Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1241624
italienischen Malerei. 
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neuerdings die unter Sogliani7s Namen gehende Giirtelspende in der Akademie 
von Florenz zugeschrieben.IJ  
Dem Kreise Fra Bartolommeo7s gehört endlich noch J.w7zzzrxZo M: P;Jz1c2jrz Le3sjF;zi;2c12 
an, dessen Hauptwerk, eine Madonna mit Heiligen von 15II, sich im Dome J. 
von Volterra befindet. 
In selbständiger Grösse an der Spitze einer anderen parallelen Reihe slos Anäi;Ft: des 
rentinischer Meister steht x47ZrZ7wz xZeZ Fzz;sZo,2J welcher nicht nur neben Fra  
Barto1ommeo der bedeutendste der in Florenz anfassigen Meister der Blüthes 
Zeit ist, ja durch feinen weiteren Gesichtskreis dem ernsten Dominikaner übers 
legen erscheint, sondern überhaupt zu den grössten italienischen Meistern aller 
Zeiten gehört. Andrea war der Sohn eines Schneiders Namens Ange1o di 
FranceSco. Er wurde daher Andrea d7Angelo oder Angeli, in der Regel aber Sense But. 
nach dem Berufe seines Vaters Andrea del Sarto genannt.3J Am I7. Juli mcklWg. 
14864J in Florenz geboren, wurde er als Knabe zuerst zu einem Goldschmied, 
dann zu einem obskuren Maler in die Lehre gethan. Dieser gab ihn bald an 
Pier di Cof1mo Toben S. 185J ab, dessen Einfluss sich jedoch fast nur in Ans 
drea7s Landschaften bemerkbar macht. 1n weit höherem Grade entwickelte 
er sich am Studium der Kartons I.eonardo7s und Michelangelo,s und der VVerke 
Fra Bartolommeo7s, dessen Stil ihm schon durch seinen Freund Francia Bigio 
Cunten S. 621J, mit dem er anfangs zusammen wohnte und arbeitete, vermittelt 
wurde; und Andrea entwickelte sich zu dem freiesten und unbefangensten aller 
slorentinischen Meister dieser Reihe. Das sreisymmetrische Gleichgewicht und sein Kann. 
den edlen Linienflufs seiner pyramidal zugespitzten Gruppen hat er von Fra Bartos Charakter. 
lommeo; aber seine Gruppen find freier und beweglicher, als diejenigen dieses 
letzteren, feineTypen stehen, obgleich sie sich oft wiederholen, dem Modell näher, 
seine Erzählungsgabe ist leichter, lebendiger, eindringlicher. Seine koloristische 
Tendenz ist zugleich von Leonardo beeinflufst; das vSfumatoic ist ihm bereits ganz 
in Fleisch und Blut übergegangen; aber sein Kolorit ist heller, rosiger, heiterer,  
als das seiner Vorgänger; es ist infolge seines breiteren und Aüssigeren Fars 
benauftrags noch duftiger und zarter. Andrea ist der einzige Horentinische 
Kolorist, welcher seine Kompositionen von Anfang an in Farben denkt; er ist 
mehr Maler im engsten Sinne des Wortes als irgend ein anderer Florentiner. 
Selbst der Ausdruck seiner Köpfe wird durch die malerisch farbige Behandlung 
der Partien um die Augen, welche den Befchauer mit dunklem, mildfeurigen 
Glanze anblicken, wesentlich mitbedingt. Dabei ist seine Aufsafsung, obgleich 
auch er ausser Bildnissen fast nur religiöse Gegenstände gemalt hat, eher we1ts 
lich, als geistlich, manchmal etwas oberHächlich, in seinen besten Werken aber 
1J cmzw Ja. Czz72zzZmJeZZe, a. a. O. III, p. s16ss517.  JlJ77rZJzeF in feinem Vafari V, p. 132. 
2J ITt:Je27i CEcl. Mil.J V Cl880J. p. 5s72.  Bicm7i.s Notizie inedite della vita d7Andrea del 
Sarto etc., Florenz 183o.  ,4Zj72. zPkm2wmI: Andrea del sart0, Leipzig 1835.  P. ZlJmzz3, Andre 
del sarte, in der Geiz. d. BeauxsArts 1876, No. 234s235.  II. 7ez2zixJxJzxIÄs in Dohme7s 9KM1kk 
und Kiinfklerce IlI, No. 60. 
3J Gänzlicl1 ans der Luft gegriffen war die lange verbreitete Meinung, fein Fan1ilienname fei 
Vanns.1c:c:l1i gewefen. Sein M0nogramm M , früher A.V. entziffert, ist eben, wie lich heranSgeikellt 
hat, A. A. CAndreaS Angeld zu 1efen. 
4J Gegenüber der Entdeckung G. JlJiZszwJLr CVafari a. a. O. p. 62s64J in den Taufregilkern von 
Florenz bilden alle übrigen Angaben feines Geburtsjal1res Zuriickzuftehen. 
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