Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1241232
ita1ienifchen Malerei. 
Eine Reihe der besien Altare feiner mittleren Zeit besitzen die Kirchen von in Verce11i. 
Vercelli. Als fein oschönskes Tafe1bi1d:c aber gilt die Kreuztragung zu Canobbi0 in Ca:iobbio. 
am Lag0 maggiore. Das Bild zeigt allerdings neben der gedrängten, wirren 
Kompos1tionsweife, die dem Meister eigen ist, auch feine Vorzüge: lebendige 
ausdrucksv0lle Porträttypen unter den Henkern, liebreiZende Züge unter den 
Frauen, einen ergreifenden schmerzensausdruck im Antlitz und in der Geberde 
des zusammenbrechenden Heilandes; dazu eine äusserst gediegene Durchs 
fül1rung und eine gedämpfte, etwas, kühle, aber nicht unharmonifche Farbens 
tiefe, wenngleich die glatte Modellirung des Fleisches mit den grauen Schatten 
keine rechte Frifche des Gesammteindrucks aufkommen lässt. Hauptbilder  
der resoluten SpätZeit des Meisters find die isTaufe Christic: im Chorumgang von M8318Dds 
S. Maria presse S. Cels0 und die durch die Kraft ihrer Formen und Farben 
in die Augen stechende oMarter der hl. Katharinacc in der Brera zu Mailand. 
In der Turiner Galerie gehören die siGrablegungk: und die thronende MadonnaI11 TUTTI 
Zwifchen Mauritius und MartinuS zu feinen charakteriPcischPcen Werken. 1n7s 
Ausland sind kaum VVerke des Meisters gegangen. Selbst nach Rom und 
Florenz drang nur eine dumpfe Kunde feiner Bedeutung. Vafari wufste nichts 
weiter von ihm, als dafs er zu feinen Lebzeiten für einen tüchtigen Meister 
gegolten und einige Bilder in Mailand gemalt habe. 
Von feinen Schülern find 67i2zJc7JzJZ fZi fl7;zz7sZZc2 67ioi1.sI7w7zZ, den er in Vas C3xjf,ZZZod9 
rallo bildete, J.Zcs772zz7TZzijzx2 Liz7zziW, der in Verce1li fein Hauptfchü1er war und BJjJYk2JFFz. 
Ciozs. BUT. zZcsZZrx cZrzszz, der fich in Mailand an ihn anfchlofs, zu nennen. 1J cgjf;7sCEJH:. 
Miche1ange1o2J 
und 
feine 
Nachfolger. 
Die gewaltigfke lciinPclerifche Perfönlichkeit der gefammten christlichen Zeit  
ifi JlJzixJzZZxz7szgcsZo B2mm7JswZL, deffen Werke mehr als diejenigen irgend eines 
anderen Meifters die Anfchauung verbreitet haben, dafs die Kunst die Natur 
beherrfchen und f1e über f1ch fe1bft erheben, alfo ein ideales, geläuterteS 
Spiegelbild der WVirklichlceit fein f0lle. Durch feine ausgeprägte subjeks 
tivität tritt er in einen vollen Gegenfatz zu Leonardo da Vinci. VVähs 
rend diefer mit gr0fsartiger Objektivität das ganze Weltall umfafst, auf alle 
Erfcheinungen achtet und die kleinsten Einzelheiten auch der unbelebten Natur 
mit der grössten Liebe fkudirt und wiedergiebt, intereff1rt Michelangelo einers 
feits immer nur das Ganze, nie das Detail, andererfeits eigentlich nur der 
Menfch; und zwar der Menfch als f0lcher; auf die Gefchichte, welche er ers 
II NähereS über He bei .Colombo a. a. O. Cap. IX, XV, XVIII. 
2J Aeltere Literatur: P. J7o72i2i.s: Michae1is Angeli Vita; abgedruckt bei Springer am unten 
a. O. S. 489.  IJizJm77, Bd. Mi1anesi VII, p. I35ss4o4.  .sHlJxxmfx2 Ccsmii7Jf.s Vita di Michel 
Ange1o Buonarroti, Rom 1553; deutfch von R. Valdelc in den 22Quellenfchriftensc, VI, Wien 1874.  
Neuere Literatur: Qim:W;;zä7Ee sie C:cis2OJ: Histoire de la vie et des 0uvrages de Michel Ang., 
Paris 1835.  JIJ22z F. JJzz2jo7sxi.s Life of Michel Angel0, London 1858.  II. C7f22zm.7 Leben Mis 
chelangelo7s, Hannover, I. Aufl. 186o, 5.AuA. 1879.  Neues Material brachte G. MiZas2M,.r 1875 
erfchienenes XVerlc: Le lettere di Michelangelo Bu0narroti, coi ricordi ed i contratti artiStici.  Auf 
dem Boden dief6S ME1kEkI211S kleben Caufser der neuen Anklage von C7si2Jmz7.ss geistvollen: WerlceJ: Hase. 
GkJ27f.s Vita di Michelangelo, Florenz 1875 und .XluZ. s:tJsfy7geJ7.r vortrefflich zufa1n1nenfalTencleS XVerlc: 
RalTael und Michelangelo, Leipzig I878.
        

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