Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240707
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Wertes Buch. 
Abtheil11ng. 
Zweiter Abschnitt. 
nadeln, die uppigen Baumpartien, die weiten Flufsthalperfpektiven feiner enges 
ren Heimat vergröfserte, vermehrte, durch einander schob und mit hoheii 
Meereshorizonten und wilden Alpenliöhen in Verbindung setzte. Dafür aber 
übertraf er jene anderen Meister in der Konsequenz, mit welcher er die Lands 
fc1iaftsbilder mit religiöser Vordergrundstafsage zu feinem Spezialfache machte. 
Schon Dürer, der ihn I520 und I52I in Antwerpen besuchte, nennt ihn fchlechts 
hin ssJoachim, den guten Landfchaftsmalercc; und wenn die Gefammtwirkung 
feiner Bilder auch felten eine glücklich abgerundete und abgetönte ist, viels 
mehr die landschaftliche Komposition bizarr, der blaugriine Ferneton kalt und 
rnonoton erfcl1eint, so zeichnen sie sich doch durch eine Fülle wahr und warm 
empfundener Einzelpartien, durch eine noch ganz an die van Eyck7fcl1e Schule 
anknupfende lcörnige und kernige Behandlung des getupften vBaumfchlagsck 
bJgYcsh;s;F;n und durch eine sorgfältig eindringende Pinselfuhrung aus. Vier mit Patinir7s 
i3ikiek Namen bezeichnete Bilder geben den Mafssiab für feine Beurtheilung. Das 
in A22:wek. eine von ihnen beHndet sich im Antwerpener Museum. Es stellt nur links 
Den, vorn in ganz kleinen Figuren die Flucht nach Aegypten dar; im übrigen fesselt 
uns links der VVeg, der f1ch zu schroff ifolirten grauen Felsen hinanschlängelt, 
rechts der Bick in,s Thal mit der Mühle am schwanenweiher; und mächtige 
Gebirgsstöcke schliessen zur Linken, das offene Meer schliefst zur Rechten den 
in Wien. Hintergrund ab. Das zweite diefer Bilder befitzt die VViener BelvederesGalerie 
CFig. 3I5J. Es zeigt die Taufe Christi in barocker Berglandfchaft. Das dritte 
bezeichnete Bild Patinir7s ist eine wohlerhaltene kleine Landfchaft mit dem hl. 
is K2kiskui1e, Hieronymus in der Karlsruher Kunfthalle, das vierte iPc die Verfucl1ung des 
in iu2dkid. hl. Antonius in der Madrider Galerie.1J Diefe beglaubigten Bilder Patinir,s 
machen es möglich, ihm noch eine Reihe anderer mit Sicherheitzuzuschreiben. 
seine iibris Die meisten von ihnen besitzt die Madrider Galerie. Von den sieben Nummern, 
FInixi:ZsrsiTil die Madrazo7s Katalog sI878J ihm zufpricht, können wir jedoch nur die f0lgens 
den vier als eigenhändige Arbeiten Patinir7s gelten lassen: No. I523, die fchon 
erwähnte, bezeichnete Verfuchung des hl. Antonius in romantifcher Felfens 
wildniss; No. 15i9, die baumreiche, üppige Landfchaft mit der Ruhe auf der 
Flucht nach Aegypten; No. I522, die Berglandfchaft mit dem hl. Hieronymus 
in der Felfenhöhle; No. I524, die Darstellung des Paradiefes und der Hölle. 
Seine Bilder Diefen Bildern reiht ficl1 die kleinere Landfchaft mit der Ruhe auf der Flucht 
iWi,kiie;3Fä1;:;. nach Aegypten in der Berliner Galerie, die durch lebendig bewegte Figuren 
LiF:ei;3s. ausgezeichnete Kreuzigung der Galerie Liechtenstein inWien svergrösserte Kopie 
, oder Wiederholung in der Münchener PinakothekJ, ein grofser Altar mit der 
ik113sk1i:2 Ruhe auf der Flucht nach Aegypten im Besitze des Herrn Dr. Bernstein 
.OiigiJ,m. in Berlin, eine sehr hübsche, mit zierlicher Jagdsiaffage ausgeftattete Lands 
mzZZZfsZs.en schaft bei Herrn Wefendonck in Dresden, und wenigstens ein echtes Bild in 
 der Sammlung Henry zu Dinant an. Zweifelhafter find die Bilder der Londos 
;,,UjIFIIs,3Z,; ner Nati0nalgalerie; doch könnten die grofse KreuZigung und die Darstellung 
CN3ts.C3Us des Johannes auf Patmos von Patinir felbsi gemalt fein. 
Hek2sikik Eies. An Patinir fchlofs sich JJmi277sz7c BE: 2J an; aber nur an feine Landschaften; 
1J Der Verfasser hat die sarg lädirteJ Bezeichnung dieses letzteren Bildes allerdings vergebens gesucht, 
aber L. FM.e7ZZe7s hat sie gefunden und ihm mitgetl1eilt,  
2J IXcm J1fzzmJes fagt, i1met de blescc sei seii1Beinaine gewefen, den er von einem weifseii Haars 
büfchel sueeii witte vlok of bles l1airciJ erhalten habe. Diefe Ableitung erfcl1eiiit fchon sprachlich
        

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