Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242478
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Viertes Buch. 
Abt11eilung. 
berin Kirke, die in romantifcher Tracht in Pciller WValdeslichtung ihr X7Vefcn 
treibt, gerade wegen ihres märchenhaften Geifies und ihrer landfchaftlichen 
Stimmung zu den charakteriPcifchften VVerken des Meisters. Auch die Galerie 
Doria zu Rom besitzt einige feiner intereffantefien Gemälde; im Pal. Pitti zu 
Florenz befindet iich das frühe kleine Bild der Ruhe auf der Flucht nach 
Egypten, welches feine landfchaft1iche Begabung in gutem Lichte zeigt. 
Md;Fchen Von den Werken Doffo7s in nordifchen Galerien ifi zunächst der Cyklus 
G21ekiex2. dekorativer Bilder allegorifchen, mythologifchen und neuteframentlicl1en Inhalts 
in der Dresdener Galerie zu nennen, welche Zwar alle von Doffo entworfen, 
zum gröfseren Theil aber von Schülerhänden ausgeführt find. Eigenl1ändig i1i 
jedenfalls das grofse Hochbild, welches die Kirchenvater auf der Erde, Gotts 
Vater, im Begriffe Maria zu fegnen, oben in der Himmelsglorie darftellt CFig.392J, 
Auch in der Londoner Nationalgalerie ist Doffo mit einer tüchtigen, farbens 
frifchen kleinen Anbetung der Könige, im Louvre zu Paris mit dem poetis 
fchen, landfchaftlich bedeutenden kleinen Rundbilde der heil. Fami1e und 
einer Darstellung des hl. Hieronymus recht gut vertreten. Alles in allem 
genommen, gehört er zu den Meiftern, die uns gerade ihrer Selbständigkeit 
wegen fympathifch find. 
sein 13jkud2k Als unbedeutender gilt fein jüngerer Bruder BxzZzLczYz, mit dem er f1ch nie 
Baum. vertragen, aber Pcets in Gemeinfchaft gearbeitet haben foll; und zwar soll ges 
rade Batifta der Landfchafter gewefen fein, welcher die Hintergrunde in 
D0ffo7s Bildern gemalt hat. 1J Dabei verdient jedoch bemerkt zu werden, dafs 
nicht nur ArioPc in feinem rafenden Roland, fondern auch Lomazzo in feinem 
vTrattatoce die beiden Brüder unterfchiedsl0s zufammen nennen. Batista 
starb 1546. 
 Ein erfolgreicher Nebenbuhler der Doff1 in Ferrara war Bm7wz7srzY2 IX Or 
G2koks1oI Gg7soJxzZo, der in der Regel nach feinem Geburts0rte kurzweg CxM2jzzZo genannt 
sei:kLe12ex2 wird.2J Er war 1481 in Ferrara geboren, erhielt feinen erften Unterricht feit 
I49I bei Dom. Panetti Coben S. 3I1J, begab f1ch I498 auf die Wanderfchaft, 
 die ihn zunächPc zu Boccaccino Toben S. 343J nach Cremona, dann I499, nach 
Rom, I50I zu Lor. Cofta nach Bologna führte; 1504 kehrte er nach Ferrara 
zurück, wo er sich eng an die Doff1 anfchlofs und thei1weife mit ihnen 
arbeitete; 1509 ging er abermals nach Rom, wo jetzt Raphael auf ihn 
einwirkte; I5I2 finden wir ihn wieder in Ferrara; und hier malte er die 
grofse Mehrzahl feiner zahlreichen VVerke, bis er I550 erblindete. Er 
fiarb 1559. 
 Garofalo bef1tzt keine fo glühende Phantaf1e und romantifche Originalität 
 wie Doffo; er ist einfacher und ruhiger; er hat die verfchiedenen Einflüffe, 
denen er f1ch hingab, verarbeitet ohne fein ferraref1fches Grundgefühl preiss 
zugeben. 
1;k,ig2k;c Zu den intereffantefken feiner mit Doffo parallel gehenden, alfo vor feiner 
zweiten römifchen Reife entfiandenen Werke gehören die prächtige grofse 
1:Kreuzesabnahmetc, zwei kleine vAnbetungen der Hirtenck und zwei Darftellungen 
VZ3Is;hEkTIs Christi mit der Samariterin am Brunnen in der Galerie Borghefe und die grofse, 
IF BszmJxzZxZi, Vite de pittori etc. Ferrareli 1 C1844J, p. 249. 
2I Das beste über ihn hat J.emzoZieJ geschrieben: J.äiZzz7w7.s Zeitfchrift X. 
u. S. 264s269; und ;;Wer1cece s. 135g142. 
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