Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240268
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Viertes Buch. 
Abtheilun g. 
Er1ker Abfchnitt. 
Rehs1222.m. Rehabeam dar, wie er, inmitten feiner Rathe thronend, die vor der Schranke 
ftehenden Abgefandten Ifrae1s im l1eftigsten Zorne zurückweist. Die Kompos 
f1tion ist im itrengsten, gemeffenften Stile gehalten, und Unübertrefflich hat Hols 
bein hier das unmalbare VVort durch die fprechende Geberde wiedergegeben. 
s2u1m2d CFig. 299J. Das andere stellt die Begegnung Saul7s und Samuel7s nach dem 
Samuel. Amalekiterfeldzuge dar. Ganz links, allein nach rechts gewandt, Pceht Samuel, 
auch er im höchsten Zorne, ihm gegenüber Saul, zwei Schritt vor der Spitze 
feines Heere5, das von rechts heranzieht. Im Hintergrunde der einfachen grofsen 
T.andfchaft f1eht man brennende Gebäude. Die fast isokepha1ifche Kompof1tion 
würde ganz friesartig fein, wenn nicht die geistige VVucht des allein nach rechts 
gewandten Propheten dem ganzen Heere das Gleichgewicht hielte. 
BI1d11Ms  Ferner malte Holbein jetzt auch in Bafel wieder Bildniffe: nochmals den 
cis: Frasrsn1;saus Erasmus C0riginal von 1530 in ParmaJ; fodann Melanchthon f0riginal von I529 
 in HannoverJ; aber auch feine Frau und feine beiden Kinder, deren lebenss 
seiI3;s:i;p;;;, grosse, fchne1l auf Papier hingemalte, aufserordentlich lebendige Bildnifsgruppe 
He in B2re1. lich im Bafeler Mufeum befindet. Endlich zeichnete er auch wieder für den Holzs 
E;;itI;Icz1; fchnitt. Es ist wenigstens wahrfcheinlich, dafs jetzt das Blatt entjtand, welches 
iiEEa3:;HZ im Erasmus fim GehäusJ unter einem prächtigen RenaiffancesBogen in ganzer Figur 
 stehend zeigt, die rechte Hand auf den Kopf einer Satyrherme gestützt, ganz 
WVürde, ganz geistiges Leben. 
ngYt1;Ie1iisxisre Im Sommer I532 finden wir Holbein abermals in England. Hier malte er 
Eniigs1;1;d. zunächit den Goldfchmied Hans von Antwerpen Cjetzt in VVindfor CaftleI, dann 
 aber in den nächsten Jahren die deutschen Kaufleute des nStahll1ofesa,.des 
 hanfeatifchen Gildenhaufes in London; Ja, d1efe Herren übertrugen ihm zweimal 
iauch gröfsere Arbeiten: einmal, 1533, bei der Krönungsfeier König Heinrich7s VIII. 
dek1:FFt;on mit Anna Bo1eyn, die Feftdekoration des Schaugerüstes, welches f1e an einer 
 iStrafsenecke errichteten  die Handzeichnung in der VVeige17fchen Sammlung 
zu Leipzig zeigt ein Prachtftück reichfter, vollster Renaifsance; das andere Mal 
ge;j;FF;1sim zwei grofse Friesgemälde für die Haupthalle des Stah1hofes: a1legorifche Triumphs 
stiib1h0s: Züge im Gefchmack der Zeit, wie Mantegna und Dürer fie vorgebildet hatten, 
TriuB;;1 des den Triumph des Reichthums und den Triumph der Armuth, mit Roffen und 
ReicIBt;1kcims. VVagen, mit Emblemen und Attributen, vor allen Dingen mit zahlreichen, antik 
 gekleideten männlichen und weiblichen Gestalten, die durch Infchriften als pers 
fonif1cirte Begriffe beglaubigt waren. Auch diefe Gemälde find untergegangen. 
Vom vTriumph des Reichthumsci bewahrt die Louvrefammlung die Originals 
fkizze fFig. 300J, das Britifh Mufeum das Fragment eines Stiches, das Breslauer 
Mufeum einen vollständigen Stich;1J den Triumph der Armuth kennen wir aus 
kleinen Kopien und Stichen. 2J Den gelehrten Gedankeninhalt und die poetifche 
Grundidee, dafs Armuth und Reiehthum, richtig verftanden, f1ch in Segen vers 
wandeln, können wir uns mit diefen Hülfsmitteln Vergegenwärtigen, auch die 
 klare Fülle der Formengebung und der Kompof1tion. Die Herrlichkeit der 
Ausführung aber können wir nur ahnen. II 
feien beffer, als 
fagte, 
kopirte,
        

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