Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235636
 Malerei 
Jahrhunderts. 
runz1igen Alten in der kaiferlichen Galcrie zu Wien O und dasjenige des vMans Wien. 
nes mit den Nelkenu, dreiviertelslebensgr0ss, im Museum zu Berlin2J. Der Bcis1iu. 
ältliche, vornehme Herr, in rothem Atlasr0ck mit Pelzbesatz, eine Pelzmütze 
auf dem Kopfe, ein Antoniuskreuz um den Hals, zeigt in feinem durchfurchten, 
kL1f1ktcn Gesicht mit abftehenden Ohren, strengem Blick und gebieterischem 
Munde eine staunenswerthe Energie und Willenskraft. Beide Hände, von dCl16U 
die Rechte Nelken hält, scheinen im Verhältnifs etwas zu klein. 
Unter den Marienbildern ist die :sMadonna von Luccaa, ehemals dort in 
herzoglichem Belitz, jetzt im Städel7schen 1nstitute zu Frankfurt a. M. bewunsFk:2.2ksukk 
dernswerth. Sie thront mit dem ganz individuellen Kinde, an desfen Körpers F. M 
chen die Haut lich fo naturgetreu verschiebt und in Falten legt; unter dem 
Beiwerk find namentlich die metallenen Löwen am Throne, der Leuchter, das 
BcckCl1 lUclflckl1E:lft. Alls clck Mad0UUa aus AutUH jk11 L0uVke, V0k der als Paris. 
Stifter der Kanzler R0llin kniet, während ein Engel die Krone über ihr Haupt 
halt, ist das Bildnifs vorzüglich, Maria mit gesenkten Augen fast unfchön, das 
Kind verdriefs1ich; der Raum und die Fernlicl1t find das köstlichste. Jedes 
Saulencapitell enthält eine Darstellung aus der biblischen Geschichte, und ein 
xJ1tan, von dem zwei Gestalten niederblicken, gewährt die Aussicht auf eine 
Stadt mit zahllosen Figürchen und fernen Schneegebirgen.s Verwandt, auch  
in der Fernficht, ist ein Bildchen in Burleigh Houfe CNortlian1ptonfhire, Mars  
qui3 Of EXCkCkl, die Mad0nna, welcher der Stifter, ein weissgekleideter Geists 
licher, durch die heilige Barbara empfohlen wird. Eine ähnliche Darstellung 
mit einem Dominicaner als Stifter bewahrt die Sammlung Rothfchild in Paris. RoJjHHjJ;,d. 
Zu dem lieblichsten, was der Meister geschaffen, gehört das ganz kleine Fliigels 
altärchen der Dresdner GalerieCFig. I44Js. Auf den Aussenfeiten der Flügel die 19sEsUEHs 
Verkündigung, grau in grau, als plastifche Darstellung, innen die tbk011Cnd0 
Madonna mit dem Kinde in einer Kirche, in der r0manifche und gothifche 
Motive sich mischen, seitwärts, auf den Flügeln, die heilige Katharina und der 
Erzengel Michael mit dem Stifter. Marias reicher Schmuck, der Teppich, die 
Perspective des Raumes, duftig und doch Voll Klarheit, zeigen die höchste Meisters  
fchaft. Bei zartester Ausführung waltet die grösste Freiheit des Farbenauftrags. 
Die Ermitage zu St. PeterSburg besitzt eine Verkündigung in einem Raume von StsbJJ1FhjfTss 
romanifcher Architektur II. Für ein echtes Werk halten wir endlich auch, obs 
wohl Zweifel laut geworden sind O, die kleine stehende Madonna in gothifclier 
Kirche im Berliner Museum. Statt der klaren Gefammthaltuiig hat der Meister Bck1is1s 
hier einen warmen, glühenden Ton gewählt. Durch die hohen Fenster mit 
theils hellen, theils gemalten Scheiben fällt ein magisches, abendliches Licht 
in den Raum; die l0bsingenden Engel im Chor, die farbigen Statuen über dem 
lI  der Wiener Gesellschaft für vervie1fä1tigendc Kunst von JJ. Paar. 
2I Stich von Cm7Za77Z, Gazettc: des beauxsarts, 1866, Zeitschrift für bi1d. Kunst, IX. 
 3I PIZAazse7z.s Die Gemäldefo.mm1nng in der 1caif. Erm. zu St. Pet., S. Its.  F::ciir.c bcfchreibt 
Un Bild diefeS Gegenstandes im Bef1tze des Königs A1phons von Neapel, das aber noch Flüge1bi1der 
M1t Johannes dem Täufer und St. Hieronymus fowie dem Stifter I,ome11in und feiner Gattin auf den 
Anfsenfeiten enthielt. 
4J Cw2cxz und czz:seZZmJeZZe, deutsch, S. 1t7.  Kata10g der Berliner Cemäi1dega1erie von J,1rZI7s.s 
JVOIIE7 und Karls, S. I16.  Ueber verfchiedene C0pie1J nnd andere Exemp1are S. Repertoriu111 für 
KunstwisreHrchart, H, S. 4x9. 
        

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