Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235811
Malerei 
Die niederländifche 
die VVerke der Barmherzigkeit darstellen. Das steinsarbige Bild auf den 
Aussenseiten der Flügel, Christus und die Pharisäer mit dem Zi11sgroschen, ist 
eine handwerlcsmässige Schülerarbeit. Es ist vermuthet worden, dass dieser 
Altar mit dem Gemälde identisch sei, das oRogier de la Pasturecc im Jahre 
I455 für Jean le Robert, Abt von SaintsAubert zu Cambrai übern0ms 
men und im Jahre I459 abgeliefert hatte U.  
Eine neue Redaction desselben Gegenstandes zeigt das Triptychon im  
Museum zu Antwerpen, das nach dem Wappen von Jean Chevrot, I437 bis 
I460 Bischof von T0urnay, gestistet wurde. Die drei Abtheilungen mit breis 
terer und höherer Mitteltafe1 stellen. wieder das Innere einer gothischen Kirche 
mit Trisorien und zierlicl1em Lettner, hier aber mit Seitenschisfen, dar. 1n 
der Mitte sind nur der Gekreuzigte mit Johannes und den vier. Frauen sowie 
die Messe am Altare, in den Seitenfeldern die übrigen Sacramente zu sehen. 
So können die einzelnen Scenen Ach viel freier, in s1ttenbildlicl1er Lebendigs 
lceit aus1eben. Anziehend ist z. B. die Trauung, ein hübsches Genrebild die 
Taufe, ergreisend die Beichte, bei welcl1er der milde Zuspruch des Priesters 
so schön das Vertrauen eines zerknirschten Alten weclct2J. 
Noch Jahrzehnte lang nach dem Tode Rogier,s wurde in seiner Manier NRFHiFkss 
mit möglichstem Anschluss an seine Motive von verschiedenen Kräften sorts ablegen 
gearbeitet. Da einer seiner Söhne, Feder, geboren I437, und ein Enkel, CT0.ss 
wies: Um der IXIZeJxzZm, geboren um I465, später in Antwerpen ansässig und 
noch 1535 thätig II, ebenfalls Maler waren, ist möglich, dass einiges von solchen 
Arbeiten auf die Rechnung dieser Familienmitglieder kommt, aber in keinem 
einzigen Falle gibt es eine Bestätigung dafür O. 
Die 
Ho1länder 
und 
Dirk 
B0uts. 
In den nördlichen Pr0vinzen war Haar1em der Sitz einer 
Schule. Zwei dortige Meister nennt Care1 var: Mander, z4ZZWOZ 
II Urlcundliche Notiz beim Grasen L. ils Lnäo77Ze a. a. O. l, F. LlX.  Die Vermutl1ung, von 
Ji77zXscsZ angeregt, wurde von PIJcizge;z ausgenommen. Aber die Gegenstände jenes BildeS für Carnbri1.i 
werden urkundlich nicht genannt, es wird nur erwähnt, dass es VII huyst0iresu enthalten, und das 
würde stimmen: acht auf dem Mittelbilde, Zwei aus den Innenseiten, eine aus den AusSenseiten der 
Flügel; dann werden die Masse angegeben: 6I,72 Fuss Höhe, 5 Fuss Breite. Der Altar in Madrid ist 
aber bei geschlossenen Flügeln m. 1,96 breit, die Flügel sind ebenso hoch, das Mittelbild ist jetzt nur 
1,73 hoch, hat indessen eine Verl;leinerung erfahren. so stimmen die Masse nicht vollkommen. 
2I FiizArr, Denlcmale IX.  Mittelbild bei DicZ7wi., Ann. archeol. XXI, zu S. 24l.  Von Cm2c2e 
und ccz7iaJmJksZZx mit Unrecht bezweiselt. 
3l Er malte und stiftete im Jahre I 535 ein Triptychon in die Abreilcirc:he zu Tongerloo, aus dem 
eine Inschrift über seinem Bildniss sein Alter auf 7o Jahre a11gab und als seinen Grossvater Rogier, 
den Apelles seiner Zeit, erwähnte. Das VVerlc selbst, das den Tod, die Himmelfahrt und die Krönung 
Marias, aus den Flügeln die Verlciindigung und Christi Geburt, aussen die Kreuzigung und Cwahrscheins 
licl1J die Messe des heiligen Gregor enthielt, ist verschollen. Vgl. Eil. FZZi.s: sur un triptyque du 
musee de Bruxelles attribue par erreur Ei GoSwin van der Weyden, Bulletin des commis5i0ns roya1es 
    
4J Früher war sur Bilder dieser Art die collectivbenennung olBc2gszJs Am: day IXIXe;m7erz May Jii72s 
Fries: im Gebrauche, aber dieselbe ist unbedingt zu verwersen, da erst Goswien,s Sohn, der 1528 in 
die Zunst zu Antwerpen ausgenommen wurde und noch 1538 daselbst vorkommt, den Namen Ä7oFfs7 
führte.  Vgl. LZw2 vie JZmsZmse: Documents bi0graphiques inedits sur les peintres Gossuin et Roger 
van der Weyden le jeune. Bulletins de 1lAcademie de Belgique, 2. serie, XlX, Bruxelles 1865, S. 354s
        

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