Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240821
534 
Buch. 
Wertes 
Abthej1un g. 
Zweiter Abschnitt. 
,1zi1dek der Villa Borghefe bei Rom, die Anbetung der Könige im BuckinghamsPalace 
isni.F:ZiFk2, zu London, II auch wohl eine bezeichnete Kreuzigung bei Herrn Konful Ed. F. 
 VVeber in Hamburg. Als fpätes, vielleicht letztes 0elbild des Meisters ist ends 
lich das I53I vollendete Werk zu nennen, deffen Mitte1bild die Heilung des 
Blinden in fchöner, tiefgestimmter Waldlandfchaft darstellt. Van Mander nennt 
Das und preist es in allererfier Linie. Es gehört gegenwärtig zu den Zierden der 
PMkEJ1b.I7geY Petersburger Eremitage. 
Lukas W, Einen befferen Ueberblick über den Entwicklungsgang Lukas van Leyden7s 
LFZEIzIZss als feine Gemälde, geben uns feine Stiche. Bartfch und Paffavant zählen ihrer 
zufammen 17j Nummern. 2J Für die Entwicklungsgefchichte der Technik .des 
Kupferstiches ist Lukas van Leyden freilich nicht epochemachend wie Dürer, 
deffen Handhabung des GrabPcichels und der Nadel er sich aneignete. Doch 
zeichnen feine Blätter f1ch ihrer technifchen Qualität nach durch eine feins 
fühlige Behandlung in einem zarten grauen Tone aus. VVichtig für die Ents 
 wicklungsgefchichte des MeiPcers sind sie befonders ihrer Formengebung nach. 
FHzh2 Die Blätter, die noch feinem Knabenalter angehören, zeigen dürftige, eckige, 
Blätter. oft geradezu häfsliche Formen, manchmal auch fchon manierirt lange Gestalten, 
wie sie damals hie und da Mode wurden, zugleich aber ein anerkennenswerthes 
streben nach geisiigem Ausdruck. Hierher gehören die Aufcrweckung des 
LaZarus von I508 CBartfch No. 42J, die Verfuchung des hl. Antonius CFig. 320J 
und die Bekehrung Pauli von I509 iB. II7 und I07J, die grofse Aus1lellung 
13zzkkek Christi CB. 7IJ und das Milchmädchen von I510 CB. I58J. In feiner mittleren 
felZIF,J  Zeit gab Lukas die religiöfe Wärme preis, um f1ch einer fpezififch ho11ändis 
fchen, markigen, manchmal bizarren Auffaffung hinzugeben. Zugleich werden 
die Formen voller und freier, die Kompositionen grofsartiger. Genannt feien: 
Die Anbetung der Könige von I5I3 CB. 37I, der hl. Hieronymus von I5I6 CB. 
II3J, der grofse Calvarienberg von I5I7 CB. 74Z, Esther vor Ahasver von I518 
seix1eHkeikn2x1 CB. 3IJ. Kurz vor und noch einige Zeit nach I 520 wetteiferte Lukas erfolgs 
Blätter. reich mit Dürer, den er an unbefangener Formenauffaffung manchmal übers 
trifft, an Tiefe der Empfindung und Gründlichkeit der Durchbildung aber nies 
mals erreicht. Hierher gehören: Maria Magdalena von I5I9 iB. I22J, der närris 
fche Alte mit dem Mädchen von I520 CB. I50J, das berühmte Bruftbild Kaifer 
Maximilian,s von I520, welches K. v. Mander für Lukas fchönften Stich ers 
klärte, die Paff1on von I521 CB. 43ss56J, die Madonna von 1523 CB. 84J. In 
den Genrebildern von I523 und 1524, welche den Zahnarzt LFig. 32IJ, den 
Chirurgen und die beiden Muf1kanten darstellen CB. I55sI57J verbindet f1ch 
die kräftige, breite Formenauffaffung mit realiskifcher Charakteristik zu einem 
hübfchen, lebendigen Gefammteindruck. Im Jahre 1525 stach der Meifker fein 
fchon leidend ausfehendes Selbslporträt. Noch fpäter gab er sich ganz der 
gzzk,e,;,, italienifchen Richtung gefangen. Marc Anton hatte es ihm angethan. Wenn 
 auch manche Blätter dieser Art, z. B. Mars und Venus von I530 CB. I37J, nicht 
 ohne Formengröfse koncipirt sind, fo verfallen die meisten doch einem vollen 
Manierismus. Abfchreckende Beifpiele der Art find der Sündenfall LB. 9J, der 
erste Brudermord CB. 5J und Adam und Eva über Abel7s Leiche CB. 6J von I529. 
U Vgl. J. P. Richter in der Kunftchronik XVI, E 
2J l5izyZjxJz, Peintre graveur V1I, p. 33tg434.  
iKunfk und Kiinlk19ra Bd. 1, No. 15 u. 16, S. I3ss2t. 
lPoJe;7Zseyg
        

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