Volltext: Die Malerei der Renaissance (Bd. 2)

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Buch. 
VierteS 
Ab theilung. 
Zweiter Abschnitt. 
Stuhlmacher, 1520 starb, noch am 2I. Juli I53I genannt. Er gehört zu den 
Meistern, welche in der Gefammtanordnung noch der alten Schule folgen, 
aber durch Architekturen von entschiedener Renaifsance, durch rundlic11ere 
Körperformen und durch eine hellere, kühlere Farbengebung in den Stil 
sein H2ppk. des I6. Jahrhunderts. übergehen. Sein beglaubigtes Hauptwerk, welches 
N0YkTIiJTi9s nach mannichsaltigen schickfalen und zeitweiliger Zertheilung jetzt in der 
Zu Douai. Kirche NotresDame zu Douai wiederaufgestellt ist,7J ist ein Altarfchrein, der 
ursprünglich Eigenthum des Klosters Anchin war. Sein Hauptbild stellt die 
imXXH1F;ml1l. Dreieinigkeit dar. Von den Bildern, die ihm im Museum zu Douai Zuges 
2kkD0usi, schrieben werden, find zwei Flügel eines 1526 vollendeten Altarwerkes, welche 
Scenen aus dem Leben J0achim,s und Anna7s darstellen, eigenhändige Arbeiten 
des Meisters. Für feine besterhaltenen WVerke hält der Verfasser Zwei Triptys 
Kai3s1ed3ka1e chen, die er in der Kathedrale zu Arras gesehen. Auch das Altarwerk der 
 Berliner Galerie CNo. 641J, dessen Mittelbi1d das jüngste Gericht darstellt, zeigt 
   
Jsax2 Pksv0st. Aus Mons im Hennegau war XVIII P;sx27mjZ gebürtig, welcher sich zwischen 
I493 und 1494 in Brügge niederliefs und I529 dort als angesehener Meister 
starb. 2J Nach dem beglaubigtermassen von ihm gemalten jüngsten Gericht in 
der Brügger Akademie dürfte es möglich sein, fernere Bilder seiner Hand Zu 
entdecken. Das Brügger Bild zeigt zwar keinen Meister ersten Ranges, wohl 
aber einen Künstler, welcher nur mit Widerstreben von einigen Freiheiten der 
neuen Zeit Gebrauch macht und auch durch das innige religiöse Gefühl im 
Ausdruck seiner Köpfe den Anhänger der guten alten Zeit verräth.  
pze,k.2 Auch der Namesdes Meisters PzknEe zZZ.r JiJszzZ.s, von dem die Münchener 
des wies. Pinakothek ein grosses, von I5I7 datirtes und bezeichnetes Flügelwerk mit der 
KreuZigung als Hauptbi1d besitzt, deutet auf feinen Ursprung aus den frans 
zösifchen Niederlanden. Aber sein Stil zeigt in Formen und Farben eine nahe 
Verwandtschaft mit dem Kölner Meister des Altares der hl. Sippe Toben S. 99 
u. S. 488J, und das Bild stammt in der That aus einer Kölner Kirche. 
FkaNY;;5errrche Endlich müssen in diefem Zusammenhange die Meister cYo2xc2Z, deren Wirks 
Jeh;m samkejt Frankreich angehört, besprochen werden. Den Maler ,7eÄrZ7z c7ozmz, 
Clown genannt ,7eJzx27sz7zksZ oder JVkz72zsZ, welcher spätestens seit I518 Hofmaler König 
seine Franz I. von Frankreich war und 154o starb, bezeichnen gleichzeitige Urkunden 
HekkW.ti ausdrücklich als Ausländer. Alles weist darauf hin, dass er geborener Nieders 
sein Leben. länder gewesen. Beglaubigte Werke dieses hochgefeierten Bildnissmalers haben 
s1ch nicht erhalten; doch werden die alterthüm1icheren Bildnisse im Stile feines 
sogleich zu nennenden Sohnes ihm wahrscheinlich mit Recht zugeschrieben. Es 
sind Bilder von schlichter, aber aufserordentlich delikater Behandlung, von 
grosser Zartheit der Empfindung und liebenswürdiger Feinheit des f1lbergrauen 
ssik2swek1ce Tones. Hier ist das auf Pergament gemalte, miniaturartig durchgeführte Reiters 
in Florenz, bildniss Franz I. in den Uff1zien zu Florenz CFig. 317J, hier ist das auf Holz 
II Abgebi1det auf einer Reihe von Tafeln im X. Bd. von Ernkk Förfier.s Denkma1en deutscher 
Kunst. 
2J JzmzeI.s Male: cata10gue de 17acadcsEmie de Bruges, 1861, p, 27, 
3J Osmia Lärm rZe ZLe1Fe2nZe.s La renaissance des arts ä1a cour de France. Paris t850, I, P. 13 ff. 
 XI FxlcmmJe, Gefchichte der bi1dende11 Künste, Bd. VIII CI879J S. 332.34I,
	        
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