Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1239544
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Buch. 
Viertes 
AbtI1ei1ung. 
Erüer 
Abfcbnitt 
Bi1dnisse is. und von 15I3 dat:irte BildniiTe feiner Hand bef1tzt Herr Konful Ed. F. VVeber 
ii2a1iiFkiiiF.i in Hamburg; ein gegenwärtig nicht ausgePrelltes Weibliches BruPcbild die Bers 
liner Galerie. II Auch in schleifsheim, Bamberg und Leipzig befinden sich 
noch Bilder feiner Hand. Ueberall Zeigt Hans von Kultnbach f1ch als ein 
Meifier, der uns weniger durch Originalität iiberrafcht, als durch Milde und 
VVärme fympathifch berührt.  
Eine befondere Gruppe Nurnberger Meister jener Tage bilden Georg Penz, 
Sebald Beham und Barthel Beham. Dafs fie aus Diirer7s WVerkstatt hervorges 
gangen find, läfst fieh niclit nachweifen, aber feinen Einflufs haben f1e in 
reichem Mafse erfahren. Ihre befondere geiftige Richtung tritt darin zu Tage, 
dafs sie als Freigeister und Kommunisten aus Nürnberg verbannt wurden. 
oe0rg Pei2z. Cw2;;s Fries taucht zuerft I523 im Verzeiehnifs der Ntirnberger Maler auf; 
1524 wurde er mit jenen anderen beiden ::g0ttl0fen Malernck der Stadt vers 
wiefen; I52s wurde ihm jedoch auf feine Bitte geftattet, fich in dem benaclis 
barten Windshein niederzu1affen; I532 wurde er gar wieder zum Ntirnberger 
Rathsmaler bestellt; aber er kam nie auf einen grünen Zweig und starb 155o 
in Armuth. Dafs auch er eine Zeitlang in Diircr,s Werkstatt gearbeitet habe, 
ist nicht unwahrfcheinlicli; dafs gerade er nach Durer7s Zeiclinungen die XVands 
gemälde im Ntirnberger Rathliaufe gemalt habe, ist fogar wahrfchein1ich. Ueber 
däscsx;1;kirc;n eine andere, hi:3chft intereffante Zimmerdekoration des Meisters berichtet Sans 
ii2Numi2ckg. drart. Er hatte in Herrn Volkamerls Lustgarten den oberen Theil eines Zims 
mers fo ausgemalt, als fei es noch unvollendet, als feien die Zimmerleute dort 
noch auf ihren Geriisten befehkiftigt und als blicke man in iclen offenen Himmel 
mit WV0lken und Vögeln. Diefem realiftifchen Kunftftiick entfpriclit es, wenn 
Neudörfer berichtet, Penz fei vmit dem Durchgläfen und Scheinen in Gliifern, 
lxVaffern, Feuern und Spiegeln felir kiinftlich und in der Perfpectiv fehr ers 
HiHYäs;Fns fahrence gewefen. Die meisten der erhaltenen Hiftorienbilder, die ihm zugefclirieben 
werden, auch die bezeichneten, find wohl von fremder Hand nach feinen Stichen 
in Dresden. gearbeitet. Eeht find drei Stücke einer zerfelinittenen H0lztafel der Dresdener 
Galerie, Bruehftucke einer Anbetung der Könige; und echt find eine Reihe von 
Halbfigurenbildern, deren meist mythologifche Gestalten eine fo kalt italifirende 
Behandlung zeigen, dafs man wohl mit Recht annimmt, Penz habe eine Studiens 
in b1uc1c11ci1. reife nach Italien unternommen. Hier find Vcnus und Amor, früher in München, die 
 Mufe Urania in Pommersfelden fI545J, die Caritas romana beim Grafen Harracli 
in WTe11, in VVien C1546J zu nennen, während der heil. Hieronymus der Moritzkapelle in 
i:1Niicubeisg. Nürnberg f1544J ein nationaleres Gepräge bewahrt. Charaktervoller find feine 
Sei::HrgZi1ds erhaltenen Bildniffe. Auch in ihnen ilt er weicher, freier und breiter im Sinne 
des Cinquecent0 als Dtirer; aber fie vereinigen eine packende Naturlichkeit 
mit f0rgfältiger malerifcher Modellirung und mit einer Einheitlichkeit des Tones 
der in feinem lebhaften GrausBraun einer fubjectiveren Auffaffung des Meisters 
Es BETH11s angehört. Drei vortreffliche Bildniffe diefer Art befitzt die Berliner Galerie. 
Selbst hier kann man Z. B. auf dem Bildniffe eines jungen Mannes von 1534, 
im Schatten des Dargeftellten an der halbrund gebogenen VVand des Hins 
tergrundes, jene teclinifche Richtung verfolgen, auf welche Neudörfer anfpielt. 
KIiltl1eilung von 
scl1eib1er.
        

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