Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1241693
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jenes Buch. 
Abtheilung. 
Neben allen diesen Fresken, Zu denen noch die ihres allegorischen Inhalts 
wegen interessante Darstellung Caesar7s mit der Thierwe1t, welche der Meister 
in P2zggi0 2 I521 in der MediceersVilla zu Poggio a Cajano malte, aber nicht vollendete, 
cMMi hinzukommt, schuf Andrea nun gleichzeitig im Laufe der Jahre mehrere 
Dutzend grossartiger Tafelgemälde, zumeist Altarblätter, von denen hier nur 
die bedeutendsten hervorgehoben werden können. 
 Den besten Ueberblick über feinen Entwicklungsgang in der Tafelmalerei 
imP21.Pikti. bieten die grossen Horentinischen Galerien, vor allen Dingen die PittisGalerie, 
welche allein genügt, den Meister kennen zu lernen. Hier befindet sich eins 
der besten VVerke feiner früheren Zeit, die 15I2 gemalte Verkündigung, 
welche vielleicht die schönste überhaupt gemalte Darstellung dieses Gegens 
standes ist, originell in der Anordnung der Figuren, köstlich abgewogen in den 
Linien der Pracl1tarchitektur des Hintergrundes, wunderbar zart in der mystis 
schen Empfindung, die sich mit berauschender Schönheit paart; hier befindet 
sich ferner die I5I7 vollendete Darstellung der Disputation verschiedener Heiligen 
über die oben in der Glorie schwebende Dreieinigkeit, ein Werk, in welchem 
der leuchtende, weichverfchwimmende Farbenduft des Meisters schon weiter 
ausgebildet, aber in fast Wunderbarer Weise noch mit festen Umrissen verbunden 
ist; hier die reizend komponirte heil. Familie von 1521; hier die beiden Bilder 
von I523, die grofse Beweinung Christi CFig. 360J und die Verehrung der 
Madonna, in welchen die Formen und Farben immer weicher und breiter 
werden, während der geistige Ausdruck sich schon etwas in allgemeine Schöns 
heitsschwärmerei verfliichtigt. Dem Pal. Pitti gehört aber auch der jugends 
fchöne, vis1onär durchgeistigte Johannes, welcher demselben Jahre zugeschrieben 
wird; ihm gehören noch zwei andere VerkLindigungen und zwei späte, ganz in 
Duft ausgelöste Darstellungen der Himmelfahrt Maria; ihm gehört die heil. 
Familie von I529, die feinen spätesten Stil in freiester Entfaltung zeigt, und in 
ihm kann man auch Andrea7s beste Bildnisse kennen lernen, zu denen z. B. 
das Doppelporträt eines El1epaar5 gehört, in welchem man vielleicht mit Recht 
den Meister mit seiner Gattin Lucrezia erkennt. 
l;i;A3s:1; Das religiöse Hauptbild des Meisters in den Uff1zien ist die 151y gemalte 
iMadonna delle Arpye, ein eigenthümlich strenges und Zugleich weiches 
Werk, welches die Jungfrau mit dem Kinde in einer Marm0rnische auf hohem, 
mit Harpyen geschmiickten Postamente zwischen dem heil. Franciskus und 
Johannes dem Täufer zeigt. Hier befinden sich aber auch die beiden reizend 
in weitem landschaftlichen Rahmen erzählten Geschichten Josephs auf zwei 
kleinen, ursprünglich zu Truhendecke1n bestimmten Tafeln; und unter Andrea7s 
Bildnissen in den Uff1zien ragt sein muthmasslich spätes Selbstporträt durch 
seine breite und doch eingehende Behandlung hervor. Endlich besitzt die 
in des akss Akademie zu Florenz das Bild mit den prächtigen Heiligengestalten, die Andrea 
          
Was man aufserhalb Florenz von Anclrea7s Hand sieht, ist verhältnissmässig 
in Pisa wenig; aber es sind doch einige Hauptwerke darunter; im Dom zu Pisa fünf 
in P:.xkis, herrliche Heiligenbilder CI524I; im Louvre zu Paris die Caritas CFig. 361J, 
die madonnenhaft aufgefasste Mutter mit drei Kindlein CI518J, dazu noch 
is. London. zwei heilige Familien; in der Londoner sNationalgalerie ein treffliches männs 
1iches Bildniss; im BethnalsGreensMufeum eine schöne Madonna zwischen Heis 
n Poggio 
cajano.
        

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