Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240537
Malerei 
Die deutsche 
der ersten Hälfte 
Jahrhunderts. 
505 
der Familie von Zur MLihlen in Münster; fo das von I548 datirte Epitaph mit 
dem Familienbilde, welches der Meister feinem Vater in der Ueberwafferkirche 
errichtet hat. 1n feiner mittleren Zeit fchwankte er in unerquicklicher Weife 
szwifchen Einfltiffen Michelangelo7s, Dtireris und feiner eigenen Auffaffung hin 
und her. Befonders unharmonifch in Formen und Färbung ist die grofse Kreus 
zigung in der Sammlung Zur Mühlen, ruhiger und befser find die beiden Flüs 
gel mit Stiftern und Heiligen von I560 in derfelben Sammlung, und demfelben 
Jahre gehören auch eine Kreuzigung im Mufeum des Kunstvereins und ein 
ttichtiges Porträt beim Freiherrn von Heeremann in Münster an. Leerer fchon 
ist das Bildnifs des Domherrn von Raesfeld von 1566 im Kunstverein. Ferner 
befitzt das erzbifchösliche Mufeum zu Utrecht ein jüngstes Gericht, die Galerie zu Uk,ecz,k, 
von Augsburg eine Reihe fcl1wacher Brustbilder der Propheten und Sibyllen ;.,Augzi,u,g, 
von feiner Hand. Von den übrigen Bildern, die fich noch in Münster beHnden,  Mü,,kke,., 
fei nur noch der Tafel mit dem Engel auf dem leeren Grabe und des Gegens 
stiickes, welches eine Kreuzigung darstellt, im Dome, gedacht. Diefe beiden 
Bilder find 1594 gemalt und zeigen in lehrreicher Weife, wie der Meister in 
feinen letzten Lebensjahren wieder harmonifcher und einheitlicher in feinem 
braunen Ton, aber auch inImer verblafener und leerer im malerifchen Vortrag 
wurde.  Von L7mI;sz7E Z2mz Ri;szz7 xZ.j., der als etwas jLingerer Bruder Hermann7s Ludge,. 
angefehen werden mufs, aber nach Braunfcliweig uberfiedelte, befitzt die Berliner ZU73,1HU3 
Galerie das bezeichnete, von I562 datirte merkwürdige Bild, welches die Hochs in ZEIT 
Zeit von Cana in einem Hintcrzimmer, vorn aber die mit reichem Stilleben 
ausgestattete Küche darstellt. Im Privatbefitze in Münster befindet fich von in Hzz,,ske,., 
feiner Hand ein zierlicl1 mit Gefcl1ichten und allegorifchen Gestalten bemaltes 
bezeichnetes und von I59I datirteS Köfferchen.1J Im Uebrigen find nur Bilds 
nisfe feiner Hand bekannt. Ein männliches Bildnifs besitzt Herr Rittergutsbef1tzer 
Lob bei Hamm, ein weibliches Herr Konful Ed. F. Weber in Hamburg; das Bilds in Hamm, 
nifs des Doktors Chemrnitzer von l569 befindet sich im Kunstverein zu Münster.   
Diefe sind, wie fast alle Bildniffe der Zum Ring, in kleinem Formate gehalten, aber 
viel klarer und bestimmter gemalt, als diejenigen Hermann7S. Seine beiden fch6ns 
ften Bildniffe find jedoch das fast lebensgrofse Ehepaar in der Sammlung von 
Zur Mu1ilen in Münster: der Mann im fchwarzen Rock mit hohem fchwarzen 
Hut, die Frau mit rothem Sammetkragen und reicher Goldkette. Im Gegens 
fatze zu den tiefen, braunen Schatten Hermann Zum Ring7s, fehen wir hier 
eine ganz einfache, helle, fast fchattenlofe doch aber körperlich wirkende Mos 
de1lirung und eine grofse Sorgfalt in der Behandlung der reichen Zeittrachten. 
Ganz in den Bahnen der Italiener wandelt erst .ZVzkoZzzzzF Z2.msz lZzJIgO, ein Sohn Nik01;3us 
Hermann,s, der in das I7. Jahrhundert hineinlebte. Im Magazin der Ludgeris Zum Ring. 
kirche zu Mtinfter fah der Verfasfer eine nicht unintereffant komponirte, von 
I598 datirte und bezeichnete Grablegung Christi mit der Stifterin und den vier 
Evangelisten von der Hand diefes Meisters. 
Ä7z27sa7Zo,zJ7.
        

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