Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240543
Die 
6fierreichifchen 
Maler. 
Fkemd7 In den Ländern, welche heute die öfterreichifchsungarifche Monarchie bils 
siiitiFkekreiiYi1. den, ist die erfte Hälfte des I6. Jahrhunderts arm an einheimifchen I,eiftungen 
der Malerei. Für beffere Gemälde wurden vielfach fremde, vor allen Dingen 
Nürnbergifche Hände in Anfpruch genommen. So fanden wir Hans Suefs 
P01es. von Kulmbach Toben S. 405J in Krakau thätig; die Bilder der einheimifchen 
wePcpo1nifchen Maler unter deutfchem EinAufs aber, welche in jenen Gegenden 
erhalten find, werden als fehr mittelmäfsig gefchildert: fchematifch in der Grups 
pirung, jedoch erkennbar an nationalen Anklängen in Typen und Trachten. U 
nahmen. So deuten die in Böhmen erhaltenen Gemälde diefer Epoche vielfach auf Nürns 
bergifchen Urfprung hin, und es findet sich 1slceine Spur davon, dafs jetzt etwa 
Tyr01s eine fpecif1fch cZechifche Kunftrichtung aufgetreten wäre;cc2J und felbft in Tyrol, 
wo im 15. Jahrhundert ein Meifter von der. Bedeutung Pacher7s Toben S. I27J 
thätig gewefen war, fehen wir zwifchen 1516 und I528 im Kreuzgang des Frans 
ciskanerklofters zu Schwaz 22, leider zum Theil zeritörte Gemälde aus dem 
Leben Jefu entstehen, deren Stil den Einflufs Dürex7s zeigt.3J Doch ging aus 
Pau1IJax.Tyrol um diefe Zeit PzzzzZ Dass Cgeb. 1503, geil. I561J hervor, ein vielfeitiger 
Meister, der fchon 1526 einen Namen als Maler hatte, feit I530 als Glasrnaler 
Tüchtiges leiftete, z. B. um I540 GlaSgemälde für die Hofkirche zu Innsbruck 
ss12hukg. fchuf, fchliefslich aber zur Bauls;unft überging.4J Auch in Salzburg laffen lich 
aus der ersten Zeit des I6. Jahrhunderts eine Reihe von Malern nachweifen, 
die jedoch mit den erhaltenen, zwifchen fränkifchen, fchwäbifchen und italies 
nifchen Einflüffen hins und herfchwankenden Gemä1den nicht in f1chere Bes 
ziehung zu fetzen find: das Altärchen von I523 aus der Salinenlcirche zuReichens 
.xv.ekk.e mik hall, jetzt im Nationalmufeum zu München, zeigt fchon ein entusickeltes italies 
MiEiZi1fkii1rTm nif1rendes Renaiffancegefühl.5J Aus 0efterreich PtammendeWVerlce, welche deuts 
 lich den Einflufs Mantegna7s zeigen, bef1tzen die Galerien von Schlejfsheim 
H,  und Augsburg. In VVien war zu Anfang des Jahrhunderts noch der Meifter 
Rueland Coben S. 127J thätig. Die Kaifer, deren fiändige Ref1denz dazumal 
H0km2,1sk VVien noch nicht war, hatten zum Theil auswärtige Hofmaler. Als Hofmaler 
der Kalten Ferdinand7s I. taucht aber ein echt öfterreichifcher Meifter auf, der in manchen 
Beziehungen an den Beginn einer Gefchichte der neueren Malerei in 0eflers 
II  clie Krakauer Malergilde im XV. U. XVI. Jahrhundert in den Publikatio11en der 
Krulcauer Alcademie der Wissenschasten, nach den Mittheilungen des Instituts für ösl:err. Gescl1ichtSs 
forschung 1881, S. 160 if. 
27 XV. PzMgeisZ: Notizen zur Geschichte der Malerei in Böhmen. Quellenschristen XIII. CI878J 
S. 5og51. 
3I Noch im 8. Bande von FxJUmrzJe,x Geschichte der bil4lenden Künste Lt879l werden sie für 
XVerke des Nürnbergers Czz.rz5uy JcoJmzJmZws erklärt. Man vgl. besonders B .FMZijvJ in den Mittl1eis 
hingen der li:. k. Centra1commiss1on 1863 CVIll, S. I08 fs.J. Allein schon I86s hat D. .FtJwmJzeJ7 
in derselben Zeitschrift S. XX1sXXIV eine Entgegnung verösTentlicl1t, nach welcher wir den d;si.irs 
nehmen:c Niirnberger casp. Rofentl1aler nur noch als Bauherrn des Klosters und Stifter der Bilder, 
nicht mehr als Maler ansehen können. 
4I D. .FtXmmJZe7T im Archiv für Geschichte und AlterthI.1mSlcuncle Tyrols, I865, S. 3l7 ff. Im 
Ferkli1sa.nde1.1m zu Innsbruck sein selbslp0rlrät als Lanclsknecht. 
5J  SigJnz7EZ.s Maler und Malereien im salzburger Lande; in den Mittheilu11gen des le. lc. Cens 
trallcomrnission 1866, S. 77.
        

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