Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240643
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Viertes Buch. 
Abthei1ung. 
Erster Abschnitt. 
wahrt er sich eine gewisse wiirdige Zurückhaltung; die Landschaften zeigen 
noch die Behandlung der van EyckTchen Schule, und in den Figurenk0mpos 
sitionen tritt das Fremde doch selbständig verarbeitet zu Tage. Die anmuthis 
gen Gestalten, die edlen, ovalen Frauenköpse, die ernst durcl1dachte Geberdens 
sprache erscheinen ebensogut als fein Eigenthum, wie das kalte bräunliche 
Roth der Fleifchtone Cbesonders bei MännernJ und der durch dasselbe bedingte, 
nicht unharmonische, aber auch nicht eben anziehende schwere Gesammtton 
Bilder feiner ziemlich breit und derb gemalten Bilder. Das Hauptwerk dieser mitts 
in Bküske1. leren Zeit Orley7s ist das bezeichnete und von 152I datirte Triptychon der Brsjss 
se1er Galerie, dessen Mittelbild die PrLifungen Hiobs darstellt; und ihm schliesst 
sich die Beweinung Christi in derselben Sammlung an. Zu feinen schönsten 
 Bildern dieser Epoche, die der Verfasser gesehen, gehört die hl. Familie im 
 Besitze Lord Scarsdale7s zu Keddleston Ha1l bei Derby; und mit Recht bes 
  rLihmt ist die nach einer Komposition .Leonardo da Vinci7s ausgeführte Ruhe 
mLWekDMs auf der Flucht nach Aegypten in der Royal Institution zu Liverpool. II 
oskt1iYZTri1;ä:re In den keineswegs seltenen Bildern seiner letzten Epoche endlich merkt 
man die Absicht, den Stil der römischen Schule nachzuahmen, in aufdrings 
licherer Weise. Das beglaubigte Hauptbild dieser Art ist das jüngste Gericht 
AHk1;i:lkp;1; mit den WVerken der Barmherzigkeit im ElisabethsHofpital zu Antwerpen. Ein 
izweites Hauptwerk ist der Altar mit doppelten Flügeln in der Marienkirche 
in Lsibec1c. zu Lübeck, dessen inneres Mittelbild die Verehrung der hl. Dreieinigkeit dars 
stellt. Von Galeriebildern seien nur noch das Rundbild der hl. Familie in 
in Dresden, der Dresdener Sammlung, die Disputation zwischen einem Bischof und einem 
is 1iiiiuchsn,Ketzer in der Münchener Pinakothek CNr. 651, im Markgraf7schen Katalog 
richtig Orley genanntJ und zwei Flügel der Briisseler Galerie CNO. 79, datirt 
in i3kiirs2i. i528, dort yunbekanntciJ hervorgehoben. Echte Bildnisse seiner Hand besitzt 
die Brüsseler Galerie.  
ok1syss Sein herv0rragendes Kompositionstalent kam B. van 0rley auch bei seinen 
TapeW. Entwiirfen für die Briisseler Fabriken gewebter Wandbehänge zu Hatten. Die 
Tapeten mit kaiserlichen Jagden, welche er nach van Mander für Karl V. 
ausgeführt, sind seit kurzem im Louvre zu Paris ausgestellt. Verschiedene der 
nach feinen Entwürsen angefertigten Teppiche befinden sich in Madrid. 
D22s ii1eitiek Als Schüler Barend van 0rley7s haben wir den JlJeszJZZ72 rief zWzZZzic,ke7z J:JxZZFs 
..,ezkH1fZks,, jzJg7x7772 anzusehen, dessen Namen wir nicht kennen. Waagen 2J hat ihm mit 
bWbH3UM. Recht eine Reihe weiblicher Halbsiguren ausgesprochen raphaelischen Charakters 
zuerkannt. Aber auch der grosse KreuzigungssAltar der Turiner Galerie, 
welcher dort unter 0rley7s Namen geht, muss ihm zugeschrieben werden. 
Jsp W, Unter dein Einfluss der späteren Bilder 0rley7s steht auch ,7msz Um EiZZzzk7s: 
RIuMi der Löwener Meister dieser Zeit, der nur als Monogrammist bekannt war, bis 
 van Even 3J seinen Namen entdeckte und einige Nachrichten über ihn brachte. 
 Er starb 1568. Passavant 4j keimt fünf Kupsersticl1e seiner Hand. Seine Haupts 
 befinden sich im Rathhause und in der Peterskirche zu Löwen. Eine 
1J Vgl. Wmxgm, Treasures of Art 11I, p. 392 und II1, p. 236g237. 
2I Z. B. Kunlkdenkmä1er in VVien, I, S. 324. 
3I Histoire de la peinture de Louvain, friil1erer Abdruck im Me5sager 
s3I3, 3I5s316. 
4J Peintre graveur III, S. II. 
sciences, 
1864:
        

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