Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240462
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Viertes Buch  
Abtheilung. 
Erster 
Abfc1mitt. 
Dis; kirche zu Effen, welche die Geburt Christi und die Anbetung der Könige dars 
FiiigEikiTiIer stellen, zeigen noch Anklänge an feine frühere VVeife. Sie ftammen aus den 
Dis Jahren  Voll auf der Höhe feiner mittleren Zeit aber zeigen ihn 
ii1iiaiIHkiiZTl die prächtigen grofsen doppelten Flügel des Hochaltares im Xantener Dome, 
zu xMWi welche 1529 bestellt und I536 vollendet wurden. XVenn beide Flügelpaare ges 
öffnet sind, fieht man Lmit überlebensgrofsen VordergeftaltenJ links die Auss 
stellung Chrifti, die beste Kompofition diefer Reihe, die lich noch an dieselbe 
Darstellung JanJoeft7s im benachbartenKalkar anfchliefst, rechts die Auferftehung 
mit den Grabeswächtern, die in ungewöhnlich heftiger Bewegung auseinanders 
fahren. sind die InrienHügel gefchloffen, fo hat man von links nach rechts die 
folgenden, mit verfchiedenen, perfpektivifch in landfchaftlichem oder architeks 
t0nifchem Raume vertheilten Scenen erzählten vier Hauptgefchichten vor fich: 
II die Gefchichten des lil. Viktor bis zu feinem Abfchiede vom Papft und vom 
Kaifer; 2J das Martyrium des hl. Viktor und der thebaifchen Legion; 3I die 
Gefcliichten der hl. Helena von ihrer Taufe bis zu ihrer Abreife; 4J die Ges 
fchichten der hl. Helena von ihrer Auffindung des hl. Kreuzes bis zu ihrer 
Gründung der erften Kirche in Xanten. In den ganz hohen, idealen Horizont 
find die verfchiedenen Scenen keineswegs immer glücklich hineinkomponirt. 
Die Hauptgruppen fmd oft fogar recht unglücklich angeordnet. Aber die eins 
zelnen Gestalten find fchön und würdig; und eine noch ganz warme, tiefe, 
reiche Farbenharmonie zeigt den Meifter hier als bedeutenden Ko1oriften. Auf 
den Aufsenfeiten derAufsentlügel aber stehen mächtige, grau in grau gemalte Heis 
ligengesta1ten. Der italienische EinHufs ift in diefen wohlerhaltenen, prächtigen 
3pz,e 3;1de, Bildern fch0n fichtbar genug. Aber der Meister bleibt doch noch ein kräftiger, 
in Köln refoluter Niederdeutfclier. Die Bilder, in denen er später nichts weiter will, 
als Italiener fein, gehören eigentlich nicht mehr hierher. Dafs fie unerquicks 
lich sind, verfteht fich von felbft. statt aller braucht man sich nur die Kreus 
zigung in der Andreaskirche oder das Abendmahl in der Severinskirche in 
J::;ZIZ Köln darauf hin anzufehen. Die Grenze zwifchen feinen Arbeiten und denjenigen 
 feiner Söhne x4772oJfZ und. des  Bczn72csl B7w;wz, welche ebenfalls Maler 
 dürfte sich hier Jedoch fchwer ziehen laffen. Am bekanntesten ist B. 
Bi1dk2isre Bruyn übrigens bis auf den heutigen Tag als Porträtma1er. Manches feiner 
Bildniffe hat in manchen Galerien lange unter H. HolbeinYs Namen gehangen; 
und wenn er auch auf diefem Gebiete fehr Verfchieden gemalt hat, und wenn 
er den grossen 0berdeutfchen auch niemals an voller, klarer Kraft erreicht, fo 
kommt er ihm in einigen der besten Bildniffe feiner beften Zeit doch wirks 
lich ziemlich nahe. Sie aufzuzählen, ist hier kaum der Ort. Sie hängen, zum 
Theil immer noch falfch benannt, in den verfchiedenften Galerien. Herv0rges 
i:3 i3.i:kiix1, hoben feien: der Kölner Bürgermeifter J. v. Ryth CI525I in der Berliner Galerie, 
M Kein. der Kölner Bürgermeister A. v. Browiller Leinmal allein CFig.306J, einmal mit feiner 
Gattin, I535J im Kölner Mufeum, ebenda in kleinem Rundbild Petrus von 
 C1apis CI537J, ferner eine Dame mit dem Rofenkranz CI538J, ein Mann, der zwei 
weifse Handfchuhe in feiner Rechten hält CI544J, ein Herr aus der Familie 
Salzburg CI549J und eine alte Frau aus der Familie von Queftenberg CI552J. 
inFm:kfukc, Prächtige Ehepaare von Barthel Bruyn befitzen das Städel,fche Institut zu Franks 
185cJ
        

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