Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242314
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Wertes Buch. 
Abthei1ung. 
 is: gefchicht1iche Bedeutung beanfpruchen können. Die Plünderung Roms C1527J 
J  trieb Polidoro nach Neapel und Sicilien. Hier malte er fein bedeutendstes 
Die Kkeu2. Tafelbild, die grofse Kreuztragung Christi, welche jetzt im Neapler Mufeum 
.tEaiZisiig hängt. In diesem Bilde hat Polidoro das Antikif1ren und Raphaelif1ren aufs 
LrZ,IYzTIf;IJjI gegeben, um einem kräftigen Realismus zu huldigen, mit dem er gewiffers 
mafsen bahnbrechend für die neapolitanifche Kunfr wirkte. In Meff1na wurde 
er I543 erm0rdet. 
 Der Meister hingegen, welcher Raphaels Stil am unverfalfchtesten nach 
S3bbaHn0. dem Süden trug, war fl7szzZ7sm FrzMzzZijm von Fz:Zx77zn,1J welcher zu den frühes 
ften Schülern Raphaels gehört haben mufs, da er fchon etwa 15I3 nach Unters 
ita1ien zurückkehrte, wo er in Neapel und Salerno arbeitete und 1545 ftarb. 
seine Des. Seine Werke mufs man in den Kirchen und im Mufeum von Neapel studiren. 
sJ1JYsiiZk0 Seine fchöniten Fresken find die Darftellungen aus der Gefchichte des hl. 
IFsfFZxTi. Januarius in der Vorhalle des inneren Hofes der Kirche S. Gennaro de7 Poveri; 
 feinen fchönften Tafelgemälden gehört die vAnbetung der Königen im 
;,,,1FsIjikEs,,, Mufeum. Heil in der Farbe und rein in den Formen, Zeichnen feine VVerke 
ZU Neapel. f1ch durch fchlichte Natürlichkeit und anmuthige Empfindung aus. 
Die Richtung Raphaels blieb dann während des 16. Jahrhunderts, trotz 
mancher natura1iftifchen und manieristifchen Gegenwirkungen, auch in Neapel 
Z:  mafsgebend. 67irz;z Ewig. lLcz77m und .472Z. xZ7l7sizczZo gelten als Nachfolger 
 Andrea7s, JlJxzrw 6Zz2sxZzZ5m, den Vafari J7Jmsm CZzZczF;4ssFZ nennt, gilt als Schüler 
YIsi2kko. Polidoro7s, obgleich auch fein Stil Andrea näher steht. Marco7s Schüler Piciw 
MgmnL JVZz27sMi aber führt fchon zum Ende der I6. Jahrhunderts hinab. Den Werken 
aller diefer nicht ,fonderlicl1 erfreulichen Meister kann man in Neapel nachs 
gehen. 
Werfen wir von hier einen Blick nach Sicilien hinüber, fo treffen wir nur 
in Palermo auf einen Meister von Bedeutung; und dieser Meifter, welcher 
v.ik2cen20 IXf7zce7z,so xflzJzmszoZo 2J hiefs, aber unter dem Namen II Xo7Jzzz7m bekannt war, 
Ämemo10. gehört, wie fchon diefer Beiname fagt, der römischen Schule an. 0ffenbar 
EnF;jik;k. hat er die mächtigfte künftlerifche Anregung feiner Jugend durch Raphaels 
 berühmte KreuZtragung in S. Maria dello Spafimo zu Palermo Coben S. 66yJ 
empfangen; um 1520 aber fcheint er felbft nach Rom gereift zu fein und 
Ssä:;; Egger f1ch dort unter Raphaels Schülern weiter ausgebildet zu haben, I 517 mag er 
Fsa12:2dk:. mit Polidor0 nach Neapel gegangen fein und hier die grofse raphaelifch ans 
gehauchte Kreuztragung im Kloster S. Maria nuova gemalt haben, welche neuers 
 dings für ihn in Anfpruch genommen wird;T3J 1530 aber treffen wir ihn wieder 
in Palermo. Auch hier fchuf er jetzt zunächst eine Kreuztragung, welche f1ch 
in der Pinakothek diefer Stadt befindet, dann die vPietäcc in S. Pietro, dann 
die fchöne Geburt Christi im Kloster della Gancia; und diefe Werke zeigen 
trotz und neben ihrer Raphaelifchen Formenfprache doch einen kräftig indis 
viduellen Zug, der Ainemolo eigen ist und den wir in anderen feiner VVerke, 
wie der Himme1fahrt Christi von 1533 in der Pinakothek, der :;Mad0nna del
        

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