ventioneller, feine Farben gleichmäfsiger warm; feine Landfchaften, die er halb 
durch ein Gebäude oder einen Vorhang zu verdecken liebt, athmen idyllifche 
Ruhe und ftrahlen meist in hellem Sonnenlichte. Garofalo blieb auch jetzt 
noch ein finniger und gewiffenhafter KünPcler. Erfi ganz fpät wurde er uns 
angenehm kalt in Formen und Farben. 
Fkesk2,. j,, Von den Fresken feiner letzten grofsen Periode find die grau in grau ges 
FmM. malten, I5I7ss15I9 ausgeführten dekorativen Darflellungen in zwei Zimmern 
des jetzigen erzbifchöHichen seminars zu Ferrara intereffant, weil fie, des 
ferrarefifchen Kolorits entkleidet, befonders deutlich zeigen, wie tief Garofal0 
 in die Formenfprache der römifchen Schule eingedrungen war. Kirchliche 
Fresken feiner Hand haben fich u. a. im Dom und in S. Francesco, aber auch 
Fekk2ka, im Mufeiim von Ferrara erhalten. Hauptfäch1ich malte er grofse Andachtss 
bilder für die Kirchen Ferrara7s. Ein Hauptbild der Art, die thronende 
Madonna mit fechs Heiligen, befindet lich noch im Dom; im Mufeum aber 
kann man ihrer noch mindestens ein halbes Dutzend bewundern. Auch in die 
 von Modena, in die Akademie zu Venedig und in die Brera zu Mais 
in ;xi2ii2nkijland find derartige gr0fse Andachtsbilder feiner Hand übergegangen. Von 
in i3ekiin, den Berliner Bildern des Meifiers ist der büfsende Hieronymus von 1524, von 
in Dkesrien, den Dresdnern find die Darftellungen der Anbetung des Kindes und einer 
in London. thronenden Maria, von denen der Londoner Nationalgalerie ift die herrliche 
in P2ksks. thronende Madonna aus S. Guglielmo zu Ferrara, von denen der Petersburger 
barg. Eremitage die grofse Anbetung der Hirten zu diefer Klaffe zu rechnen. 
ic,iz2in2.k22ii. Eine Specialität Garofalo7s find die kleinen Bilder aus der heiligen Ges 
Wie Bilder fchichte, welche ihm den Beinamen des MiniatursRaphaels eingetragen haben. 
Allerdings ist gerade in einigen von ihnen der Einflufs Raphaels befonders 
in i3skiin. deutlich erkennbar, z. B. in der kleinen Grablegung der Berliner Galerie und 
in Rom. in der Berufung Petri der Galerie Borghefe zu Rom; aber in der Behandlung 
der Landfchaft und im Kolorit behält er doch auch in diefen zahlreichen 
in Rom, kleinen Bildern, deren, um von den italienischen Czumal den römifchen Galerien, 
in i32kiin, in denen fie fehr häufig findJ abzufehen, Z. B. die Berliner Galerie Z, die 
in p;ikis,LouvresSammlung H, die Londoner Nationalga1erie 3, die Petersburger Eres 
iIInLsZIZ;:mitage Z, und die Dresdner Galerie Z besitzen, doch feine Eigenheiten, an 
in DET;F.;H, denen er leicht als Ferrarefe und leicht als Garofalo kenntlich ift. Unfere 
M M M Fig. 393 giebt die :sVerkündigungkc der kapitolinifchen Galerie zu Rom wieder. 
D2ZiiFi1nZL Mythologifche DarPcellungen des MeiPterS find felten: doch befitzt die 
in DFTZkien. Dresdener Galerie von feiner Hand drei intereffante grofse Bilder diefer Art, von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.