Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1239719
deutsche Malerei der er1Xen Hälfte 
Die 
des 
l6. Jahrhunderts. 
423 
und die Apostel mit Paulus in ganzen stehenden Figuren zeigen, fowie die 
II9 Blätter des Wittenberger Heiligthumsbuehes hervorzuheben. Ganz p01es 
mifch im Dienste der Reformation Zeigt der Meister sich in dem berühmten 
vPaff1onal Christi und Antichristicc, dessen 0riginalzeichnungen ihm wohl mit 
Recht zugefchrieben werden. Das Gebahren Christi und das Gebahren des  
Papltes werden hier einander gegenüber geitellt; z. B. Bl. 23: Christus treibt 
die Verkäufer und Wechsler aus dem Tempel; Bl. 24: Der Papst verkauft, in 
der Kirche thronend, den Ablafs; Bl. 25: Christus fährt gen Himmel; Bl. 26: 
Der Pap1t fährt zur Hölle. Noch derber und fchärfer aber ist die Satire gegen 
den Papst in dem sehr seltenen HolZschnittwerkchen von I545, zu welchem Luther 
die Verfe geliefert. Vorzügliche Einzelblätter find: Adam und Eva im Paras VTHFlIFe1lEFhO 
diese, fast erdrückt von der Fülle der Thierwelt CBartfch 1J, die Ruhe auf der b1äUOss 
Flucht nach Aegypten mit den tanzenden Engeln CB. 4J, Christus und die Sas 
mariterin CB. 22J, die Verfuchung des hl. Antonius CB. 56J, der hl. Christophos 
rus CB. 58J, der hl. Hieronymus in der Wüste CB. 63J und die Entl1auptung Jos 
hannis des Täufers CB. 62J; ferner, aus der alten Welt: Venus und Amor 
LB. I13J, das Parisurtheil sB. 1I4J und Marcus Curtius, wie er sich in den Erds 
schlund stürzt CB. 1I2J; aus der Zeit des Meisters: einige Ritter, Jäger, eine 
Hirschjagd, eine Belagerung VV0lfenbüttel7s und Turniere. 
Handzeichnungen Lukas Kranach7s find in den verschiedenen  
nicht eben selten. Es finden f1ch Studien zu Holzfchnitten und Gemälden des 11U1s8OI1s 
Meisters, aber auch selbständige Kompof1tionen unter ihnen. VVir können sie 
hier nicht einzeln durchgehen, müffen aber im allgemeinen betonen, dass auch 
Kranach uns kaum in anderen feiner XxVerke f0 frei, fein und reizvoll entgegens 
tritt, wie in einigen feiner mit dem Stifte, mit Kreide oder mit der Feder ges 
machten, gelegentlich auch leicht kolorirten Zeichnungen. Wir erinnern nur 
an die anmuthige Faunenfamilie im Berliner Kupferstichkabinet CFig. 267J. 
Wollen wir uns nunmehr einen Ueberblick über die zahllofen Cwenigstens GeSnjiä1;3e. 
noch niemals vollständig aufgezählten; Gemälde Lukas Kranach7s des älteren 
verschaffen, so mag im voraus bemerkt werden, dass, wenn nicht alle, so doch 
fast alle erhaltenen Bilder des Meisters auf Holz Ctheils Lindens, theils 
RothbuchenholzJ, gemalt und in 0eltechnik ausgeführt worden sind. Auf 
feine bereits oben erwähnten früheren Bilder werden wir nicht zurüekli:ommen; 
die übrigen wollen wir nicht nach der Zeit ihrer Entstehung, sondern nach den 
Stoffen, welche f1e behandeln, gruppiren. 
Die zahlreichen religiösen Darstellungen lassen f1ch ihrer Natur nach RFgi6sc 
in drei Klassen eintheilen, deren erste von den Gemälden gebildet wird, die ne11uT;exs. 
der Meister noch ganz im Geiite der katholischen Kirche, wenn auch zumIcsAsk;1ä:Hct1;F 
Theil erst nach Luther7s Auftreten gemalt hat. Hierher find, ausser den bei hi1dek 
reits erwähnten, die anmuthigen, fast an die umbrifche Schule erinnernden, 
aber germanifch gelbhaarigen Madonnenbilder zu rechnen, von denen das sog. 
Mariahilfbild in der Jakobskirche zu Innsbruck sogar VVunder thun soll, währendivIs11sbssOki 
die Madonna mit der Traube von I5I2 in der Münchener Pinakothek ein Is1MüvO11Os1s 
genrehaftes Motiv Cdas Kind steckt der Mutter eine Beere in den MundJ mit  
religiöser Innigkeit ausgestattet zeigt. Auch die nweifse Madonnak: des Königss5nkg1ggss 
berger Doms und die vMadonna unter dem Apfelbaumc: in der Petersburger i:1FFr:ekss 
Erernitage,i fowie die kleine Madonna der Karlsruher Kunsthalle und das frühe inK2kELuhe.
        

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