Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238848
Die Malerei 
0berita1ien. 
339 
der Stil feiner früheren und mittleren Bilder, die selbst um I525 noch eine 
gewisse Befangenheit und Eckigkeit zeigen, während feine letzten Geniälde 
Cdas letzte sichere ist von I539 datirtJ an die grossen Brescianer des Cinques  
cent0, wie Romanino, streift. Sein grofses Hauptwerk in Brescia, die Fresken 
im dortigen Dorne, ist leider längst untergegangen. Doch besitzt z. B. die I3HZ;jJs 
dortige Kirche S. Alessandro eine Pietä des Meisters vom Jahre I504, in welsSkYF;HjJd1.o 
cher er schwächer und körperloser als Foppa, zugleich nüchtern und schattenlos    
in der Farbe auftritt. Seit I5o7 arbeitete Civerchio dann in anderen Städten, 
in Cremona, in Palazzuolo sdessen Dom eine bezeichnete Madonna zwischen P.11a2zu0i0. 
Heiligen von I525 von feiner Hand besitzt; und in feiner Vaterstadt Crema. Sein clkkkJiä, 
dortiger Freskencyklus im Rathhause CBildnisse berühmter BürgerJ und in einem Rathhaus. 
Privathaufe iLeben der PsycheJ find untergegangen. Doch besitzt der Dom von Crems,Dom. 
cren1a feinen fchon coloristischen SebastianssAltar von I5I9, der Monte di Pietä MCisetro:s:a, 
daselbst feinen Tod Maria,s von I53l. In der Sammlung Tadini zu Lovere 13i12kT.l 
aber befindet Ach feine 1539 gemalte Taufe Christi, auf welcher der Meister 
sich in feinen alten Tagen noch mit Stolz als Bürger Brescia7s bezeichnet. 
Aus Foppa7S Schule in Brescia ging auch  der Lehrer Moretto,s  
hervor. Von ihm soll erst später die Rede sein. Foppa7s eigentliche schu1s 
bildende Thätigkeit fällt aber in die Zeit feines Mai1änder Ausenthaltes. Mit 
feinen übrigen Schülern beginnt daher die eigentliche Mailänder Schule XI.  
         
ilJmEZi72zi, genannt Zwzg:Zes, zu nennen. Da beide den gleichen Vornamen hatten Zenii1c. 
und beide aus Treviglio stammten, so konnten auch sie leicht verwechselt 
werden, um so leichter, als sie eine Zeitlang gemeinschaftlich an denselben 
Bildern gearbeitet haben. Solche gemeinschaftlichen Arbeiten der beiden Meister geg;1::sesne 
waren dietFresken in der Kirche S. Maria delle grazie, sowie die um I48o  
gemalten Darstellungen aus dem Leben des heil. Ambrosius in der Cap. Griffiio Mailand. 
der Kirche S. Pietro in Gessate zu Mailand. Nur schwache Reste beider Werke 
find erhalten. Dagegen kann ihre gemeinsame Thätigkeit vortrefflich in dem 
mit Beider Namen bezeichneten, I485 gemalten grossen Altarwerke der Kirche 
S. Martino zu.Trevig1io verfolgt werden. In der Mitte der oberen Reihe  
thront Maria. Heiligengestalten. füllen die übrigen Tafeln. Der Giebel zeigt I11TrsVig1i0. 
einen Schmcrzensmann, die Predella die Geburt, die Kreuzigung und die Aufs 
erstehung Christi. Ein tüchtig ausgeprägtes Raumgesühl zeigt hier schon die 
Meister der Perspective, über die Beide ein Buch geschrieben haben sollen. 
Aber das Nackte ist dürftig gezeichnet, die Gewandfalten find knitterig, wos 
gegen die liebevolle Durchführung und die gediegene Färbung zu den Vors 
Zügen des Bildes gehören. Unter den Bildern, die jedem der Meister einzeln Eixxz2iwekke 
nach ihrer Trennung zugefcl1rieben werden, hat die neueste Kritik gründlich 1i1Iiiisk. 
aufgeräumt. Einer der besten Kenner will als echten Buttinone nur das bei 
zeichnete Triptychon gelten lassen, welches sich seit kurzem in der Brera bes 
findet; von den zahlreichen und verschiedenartigen Bildern, die unter Zenale7s 
Civekc11io hat es auch gewifs nicht gegeben. Einen ji.ingeren Foppa dagegen fcheint auch LeMiz2Z77cJf 
ja. a. O. S. 440J Zuzugeben. 
U Das auf moderner F0rfc:11ung beru11ende., jedoch nur mit Vorsicht zu benutzende Werk M: 
hier: C. J,. CaZ72i: Notizie sul1s. vita etc. in Milano. Vol. I. Mailand 1865. Mehr ein Cicerone ilk: 
x1lmzge7i, Barte in Mj1avo. 1862, 
 227
        

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