Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1239678
c1eutfc11e Malerei 
der erlIen 
Hälfte 
Ja11   
4I9 
erschwert, dass ihm noch immer Dutzende von Gemälden zugeschrieben werden, 
welche zwar in feiner Werkstatt mit feinem Abzeichen, dem geflügelten 
Schlänglein, versehen worden, aber doch eben nur,handwerksmäfsige Gefellens 
arbeiten find. 
Vor allen Dingen wird man ihm nicht gerecht werden können ohne feine s;ine  
Entwickelung zu berückf1chtigen. Daher müssen wir hier fofort betonen, dass McMMg. 
auch wir in den eine Zeitlang dem damals ganz verkannten Grünewald1J Cunten 
S. 436J, dann einem angeblichen PseudosGrünewald 2J zugefchriebenen Gemälden 
theils eigenhändige Jugendwerke Kranachls, theils Arbeiten der Gefellen s2ip2d. 
feiner früheren Zeit erkennen. 3J Diese Bilder zeigen deutlich, dass der Meister JHIEF1Y2. 
von der fränkisehen Schule Cwol1l von der Berührung mit Wolgemut, vielleicht  
zugleich wirklich mit GrünewaldJ ausgegangen ist. Seinen fpäteren schabl0nens chf2;2kk2kl 
haften Kanon Cbesonders in den FrauenköpfenJ hat er hier noch nicht kkiJlZFZ22 
ausgebildet; feine Formengebung ist oft derber, oft aber, da er gerade in Bilder. 
dieser früheren Zeit grosse Altarbilder mit grossen Figuren auszuführen hatte, 
auch grossartiger und ernster, und dem entsprechend ist fein geistiger Ausdruck 
manchmal bedeutender und feierlicher als in der späteren Zeit. Auch geht er 
Von einem entschiedenen goldigen Kolorismus, anfangs sogar bei bräunlichem 
Gefammtton, aus, um später kalter und nüchterner in der Farbe Zu werden. 
Der alte Stil zeigt sieh ziemlich übereinstimmend in den datirten Bildern bis 
I520, der neue feit I530; in dem dazwifchen liegenden Deeennium findet, von 
den kleinen Bildern ausgehend, der Uebergang statt; gerade bei den grofsen 
Kirchenbilclern bleibt er am längsten der älteren Art, selbst mit gelegentlicher HUH;s;HFer 
Anwendung des Blattg0ldes, treu. Einige lehrreiche Hauptwerke feiner älteren  
Art, einschliesslicls1 der besten der von anderen dem PseudosGrü11ewald Zuges gen dies 
fchriebenen Bilder, find die folgenden: in München bei Herrn Dr. Fiedler, früher GrlsigeeL;IF1H 
im Palazz0 Sciarra zu Rom, eine präel1tige Ruhe auf der Flucht Von I504;4J ,Dk.bFYed1er 
in der Sammlung der Marienkirche zu Torgau eine I505 von Cranach gemalte  
grofse Tafel mit den Halbf1guren der I4 Nothhelfer; in der Johanniskirche in 
Neustadt an der 0rla ein Cwie neuerdings nachgewiesenJ 15IIs15I2 gemaltesii1 Neustadt 
JüngsteS Gericht; in der sMarienkirche zu Lübeck eine KreuzeSabnahme; im C. d. Oh, 
Bamberger Dom das Rosenkranzbild; in der Bamberger Galcrie die hl. WVilisii1 12am1Jcrg. 
bald und VValpurga mit dem Donator; in der Naumburger Wenzclskircheis1Nsumburg. 
eine Anbetung der Könige; im vgothischen Hausecc zu Wörlitz eine prachtsss1Wö1s1It2. 
II So noch FrJzzctJ2czm7i Bd. II, S. 73. 
2J As. PIJeZZy21zzm2 in der LiitzowIfchen Zeitschrift VIII, CI873J S. 322, 33o.  O. EfXZm22x:m2 
a. ei. O. S. 35. 
3J Dies Hi die vor allen Dingen von L, Ftäe7YZe7s energifch vertretene Anl1cht, der ich mich ans 
fcl1liefse, nachdem ich Gelegenheit gehabt, Scheih1er7s reiche handfchrifllichen Notizen mit einer Reihe 
ZU Frage kommencIer 0riginalgemälde zu vergleichen. Man vergleiche übrigens schon 7siZ. JkJeJse7slJ 
Und W. Rades: s1Befchreibendes Verzeicl1nifs:c der Berliner Ga1erie von I878,. S. 77; fCk11Ck IN 
gk,M277eZZ in Scheskagls Repertorium I, S. 41I; dann denfelben in der Knnfl;chronik XV, C1880J 
 534. 
4J Das Monogramm diefes BildeS, welches der Verfaffet nicht aus eigener Anfcl1auung kennt, 
Ikimrnt mit denjenigen einiger Ho12fchnitte von 15o5 und 1506 überein, wie denn andererseits nachdriicklich 
betont werden mufS, dafs der Stil der Kr;1nach7fchen IIo1zfchnitte jener Periode ch1rcl1aus mit demjenigen 
der Gemä1de des PfeudosGriinewa1d übereinikimmt. Man sehe nur die grosse ApOlke1k01g8, BsWJEZIs 23kks 
27V
        

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