Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238979
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DritteS Buch. 
Abthei1ung. 
Dritter Äbfc:11nitt. 
zukommen gedenken, behandeln wir ihn fchon kurz an diefer Stelle. Clovio 
copirte in feinen Miniaturen oft einfach bekannte Bilder der bekannten italies 
nifchen oder fe1bPc niederländifchen Maler. In feinen eigenen Arbeiten erfcheint 
er trotz aller Pracht und Sorgfalt oft genug manirirt und geleckt. Beglaubigte 
Werke des Meisters befinden f1ch z. B. in Neapel und in London. Das Mufeum 
NsHpet. von Neapel bef1tzt ein 0fHcium beatae virginis mit 26 aufserordentlich klar 
und liebevoll ausgeführten, von reichen Randverzierungen umrahmten Minias 
turen, an denen Clovio nach Vafari, der ihn bei diefer Gelegenheit einen 
kleinen neuen Michelangelo nennt, neun Jahre gearbeitet hat. Ein berühmteS 
Y;2;2:32S, früheres Werk Clovio7s belitzt sit Jo11n Soane,s Mufeum in London in Grimaniis 
.x1r;rFH2. comn1entar zu den Römerbriefen des ApoPce1s Paulus W. Im British Museum 
1uureu2k.. befindet lich ein kleineres 0ff1ciurn feiner Hand. Die nach Heemslcerk copirten 
Triumphe Kaifer Karl,s V. in derfelben Sammlung, die Waagen ihm zutheilt, 
erregen dagegen gerechte Zweifel. Zwei vJu1ius Macedoa bezeichnete Blätter, 
eine Magdalena am Fufse des Kreuzes und eine Abnahme ChrifIi vom Kreuze, 
 bewahren die klorentinifchen Galerien. In der vaticanifcl1en Bibliothek werden 
UiIlZs,TJL ihm einige der Miniaturen einer berühmten Handfchrift der göttlichen Comödie 
xv;TZti1F1F,lEL des Dante doch wohl mit Unrecht, mit gröfserem Rechte aber in Wien die 
blWomek. zart abgetönten Pergamentmalereien in des Eurya1os von Ascoli Gedicht auf 
Kaifer Kar1,s V. Zug gegen Tunis zugefchrieben 2J. 
Im weiteren Verlaufe gerieth die Miniaturmalerei, der mit der Einführung 
des Buchdrucks die Leben8ader abgefchnitten wurde, in immer gröfsere Abs 
hängigkeit von der grofsen Malerei, um im f1ebzehnten Jahrhundert, wenigfkens 
als BuchsIlluPcration, allmählich zu erlöfchen. 
1J Ausfiiht1ich befproc11en bei Szz2eff72.rki a. a. O. S. I2. 
2J im Allgemeinen vergleiche man zu diesem Capitel noch 7zzZe:.s Lc:äczMILs Histoire des arts 
industrie1s kParis I878J p. 252ss278; und Bmm2 JP7exJzcs7s, Gefcl1icl1te der technifchen Künste I, 
S. 25t.261.
        

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