Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235613
des 
Malerei 
nieder1äindifc11e 
Die 
Ja11r1u1nderts. 
gemalten 4Einsassung mit feinem Namen und der Jahrzahl, ja dem Monatss 
datum, oft auch noch mit der hübschen Devise :;Als ikh kam; Cfo gut ich kannJ 
bezeichnet. 
Das mit dem frühesten Datum, dem 30. October I421, versehene Werk, 1ZJ3;;e 
das also kurz vor der Zeit, in der die urkundlich.en Nachrichten über Jan bes  
ginnen, entstanden fein wurde, ist die Weihe des Thomas Beclcet zum Erzs 
bischos von Canterbury CChatsworth, Herzog von DevonshircJ. Nach Waagen ch2ksw0kkh. 
Ist es von grosser Kraft der Farbe, bezeichnet aber durch die schlankeren 
Verhältnisse der Figuren, die Einförmigkeit der meisten K8pse, unter denen 
nur einzelne bessere sich auszeichnen, und die geringere Meisterfcl1aft GIVE 
frühere Stufe des Künstlers O. Von 1432 ist eine ganz kleine s1tzende Madonna 
im Gemache, zu Inee Hall bei Liverpool, datirt; 1432 und 1433 sind zwei 1sscs Hs1Is 
kleine männliche Brustbilder in der Nati0nalgalerie zu London, 1434 ist das L0I1dODs 
Meisterwerk ebendaselbst entstanden, das in ganzen Figuren den Johannes 
Arnolsini, Factor eines Luccl1eser Handelshaufes in Brügge, mit feiner Gattin 
JCTUlUC de C11Cnany darstellt, und zwar den Absehluss des ehelichen Buns 
des selbst verewigt. Sie fassen einander beider Hand und ihre innig befeelteI1 
Zuge drücken aus, dass es immer so bleiben solle. In Haltung und Gebers 
den waltet das seinste Mass. Die Wirkung des 1nnenraumes, das einfallende 
Licht, die Vollendung jeder Einzelheit sind hier schöner als jemals. Das Auge 
kann sich nicht satt sehen an dem weissen Pe1zbesatz ihres Kleides, dem 
Teppich, dem Hündchen zu ihren Füssen, den H0lzschuhen am Boden, den 
kleinen Scheiben des Fensters, unter dem PHrs1che liegen, dem metallenen 
Kron1euchter mit dem brennenden Lichte. Der Hohlspiegel im Hintergrunde, 
den zehn ganz kleine, doch immer noch kenntliche Pass1onsscenen umfchliefsen, 
resiectirt den Raum selbst nebst einer Thüre, durch welche zwei Personen eins 
treten; eine war offenbar der Maler selbst, der in der Inschrift sagt, dass et 
als Zeuge dabei war 2J.  
Von 1436 rühren das kleine Brustbild des 35jährigen Kanonicus Jan de 
Leeuw in der kaiserlichen Galerie zu Wien und die Mad0nna des Kanonicus Wien. 
Georg van der Paele in der Akademie zu Brügge her TO CFig. 143J. Diese ist Brügge. 
unter allen selbständigen Bildern Jan7s das grösste. Maria mit dem Kinde thront 
über einem schönen Teppich und unter einem Baldachin, in einem romanifchen 
Chore; ihr Gesicht ist herb, das nackte Kind ist gut bewegt, trefflich modellirt, 
aber ältlich und hässlich. in den Zügen. Rechts steht St. D0natian, der Patron 
der Kathedrale, in der sich das Bild einst befand, eine würdige Gestalt in 
prächtigem Bifch0ssgewande, rechts kniet der Stifter, eine Charaktersigur mit 
starkem Kinn und packendem Andachtsausdruck, ein Augenglas in den Händen, 
mit trefflich behandeltem Pelzbesatz des weissen Chorrocks. Aber St. Georg, 
der in Rüstung und mit Tornister hinter ihm steht und ihn patr0nis1rt, indem 
er die Eisenhaube lupft, ist in der Haltung ungeschickt und üeht gewöhnlich 
U 7Y7EU2M7.7, III. 349, Handbuch I, S. 86.  Bezweife1t von Cw7cse und camzZmJeZZZ, deutsch, S.87. 
2J Johannes de Eyck fI.1it hie.  Befc11tieben im Inventar der Erzherz0gIn Margaret11a C1516I Und; 
als im Bef1tz der Königin Marie von Ungarn, statt11a1terin der Nieder1ande, befindlich, von IJcxemezc2JstJI, 
aber inconsect, und nach ihm von C. weis Jll:mcZey. 
II ,7s1.me.v Male, Catal0gue du muscHe de 1.acadömie de Bruges. I86t.  Erwähnt von Guics 
ciarcHni.  Alte copied im Museum zu Antwerpen.  

        

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