Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1240015
Hälfte 
Die deutsche 
Jahrhunderts. 
453 
Infchrift auf der R.iickfeite beglaubigt. Urkundlich beglaubigt aber find feine I542 
gemalten Bi1dniffe des Matth. Schwarz und feiner Hausfrau, im Befitze des Freis 
herrn von Friefen in Dresden. .Im Uebrigen wird manches Bild in mancher in Dresden. 
Sammlung Amberger getauft, dafür aber mancher echte Amberger verkannt. 
Allgemein anerkannte 1J Bildniffe find Wilh. Mörz und Afra Rehm, fowie Conrad 
Peutinger und feine Hausfrau im Augsburger Maximi1ianeum, Heinrich Mörzi::Augsburg, 
und Afra Rehm im AlterthumssMufeum zu Stuttgart, Christoph Baumgärtneri11 Stuttgart. 
Cfchon von Waagen erkanntJ im VViener Belvedere, vor allen Dingen aber, als 
fchönste Bildniffe feiner Hand, Hieronymus Sulzer C1542J in der Galerie zu 
Gotha, Martin Weifs LI544J im Belvedere zu Wien und sebaftian Münster C1552I in Ggkh2, 
in der Berliner Galerie. Hell und frifch hebt des letzteren Greifenlcopf fich E kY:iiiii. 
mit fchwarzem Barrett über rotliem Unterkleide, hohem weifsen Hemde und 
fchwarzer, mit hellem Pelz gefütterter Schaube vom grünen Grunde ab. 
Wie Hans Burckmair in Augsburg, fo stellte in Ulm JlJrz;sZi7z FxJmJ77Zr2J Die Ulmer 
fich zuerst mit Entfchiedenheit auf den Boden der neuen Kunst. Unbekannt  
find fein Geburtsi und fein Sterbejahr; von 1508 bis I535 aber wird er in den SchaHneL 
Ulmer Urkunden genannt. Sein älterer Landsmann B. Zeitblom Toben S. 11IJA1igknn2ines. 
war ihm an Ernst und Würde der Auffaffung, an Lebl1aftigkeit und Glanz des 
Kolorits überlegen; aber Scl1affner, der aus schiihlein hervorwächst, steht eben 
auf ganz anderer Grundlage; er ist anmutl1iger und zwanglofer in der Koms 
pofition, freier und weicher in der Zeichnung. Uebrigens hat er eine bei 
fchrankte Sphäre. Abgefehen von einigen tüchtigen Bildniffen, unter denen  
diejenigen des Grafen Wolfgang von 0etting, I 508 gemalt, in der Münchner in München. 
Pinakothek, ein I5I4 gemaltes Breitbild mit fechs Knieenden im Stuttgarter in Stuttgart, 
Alterthumsverein und zwei Bildniffe von I5I6 und I530 im Ulmer Dome zu ioU1m. 
nennen find, haben ficl1 nur Kirchenbilder von feiner Hand erhalten; diefe aber 
streifen nicht fe1ten in das Gebiet des Genre hinüber. So die l1andwerksmäfsig KJkJ;1s:n. 
behandelten Paffionsbilder von I5i5 in der Augsburger und in der Schleifss i:ikF;rSbMg 
heimer Galerie; fo vor allen Dingen die I 521 gemalten Flügel des gefchnitzten in F:YLeirs., 
Hauptaltarfchreines im Ulmer Münfter, deren Aufsenfeiten Heiligengeftalten in Uikn,i 
zeigen, während auf ihren Innenfeiten die Familien der Vorfahren Christi dars 
geftellt find, Mütter mit Kindern, die auf dem Steckenpferd reiten oder im 
ABCsBuche blättern. Seine reifsten Werke aber, denen es weder an Adel der 
Auffaffung, noch an harmonifcher, eigenartiger Pracht der Färbung fehlt, find 
die 1524 gemalten 0rgelthürblätter des Reichsstifts Wettenhaufen bei Ulm, 
welche jetzt zu den Zierden der Münchener Pinakothek gehören. Der engs ioMiivcbes1. 
lifche Grufs, die Darstellung im Tempel, die AuSgiefsung des hl. Geistes und 
der Tod der hl. Jungfrau find dargeftel1t. Mit Recht ist befonders das letztere 
H L. Fclzei5Ze7, der sich des Meisters besonders angenommen, hält die folgenden nicht allgemein 
als solche anerkannten Bildnisse für frühe Werke An1bergeris: einen 1523 gemalten Patrizier in der 
Ä11gsburger Galerie; ein Ehepaar von I 525 im Wiener Belvedere; Georg von Frundsberg in der Bers 
liner Galerie; Moritz von Ellen beim Grafen Harrach in Wien; einen jungen Mann mit rothem Hut, 
rothen Aerrneln und schwarzem Mantel von 1529 in der Münchener Pinalcothek; ein Ehepaar LDürer 
zugeschriebenJ nnd Mönch nnd Nonne CAlc1egrever zugeschriehenJ in der Braunschweiger Galerie. 
2J C. Gyii27eiJm und EcZ. J1JgmcJz.s Ulm7s Kunfkleben im Mittelalter, Ulm 1840. S. I3.57s Dazu 
JJtZJ77e2s.s UIm7s KunsIgescl1ichte im Mittelalter C18s5J S. ll9.  Jll. G. DmJcJz, Aesl;hetilc der Christi 
lichten bildenden KunsI in Deutschland. 2. Aufl. l856. S. 437.
        

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