Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238960
0berilalie11. 
Die Malerei 
351 
In Padua wurde natürlich im mantegnesken Charakter miniirt. Vasari7s Padua, 
J,,z,zzzsZzzz; zwz Pzm7M freilich ist eine halbmythische Persönlichkeit. Dagegen  J; 
l1at Bmz7ZzkZ2zF PxzZzzr2iJzZzF sich als Verfertiger der Miniaturen zu den glosf1rten 3I:TIZ:Ik;, 
Decretalen bezeichnet, die I477g79 in vier Banden in Venedig gedruckt wurs d1PadOM 
den. Hierher gehört ferner Bzs22csrZmko Bom7o7ze, welcher für das Kloster S. Z2.x2d2::s2 
Justina in Padua Ch0rbücher im Stile der Schule, jedoch bereits mit stark BMMi 
venezianischen Ank1ängen im Sinne Giov. Bellini7s malte. Sein Hauptwerk, 
ein Missale, befindet sich im British Museum II. Aber auch andere Hände 1.p22dk,x2. 
haben eine ähnliche Thätigkeit für das Kloster S. Justina in Padua entfaltet. But. Mut 
Wir können hier nicht auf sie eingehen. Doch mögen als Werke mantegs 
nesken Stiles Filelsi7s 1469 geschriebene italienische Uebersetzung des 0fsicium 
beatae virginis Mariae zu Monte Cassino und ein von Giov. Moncenigo bei dv1o2zks 
stel1ter Codex der Marcusbibli0thek zu Venedig genannt werden. Letzterer x7TiIY2iig, 
zeigt gleich am Anfange des Textes vortrefflich modellirte nackte Schildhalter Biiiiii2iiiTL. 
im Rahmenwerke. Den strengen Stil der paduanischen Schule zeigt endlich 
auch ein in Cassel bef1ndlicher Codex der Triumphe des Petrarca, als dessen C;.sss1. 
Schreiber ein Jac. Giglio I483 Cverschrieben MCCCLXXXIIIJ, als dessen 1llus 
minator ein gewisser JIsJcz;7J22izz2x genannt ist, der uns interess1rt, weil Vafari ihn 
kennt und als Gernmenschneider, der früher Maler gewesen, nennt. 
Endlich dürfen wir Venedigs nicht vergessen. Es ist schon gesagt worden, Vss;F;kDis 
dass jener Londoner Codex des B. lZam7o;zzs den Uebergang vom paduanischen 18slis1i8turei1. 
zum späteren Stile Giov. Bellini7s bezeichnet. Mehr oder weniger im Stile 
Bellini7s ist auch ein kleines Gebetbuch von 256 Blättern in der Wiener Hofs XbIs;i1F11ii3tIk:leskss 
bibliothek 2J illuminirt. Prächtig find die Goldgewinde in der Umrahmung des  
Kalenders. Die kleinen, meist in den Initialen verwobenen Bilder sind ::glücks 
lich erfunden, gut gezeichnet und mit Feinheit ausgeführtcc. In Venedig wird Yeskä,ii: 
natürlich noch mehr der Art aufbewahrt. Wir kennen auch die Namen vers W E. 
schiedener venezianischer Miniatoren II. Aber es führt uns zu weit, bei ihnen 
zu verweilen. 
Zum Schlusse müssen wir uns einem Meister zuwenden, der für den grössten 
italienischen Miniator gilt, obgleich er in seinen BuchsIllustrationen nur den 
Stil der römischen Grossmeister, wie Giu1io Romano7s, unübersetzt verkleinert. 
Dieser Meister ist Ci7zZz22 6Yo7Jzk2. Wie der Name vor feiner Italienis1rung ,ciu1i.; 
lautete, ist unbekannt. Sein Tausname war Georg. Julius nannte er sich erst YZkYTZ.s 
später als Klosterbrüder. Er wurde 1498 in dem kleinen kr0atischen Dorfe 
Grisane CGrisoni bei VasariJ geboren, soll anfangs Schüler jenes Girolamo dai 
libri von Verona gewesen, dann aber nach Rom gewandert sein, schliesslich 
in einem Schülerverhältniss zu Giulio Romano gestanden haben und nach 
einem wechse1reichen Leben erst I578 gestorben sein4j. Er gehört also ganz s:i1. 
dem sechzehnten Jahrhundert an; weil wir aber auf die Miniat0ren nicht zurücks 
1J Wangen, Treasures of art I, p. 206s208.  JJmJIs FJwTo a. a. 0. p. 4o. 
2J 1XlX2zc2,;se72, die vornehmsten KunPcdenkmä1er in Wien, lI, S. 103.  
3J Archivi0 Veneto 1871 1, p. 429: EeZn:I. CJzmey.s Remarks on the i11uminated manuscripts of 
the Venetian Repub1ic. 
4J schon 7aJrUEi hatte ihm eine befondere Biographie gewidmet cEd. Lem. XIII, P. 129 CI. 
Man vergleiche: J7Jzz2z JcfAÄ2CZJk7Jix Fc2Jecf7zFJki, Leben des G. Julius C1ovi0. Aus dem 11Iyrifchen iib0ks 
fetzt von M. P. 2. Aufl. Agram 1868. Dieser nnkritifche Schriftsteller zählt 37 Werke des Mei1iets auf.
        

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