Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1239959
Hälfte 
der erlken 
Die deutfche Malerei 
J:z.hr11unde ists. 
447 
Sohne nennen können. Geboren I473,1J in der Kunst unterrichtet von feinem 
Vater, in einigen Beziehungen, aber nie bis zur Einbusse feiner Selbständigkeit sein Leben. 
durch die Werke Albrecht Düreris beeinflusst, wurde er I498 Meister der Augss 
burger Malerzunst. Dass er später in Italien gewesen, ist nicht erwiesen; doch 
lässt die seit 1507 in feinen Hintergründen und 0rnamenten siegreich l1ervors 
tretende oberitalienische Renaiffance darauf schliessen. Er starb schon I53I. 
seine frühsten datirten Werke find die Darstellungen einiger Hauptkirchen 
sBafilikenI Roms, deren ganze Reihe von ihm, dem älteren Holbein und einem PeS;i;F1k1e 
dritten Meister im Kreuzgange des Katharinenklosters zuAugsburg ausgeführt  
wurde. Diese auf Holz gema1ten Bilder befinden sich gegenwärtig in der i3ii1xiFY. 
Angsburger Galerie. In ihren breiten spitzbogenfeldern enthalten sie fast alle Au:gn2iFlsJI;.2k 
eine Passi0nsfcene; ihre HauptHäche aber wird durch fpätgothifches Astwerk Odem. 
in verschiedene Felder mit verschiedenen Darstellungen eingetheilt. In den 
Mittelfeldern spielen die Bas1liken selbst, prächtige Phantasiegebäude mit reichen  
staffagescenen, die Hauptrolle. Drei dieser Bilder rühren von Hans Burckmair 
her: das I50I gemalte Peterskirchenbild, welches den ablassspendenden Apostels 
sürsten vor der halbr0manischen Kirche thronend darstellt, die 1502 gemalte 
Basilica san Giovanni in Laterano, vor welcher das Ende des Evangelisten Jos 
hannes nach der Legenda aurea dargestellt ist, und die Kirche Santa Croce mit 
den wallsahrenden Pilgern, von I504. Schon in diesen wohl angeordneten Dars  
stellungen, wie in den sie begleitenden Nebenbildern, finden wir, trotz des nach 
alter Art reichlich ausgefetzten Blattgoldes, eine modernere, wenn auch noch 
etwas schwerflussige Malweise, einen einheitlicheii, warmen Ton und einzelne 
ansprechende Renaissancemotive. Früh ist auch der Ursulaaltar der Dresdener 
Galerie. Vollständiger zum Durchbruch gekommen ist die Renaifsance sim Urru1g1J4 Mk 
italienischen und zwar im 0beritalienischei1 SinneJ auf Hans Burckmair7s Heis in Dresden. 
Iigenbildern von 1505 in der M0ritzkapelle zu Nürnberg und aus dem Ges 
mälde von 1507 in der Augsburger Galerie CFig. 281J. Das gemalte Rahmens bFjidFsi:1 
Werk ist freilich auch hier noch spätgothisch; aber die Halle, vor welcher M IS. 
Christus und Maria einander gegenüber thronen, zeigt bereits eine ausges 
bildete Pilassterarchitektur, während die fymmetriscl1 angeordneten Heiligens KIZ;IkFRZ:d 
Chöre, welche die Flügel füllen, wieder durch jenes gothisches  
in drei Reihen eingetheilt werden.2J Waren dem Meister bis dahin gelegents c;Tik2kiF.l 
lich Zeichensehler nachzuweisen, wie ihn z. B. eine kapriciös schiefe Munds 
stellnng kennzeiclinete, so verschwinden diese nun immer mehr vor einem 
korrekten, hie und da noch herben und eckigen Realismus, der sich jedoch 
f0wohl durch die eingew0bene Architektur, als auch durch die sichere Anords 
nung, durch das feste Auftreten der Gestalten und den ruliigeren Fluss der Ges 
wandung zu monumentaler Würde erhebt; zugleich aber muss hervorgehoben 
werden, dass Hans Burckmair7s landschaftliche Gründe eine Klarheit der Pers 
fpektive und eine Sicherheit der malerischen Naturbeobaclitung zeigen, wegen 
deren wir den Meister neben Dürer als Bahnbreclier auch auf diesem Gebiete 
II Jl. Zi7c7ZZy2zay1siiTr Erörterung über das richtige Geburtsja11r Hnc1et lich in s1Kunli und Kii11fk1er1c 
Bd. 1, No. V1Il, S. 72s74. 
2J Irrt11iim1ic11 wird fe1bik von .4. IXyoZlipmmz Ha. a. O. S. 75I die Krönung der Jungfrau als Gegens 
stand des Mitte1bi1des angegeben. Die Jungfrau sit bereits gekrönt. Der Heiland erhebt die Rechte 
segnend und hält mit der Linken die We1tknge1 auf feinem sc110fse.
        

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