Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1241810
63o 
Buch. 
Viertes 
Abtheilung. 
anschloss. Es scheint, dass die Gemälde in diesem Sinne bestellt wurden; aber 
es scheint doch auch, dass Raphael für sigurenreichere Kompositionen des 
Die engen Anschlusses an feinen Meister noch nicht entbehren konnte. Hierher 
K,JJzuFIE,IZg gehört zunächst die Darstellung der Kreuzigung Christi beim Lord Dudley in 
DUd1eYs London, welche fast wie eine.zusammengezogene Wiederholung der grossen, 
gespreiZten Kreuzigung Perugino7s in S. Maria Maddalena de7 PaZZi zu Florenz 
 wirkt. 1J. Hierher gehört ferner das grosse Bild der Krönung Maria nebst 
Hm IHZIsE3n,seiner dreitheiligen Predella in der Gemäldegalerie des Vatikans, eine Dars 
 Heilung, zu der sich einige schöne Einze1studien von Raphaels Hand Ein Lille, 
ZMZZTJFen in Oxford, im British MuseumJ erhalten haben; es ist ein so sehr in Peruginols 
Geiste gedachtes Gemälde, dass es früher diesem zugefchrieben wurde, in WVirks 
lichkeit aber ein Werk, wie Perugino es nur hätte schaffen können, wenn er 
intensiver begabt gewesen wäre und sich weniger hätte gehen lassen, jedenfalls 
eins der herrlichsten Bilder der Uebergangszeit vom 15. ins I6. Jahrhundert. 
D3,;  Hierher gehört endlich vor allen Dingen das berühmte isSposaliZiocr der Breras 
sZTIaHII,I;n galerie zu Mailand, Raphaels Gemälde der Vermählung der Jungfrau, welches 
zu Mailand. beim ersten Blick fast wie eine von der Gegenseite genommene Kopie nach 
Perugino7s Darstellung desselben Gegenstandes im Museum von Caen 2J aussieht. 
Wenn man näher zusieht, entdeckt man aber freilich, dass Raphael alles vers 
feinert hat, von dem grossen Tempel, welcher hoch und mächtig den Hinters 
grund beherrscht, bis zu dem schlanken Jüngling, der im Vordergrunde seinen 
Stab zerbricht. Gerade dieses VVerk zeigt Raphael7s Ueberlegenheit innerhalb 
Dis des Stiles seines Meisters in glänzendstem Lichte sFig. 364J. Nicht erhalten 
              
13JIJ,,ZsJk tino, welches Raphael für S. Ag0stino in Perugia gemalt hatte; doch sieht man 
E1IJiYI,Je Entwürfe zu demselben in den Sammlungen von Oxford und Lille. 
äz2ph2tz21ss In Raphael7s florentiner Epoche, die sich, obgleich Raphael während 
oHx7ZkiTJk derselben wiederholt ausserhalb der Arnostadt arbeitete, von I504 bis I 508 ers 
skudie22z22ph itreckt, begegnen wir zunächst einigen Handzeichnungen, die von Interesse sind, 
AZZkIZZW weil sie Zeugniss von den Studien des jungen Meisters ablegen: SkiZZen nach 
Werken. Leonardo7s Karton der Reiterschlacht in Oxford und in Dresden, nach Micheli 
angelo7s David im British Museum. Zu Raphae17s ersten Gemälden dieses Zeits 
Da  raums gehört sodann die veränderte Wiederholung seines Louvrebildes des 
iEls;,gIZkJEkZ Ritters Georg in der Eremitage Zu Petersburg CFig. 365J, ein kleines Juwe1 an 
 Kraft, Leben und sorgfältiger Durchführung. Das Motiv ist hier viel abgeruns 
deter und lebendiger, als dort; und da es einem ReliefDonate1lo7s an Or San 
Michele entn0mmen,ist,3J so sehen wir gleich hier den direkten Einfluss der 
florentinischen Kunst auf Raphael. Auf Horentinischer Einwirkung beruht auch 
Das Hä3k,. das erste grosse VVandgemälde Raphae1s, welches wir kennen, die Freskos 
in s.s2vs;k0 darstellung der Verehrung der heil. Dreieinigkeit durch Kamaldulenser, welche 
Zu Perugia. er 1505 in der Kirche S. Severo zu Perugia gemalt hat. Die sechs Kamaldulenser
        

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