Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240842
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Vjertes 
Buch. 
Abtheilung. 
Zweiter Abfcl1nitt. 
in Karre1, Bilder. feiner Hand bef1tzt die Kaffeler Galerie: No. 40, Christus als Gärtner von 
1507 CFig.322J, früher unbegreiilicherWVeife vSchäufelinee genannt, und No.58, die 
Verehrung der hl. Dreieinigkeit mit dem Monogramm und der Jahreszahl 1523. 
in 13ek1i21, Drei feiner Bilder befinden sich im Berliner Mufeum; noch nicht aufgestellt 
ein grofses Breitbild mit einer Donat0renfamilie von I506; ferner No. 607, ein 
 Flügelaltärchen, deffen Mittelbild Maria mit dem Kinde zeigt, und No. 604, ein 
in zwecks Hochbild mit scenen aus dem Leben eines Heiligen. Im Amsterdamer Mus 
am, feum ist feit kurzem die Darstellung Saul,s bei der Hexe von Endor mit dem 
Mon0gramme des Meifters und der Jahreszahl 1526 Cnicht I5o0, wie falfchlich 
Im H8sgs restaurirtJ aufgestellt. Ein bezeichnetes Bild Jakob7s besitzt die Haager Galerie 
in ihrer I 524 gemalten Salome. Endlich haben wir als hervorragende VVerke 
II WITH. Jakobs den prächtigen Hieronymusaltar von I51I im Wiener Belvedere III, I, 47J, 
in Nsspels und die Geburt Christi von I5I2 im Neap1er Mufeum IV, 3IJ zu nennen.1J 
Wenden wir uns von Amsterdam nach Utrecht, fo treffen wir hier zunächst 
einen Meister, den wir nur im Vorübergehen nennen können. Er hiefs JVxzJeo5 
Um ZJZ27c:JzZ, zeichnete sich JacobuS Trajectenf1s, wurde I506 Meifter der Ants 
JJEtJl;c;:I1 werpener Gilde und war, wie fein smännlicheS Porträt von I523 in der Berliner 
Galerie beweist, ein tüchtiger Bildnifsmaler.  
Der stolz Utrecht7s in diefer Zeit, obgleich kein Utrechter Kind, war 
XII; Am FmJzsZ CSchoreel, Schoorl, Scho0rleJ,2J der feinen Zeitgenoffen als 
eigentlicher Bahnbrecher auf dem Gebiete der Nachahmung der Italiener galt. 
zjJr;kII Da er jedoch noch im II. Jahrhundert geboren wurde und eine entfchieden 
germanistifche Jugendepoche hatte, müffen wir ihn fchon hier kennen lernen. 
Sein Name ift der Name des Dorfes bei Alkmar, wo er 1495 geboren wurde. 
Sein erster Lehrer war XVillem Korneliffen zu Haarlem, fein zweiter Meister 
war jener Jakob Korneliffen zu Amsterdam, den wir kennen gelernt haben. 
Um Mabufe7s Lehre theilhaftig zu werden, ging er nach Utrecht, wo der 
SsEss LsbOsss Meister Von Maubeuge sich damals aufhielt. Später wanderte er nach Nürns 
berg, wo er sich durch Dürer beeinfluffen liefs. Als aber die Reformation 
in Nürnberg eingeführt wurde, zog er sich nach Kärnthen zurück; und hier 
hat sich in der That, in der Kirche zu 0bersVellach in Oberkärnthen, fein 
frühstes Cvon I 520 datirtesJ bezeichnetesWVerk, ein prächtigerFlügela1tar, erhalten, 
welcher noch deutlich genug den Einflufs Jakob Korneliffen7s und Dürer7s verräth.3J 
SOE3jJHHJHN Aber scorel pilgerte noch weiter. Er befuchte Venedig und Jerufa1em und 
Vs1lsChs fetzte sich fchlief8lich eine Zeitlang in Rom fest, wo er unter Hadrian VI., 
feinem Landsmann, Kustos der päpstlichen Antiken wurde. Hier ging er denn 
auch zu Michelangelo und Raphael über. Spätestens 1525 finden wir ihn wieder 
in feiner Heimath. Jetzt malte er in der Kirche zu VVarmenhuizen bei Alkmar 
eine Reihe noch erha1tener4J Temperabi1der aus dem alten Teftamente, welche 
II Ueber noch andere RVerke des Meisters und feine sti1wandIungen: .5rlze7ZZey a. a. O. S. 9.18. 
2J Die au5führ1icl1lke ä1tere Befprechung bietet wem l1Jk:i2zz7eJ9.p sc11i1derboek.  Das Jahrbnc11 der 
preufS. Kunfkfamm1ungen Ell, 1881, Heft lVJ enthält einen Auffatz über Sco1se1 von C. 72xJli mit 
einem VerzeichnifS feiner VVer1ce von UT Basis und L. Fxlzefz3ZeJs. 
3I Abgebi1det bei 77;JZi, a. a. O. S. l98.  Vgl. den NederIandscl1e K11nfkbode I881, No. 3. 
4j Man fehe J. XI. C7727citLc Anmerkung zur englifchen Ausgabe von WaagenIs Hanc1buch L1874J 
I, ps 235i
        

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