Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1241789
Die B1üthezeit der italienischen Malerei. 
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welches sie in der Rechten hält; der nackte Knabe auf ihrem Schoosse spielt Ma1zj:M 
mit einem Stieg1itz. Eine schlichte Landschaft füllt den Hintergru.nd. Dann sij:a;iF:kFs1. 
folgt die Darstellung der Maria mit dem Kinde zwischen den heiligen Frans uk2;:1yäi1:k0. 
ciskus und Hieronymus, ebenfalls in der Berliner Galerie;1J dann die vM8.d01M2s in F;;;1in. 
C0nnestabilekk in der Petersburger Eremitage,2J ein äuserst anmuthiges, schlichtes  
Bi1dchen, welches durch die Bewegung des unruhig gewordenen, in7s Buch isb5F;eks. 
der Mutkek gkejfex1den Christkindchens ein erhöhtes Leben und durch die zarte  
Winterlandschast des Hintergrundes einen stimmungsvollen Reiz erhält; und Ma1Zj;ma 
diesen Madonnenbildern, zu denen noch einige Entwürfe der Handzeichnungens  
sammlungen,3J wie die schöne Madonna mit dem Granatapfel in der Albertina ÄH;ec;1tei;a 
zu Wien, gehören, schliessen sich zunächst das Brustbild des keusch mit dem 2kö:Yi;;i. 
Diak0nengewande bekleideten hl. Sebastian in der städt. Ga1erie zu Bergamo 4J  
und der kleine segnende Christus in der Ga1erie zu Brescia an. In diese Epoche 1pn233cZ;2gi;u; 
gehören aber auch schon einige lebendige, kurze Geschichten erzäh1ende kleine BE i;1eie2Y; 
Heiligenbilder: die beiden Darstellungen des Erzengels Michael III und des .1wii::1Ys.ge1 
Ritters Georg im Louvre zu Paris. Der Erzengel hat sich vom Himmel herabs IT, pT,YF 
geschwungen, hat den rechten, mit überirdischer Schwere belasteten Fuss auf  
den Hals der Drachengestalt des Bösen gesetzt und holt zum Streiche aus, 
um ihn zu tödten; der heil. Georg aber sprengt in blanker Rüstung aus weissem 
Rosse durch die Landschaft und schwingt das Schwert über dem schnaubenden 
Drachen. Selbst kleine Darstellungen prosanen Charakters hat Raphael schon 
in dieser FriihZeit unternommen. Die interessanteste derselben ist als vTraum IT;  
des Rittersce bekannt und hängt in der L0ndoner Nationalgalerie: im V0rdersE1I sF;e1;ODs 
grunde einer reichen Berglandschaft schläft ein junger Ritter aus feinem N;;j:kFe1: 
Schilde; die ernste Frau, die ihm zu Häupten steht, hält ihm ein Buch und 
ein Schwert vor, die leichter geschürzte und heiterer geschmückte Frau zu 
seinen Füssen zeigt ihm eine Blume. Der Gedanke des Bildes ist demjenigen 
der alten A1legorie vom .Herkules am Scheidewege nahe verwandt, und die 
Möglichkeit, dass Raphael diese auch dem Mittelalter geläusige Fabel vors 
geschwebt habe, ist nicht von der Hand zu weisen. CI Uebrigens hat er dieses 
Bildchen, welches, wie z. B. die breiten Hände zeigen, einer Periode seiner 
Frühzeit angehört, in welcher er nicht von Perugino abhängig war, mit seinem 
Namen bezeichnet. Interessant ist aber auch Raphael7s kleine Darstellung der Izi;H;:i 
drei Grazien bei Lord Dud1ey in London. Diesem Bilde liegt offenbar eine bi3mdk.ocd 
Studie nach der antiken Marmorgruppe der drei Grazien im Dome zu Siena U W 
lJ Der mit der Feder gezeichnete Entwurf zu diefem Bilde befindet lich in der Albertina zu WVien. 
lTCMsOZiHzf glaubt, dafs Pinturicchi0 ihn gezeichnet habe: :oDie VVer1ce etc.cc, S. 36s, Li.itz0w7s Zeits 
fchrift XVI, S. 273 ff. Dagegen F. Lz:xJZsJ2;mm im Jahrbnch der prenfs. Kunfkfammlnngen II, S. 64. 
2J Der Entwurf im Berliner Kupfersl:ichlcabinet wird neuerdings von l,eJmoZi4;J CLützow7s Zeits 
fChkHk XVI, S. 250J für eine Arbeit Perngin07s erklärt. Das letzte Wort dürfte jedoch in Bezug auf 
alle diese angeführten Entwiirfe zu Raphael7sJ11gendbilder11 noch nicht gefprochen fein. 
III IV CHOR Fällen auf Raphael7s zahlreiche Handzeicl1nnngen hinznweifen, würde den Rahmen 
diefes Buches iiberfchreiten. Befonders zahlreich sind sie in den san1n1lnngen zu Oxford, zu Lille, 
der Ufkizien, des L0uvre, des British Museum, der Albertina u. f. w. vertreten. 
4I FÜk die EO11theit gegenüber vielfach geii11fserten Zweifeln LemmZi2;f im Repertorium V, S. t72s 
5J Diefes Bild erklärt Le7zYoZiezf ganz neuerdings CRepert0rinm V, S. I61J für das friihlte erhaltene 
Werk Raphaels. 
O C IX. P2xZ.s2k,1U Beiträge zu Raphael7S Studium der Antilce, Leipzig 1877, Si :3i 
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