Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1239934
Die deutsche Malerei 
Hälfte des 
der ersten 
Ja11r11underts. 
445 
Eine hervorragende Stellung nehmen endlich die Bildnisse unter den ni1d.2isre sen 
Gemälden Hans Baldung7s ein: vor allen Dingen die Bildnisse des Markgrafen B:i3IYisIig,S 
Cl1ristoph von Baden, zu dem der Meister in nahen Beziehungen stand. Vortresss 
in feiner Art ist dessen Porträt in der Karlsruher Galerie, härter und steifer  
Darstellung der ganzen Cvor der in der Mitte thronenden l11. Anna selbdritt 
knieendenJ markgräHichen Familie, welche, wie ein gutes männliches Porträt von 
l517, dieselbe Sammlung bewahrt. Aber auch die Miinchener Pinakothek besitzt in 18sIü:1chen, 
ein erst vor kurzem aus Schleissheim hereingebrachtes, I515 gemaltes Bildniss 
von Baldung7s Hand, welches eine scl1lichte, markige Behandlung mit pikantem 
Farbenreize verbindet. Ausserordentlich anziehend ist das ebenfalls 15I5 gemalte 
Brustbild eines blonden jungen Mannes im Wiener Belvedere; und unter den in wies 
späteren Bildnissen Baldung7s ist dasjenige des Freiherrn zu M0nsperg von I525 cBCMdM,i 
in der skUkj;gakkek Ga1ekie CN0, 447, angeblich Holbein7s SchuleJ hervorzuheben. in sk.2kkg2kk. 
Uebrigens wird auch uns r.kieIi2md. 
sere Vorstellung von diesem pp, .jW;j .IZÄEk:7THV7E  Z: ZE12FiZiiiiiFYse.n 
Meister erst durch seine zahls     
reichen, vortrefflichen Hands TO   Dass     
zeichnungen vervollständigt. ;J  H    Z    
Die ganze Fülle seiner lebens  if .7.sTH   IS 
digen Phantasie, die ganzeSorgs    I   .k: 
salt seines Studiums aller Natur, T  : I;   ;Y.j;s;F4 
des  des      
des L2mdreh2kk und der Thiere,  El      
die ganze Leichti keit seiner    is 
gelegentlich schon Zu barocker    
Ueppigkeit k:eigeeden Hand  DREI.      
wird uns dukCh die in allen Fig. 280. Franz Brun: Die Atsen. Kupserstieh. 
Hauptsammlungen Cbesonders 
in Wien, Berlin, BaselJ vertretenen Blätter Baldung7s erst recht zum Bewusstsein 
gebracht CFig. 279J. Von besonderem Interesse ist sein mit dem alten Silbers 
stifte erhaltenes skizzenbuch in Karlsruhe. 
Als Kupferstecher scheint Baldung s1cl1 nur während einer kurzen Epoche KuF:iH71 
unmittelbar1ten Wetteisers mit Dürer versucht zu haben. Doch zeigen die P r me. 
vier bekannten Kupserstiche des Meisters Cder Schmerzensmann, der Stallknecht 
neben seinem Pferde, der lüsterne Alte mit dem Mädchen und der hl. Sebas 
stianJ ihn von verschiedenen Seiten zu seinem Vortheil. Die ganze Vielseitigs 
keit des Meisterrs aber trittsuns in seinen ausserordentlich zahlreichen Zeichs seine. 
nungen sur den Holzschnitt entgegen Cüber 150 BlätterJ. Wir müssen darausH0WhWe 
verzichten, sie aufzuzählen; aber wir müssen daran erinnern, dass gerade die Holzs 
fchnitte Hans Baldung7s ihn in religiösen Darstellungen von seiner tiefsten und 
gr0ssartigsten Seite CChristi Leichnam von Engeln gen Himmel getragen; 
Christi Beweinung; Christi KreuzigungJ, in seinen allegorischen Blättern von 
seiner phantas1evollsten und dämonischsten Seite Cdie vier HexenJ, in seinen mys 
thologischen Blättern Edle. ParzenJ als Meister der antikis1renden Renaissance, 
in seinen Bildnissen als Freund der Resormation CLuther als AugustinermönchJ, 
in seinen Darstellungen aus dem Thierleben Geben Pferde im WaldeJ als treuen 
Naturbeobachter zeigen. Zugleich kommen unter Hans Baldung7s H0lZsC1Mikt811
        

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