Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235955
Jahrhunderts. 
Unter sonstigen Werken des Meisters ist die kleine Tafel mit den sieben s2iik1ri:ä22i. 
Schmerzen der Maria in der Galerie zu Turin hervorzuheben II. Ganz übers  
einstimmend ist die Tafel mit den sieben Freuden Mariae in der Münchener Msiuj:xR2e,;1 
Pinak0thek componirt, die aber viel grösser als die vorige, also kein Seitenstück  
zu ihr ist. Das Münchener Bild wurde von dem Schöfsen und Gerber Peter 
Biiyltink im Jahre 1480 seiner Zunst zur Aufstellung in ihrer Capelle in der 
Frauenkirche zu Brügge übergeben II. Jedesmal bildet seine von hohem Augek1s 
punkt ausgesasste Landschast mit der thurmreichen Stadt Jerusalem in der 
Mitte den Schauplatz für eine Fülle einzelner Vorgänge. Dort spielt sich die 
ganze Passion vom Einzuge in Jerusalem bis zu den Erscheinungen des Aufs 
erstandenen ab. Hier entfaltet sich die Geschichte Marias von der Verkündigung 
bis zu ihrer Krönung; die Hauptscene vorn ist die Anbetung der Könige, 
deren Hins und Rüclcreise ausserdem ausführlich geschildert ist. Eine Fülle 
anziehender Episoden ist überall eingestreut. Weiter hinten fragen zwei Reiter 
in voller Rüstung, die zu den Scharen vom Kinderm0rd gehören, die Schnitter 
aus dem Felde nach dem VVege. Vorn, bei der Anbetung der Könige, fällt 
der Reitknecht, der die Pferde tränkt, in die Augen, und dabei sind die Thiere 
in ihrer Verkürzung vortrefflich gezeichnet. An geeigneter Stelle, bei Christi 
Geburt und der Ausgiessung des Geistes, haben verehrende Mitglieder der Stifters 
familie bescheiden ihren Platz gefunden. Die Composition ist jedesmal ebenso 
reich wie poetisch; im Münchener Bilde kommen die Vorgänge selbst dem 
Naturell des Künstlers und dieser behaglichen Breite der Schilderung mehr 
entgegen, aber da es weniger gut erhalten ist, wird es durch das zart bes 
handelte, in den Farben leuchtende Bild zu Turin übertroffen. 
Von 1484 ist der grosse Altar aus S. Jacob in der Akademie zu Brügge ci2kili10pii. 
dankt, der in der Mitte den heiligen Christ0ph0rus zwischen Marcus und Aegis i:akiiT;Ec. 
CUUs, aus den Flügeln den Bürgermeister Willem M0reel und seine Frau 
Barbara nebst ihren Schutzheiligen und ihren Kindern enthält3J. Die Brusts 
bilder desselben Ehepaares besitzt das Museum zu Brüssel, ausserdem noch ein 
anderes tresfliches männliches Bildniss. Das Porträt von Moreel7s zweiter p0ki;s2i:s, 
Tochter Marie, 1480 datirt, durch eine spätere Inschrift als pSibylla sambethacs  
bezeichnet, beHndet sich im Johannishospita1 zu Brügge. 
Ein Gemälde grösseren Umfangs ist die Madonna in der Sammlung des 
Grasen Duchätel zu Paris. Sie thront in einer rundb0gigen Kirchenhalle, IZiki;. 
die beiderseits den Blick in die Landschast frei lässt; Jacobus der ältere und Diicii3Fei. 
D0minicus empfehlen ihr die knieende Stifterfamilie, die aus acht Männern 
und Knaben, dreizehn Frauen und Mädchen besteht. Memlinc7s letzte datirte 
Arbeit, zugleich ein vollendetes Meisterwerk, ist endlich der grosse Altar mit 
doppelten Flügeln in der Greveradencapelle des Doms zu Lübeck mit der L3boFjss 
Jahrzahl I49I am Rahmen. Die Verkündigung, als steinfarbene Statuen in 
 
1J Vielleicht identifch mit einem Gemälde cleffe1ben Gegenstandes, das froh einll la der,Zunftc; 
capelle der Librarier5 zu Brügge befand und wahrscheinlich das Mittelüüc1c eines von W1llem X relan 
dorthin gesiifteten und in den Jahren 1477 bis 1478 bei Meister Hans bestellten Altars War. CAN 
n. ca2mZcareZJe, deutsch, S. 293. 
2J Beffroi H, 264. 
3J Vgl. Beffr0i II, S. 185.
        

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