Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1242005
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Herz; eigener Hand zeigt. II Endlich ist das Porträt einer feurigen, aber fchlichs  
ten, halbnackten Schönen, der fog. s:Fornarinaa, zu erwähnen. Von den 1F2i. i32F1T2. 
meisten Kennern wird das Exemplar der Galerie Barberini in Rom für echt Halm Rom. 
gehalten. D 
In den religiöfen Galeriebildcrn diefer Epoche wiederholte Raphael mit ITt;IliF33fe 
geringen Variationen die Motive feiner ilorentinifchen Madonnen und heiligen  
Familien; doch wurde die Auffaffung jetzt weihevoller, die Behandlung breiter 
und fiofflicher, die Färbung naturalifiifcher, und in der Landfchaft verfchwinden 
die konventionellen peruginesken Bäume und kommen immer treuere Naturs 
ftudien zum Vorfchein. Das einfache Motiv der Mutter mit dem Kinde zeigen 
nur noch wenige diefer Bilder, von denen dasjenige der Bridgewater Gallery D5sKä:I0DD8 
zu London CLord EllesmereJ am bekanntefien ift. Um fo zal11reicher lind die BYkädaHF;:;1ss 
Bilder, welche die Madonna, das Chriftkind und den kleinen Johannes zeigen.  
Von diefen fch1iefst die noch ganz Horentinifch gedachte vMadonna aus dem  
Haufe Albas: in der Petersburger Galerie sich in ihren fch1ichten Motiven an die Alba. 
vSchöne Gärtnerina an, während ihre RundsKompof1tion als folche zur Madonna 
della Sedia hinüber1eitet, wie lich die Entwürfe beider Bilder denn auch auf 
einem und demfelbenB1atte des LillerMufeums befinden. Den römifchen Hinters 
grund verräth die breiter aufgefafste Landfchaft des Petersburger Bildes, und 
unverkennbar römifchen Charakter trägt auch die Ruinen1andfchaft der vMas Di:JiH:r:v8 
donna mit dem Diademcc im Louvre zu Paris. Sehr fchön ist die  
Aldobrandinicc der Londoner Nationalgalerie, eine frei und grofs bewegte, AlZY3rans 
frifch und wahr gefärbte DarPcellung, welche durch die ftattliche Rundbogens  
l1alle, die f1e umrahmt, einen Zug monumentaler Würde erhält. Zu diefer 
Gruppe gehört aber auch das weltberühmte Rundbi1d der vMadonna  
Sedia:i im Pal. Pitti zu Florenz. Auf einem Seffel CsediaJ f1tzt die mit dem 
römifchen Kopftuche und einem buntgemufterten schultertuche angethane 
glückliche Mutter, blickt mit dem Ausdrücke zärtlichen Stolzes den Befchauer 
an und drückt den Knaben, der auf ihrem SchooiIse iitzt, feft und innig an 
f1ch, während der kleine Johannes mit anbetend gefalteten Händen feitwärts 
fteht und f1cl1 hier vom dunklen Hintergrunde abhebt: ein rein menfchliches 
Bild fiifseiten Mutterglückes, wunderbar fchön in9s Rund komponirt, prächtig 
in der Hotten und doch forgfaltigen malerifchen Behandlung. Nahe verwandt 
iPc die yMadonna della Tendakc in der Münchener Pinakothek Cnicht eigens  
händige Wiederholung in der Turiner GalerieJ. Der halb zurückgefcl1lagene  
Vorhang CtendaJ, von dem f1ch ihr edles Prof1l unter dem Schutze eines oranges 
farbenen Kopftuches abhebt, iPc grün, ihr Kleid hellroth, ihr Mantel blau; die 
Fleifchtöne find warm, das Kolorit Hi gefund, der malerifche Vortrag breit 
und f1cher. 3J Hier fch1iefst lich fodann die feierlichsfkrenge Kompof1tion der 
dsMadonna mit den Kandelaberncc im Befitze der Erben Munro zu London an. DI;1;ksä1F;svs 
Die beiden Kandelaber, welche hinter Maria7s Schultern brennen und die beis I1CaY;c3;s 
den Engelköpfe, welche hier an die stelle des kleinen Johannes treten, geben 
        

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