Volltext: Die Malerei der Renaissance (Bd. 2)

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Buch. 
Drittes 
Abt11eilung. 
Dritter Abfchnitt. 
des Francesco MoroneIJ. Verona hat er in feinem kurzen Leben  
 wahrscheinlich nie verlassen. Von fremden Einflüssen darf daher auch nicht 
sowohl bei ihm die Rede fein, als von einer Concentration aller localen Eigens 
schaften der Kunst Verona7s. 
Seine Wandbilder der Verkündigung und der Taufe Christi CMuttoniitav. 
 XII und VlaJ in der Kirche S. Nazaro e Celso zeigen ihn noch in der Ents 
e cc1fo. wick1ung begriffen. Ausgebildet tritt fein Stil uns in den Tafeln aus S. Bers 
I1uscum.nardino entgegen, welche das Museum von Verona bewahrt. Vier derselben 
sMuttoni tav. XIII B und XIV AJ zeigen Halbf1guren Heiliger; fünf von ihnen 
zeigen Pasf1onsscenen Christi Ctav. XIII, XIV, XVII, XVIII, XlXJ sFig.235J; dazu 
eine Fusswaschung der Apostel durch Christus stav. VIIIJ. So bewunderswerth die 
Klarheit der Compos1tionen und die Verständliehkeit des Ausdrucks auf diesen 
Bildern ist, so wird man Cr0we und Cavalcafelle doch vielleicht recht geben, 
wenn sie in der Geberdenfprache einige modellmäfsige Pose, in der Farbens 
pracht eine kalte, an Muscheltone erinnernde Buntheit tadeln. Doch find die 
Bilder weich und breit, aber auch resolut gemalt, und in der Behandlung des 
Lichts und des Lusttones erscheint Cavazz0la als directer Vorläufer des jüngeren, 
grösseren Paolo Veronefe. Andere charakteristische Bilder des Meisters kann man 
1.02221k2H, in der Nationalgalerie zu London und in verschiedenen Kirchen Verona,s sehen; 
1:J,ILI3ZZF das Museum dieser Stadt besitzt von ihm noch einen ungläubigen Thomas CMuttoni 
1TII,1kZIIZ;,tav. XVI; und eine Madonna in der Glorie über den auf der Erde stehenden 
Heiligen stav. XXVII; das letztere Bild gilt für sein Hauptwerk; doch glaubt 
man hier schon Eindrücke raphaelischer Stiche verwerthet zu sehen. 
Miche12 Bei MzirJzzsZ8 Mc: IX2sJsoJszzz, der zeitweilig ein Genosse Morando7s war, können 
 wir ebensowenig verweilen, wie bei dem noch schwächeren Ji27iJ2Fn cZcz Pc7wzcz. 
da www. Dagegen muss erwähnt werden, dass mit Gir. Moceto und Fr. Torbido zu1n 
ersten Male Künstler in Verona auftreten, die entschieden unter venezianischen1 
cik.1s10c2k0. EinHusse stehen. Cis: JlXJoc8Zo set lebte noch I514J, der ebensogut unter den 
 Venezianern hätte besprochen werden können2J, ist als Kupferstecher geschätzt. 
c;12s.gskz2.ii1a2 Als Glasmaler erscheint er in einem sbezeichnetenJ Fenster der Kirche san Gios 
Tn1sT0f8ITZivanni e Paolo zu Venedig; als recht indifferenter Madonnenmaler tritt er 
vJXZI3s,;., uns in Bildern der Galerie von Modena und der Kirche S. Nazaro e Celf0 zu 
xII,e.JT.J. Verona entgegen. Venezianisch im guten Sinne erscheint er in einem prächigen 
S;HTfFT,I0 männlichen Brustbilde der Galerie von Modena. ls7mJ2re.5m TcWZzZZo, genannt ji 
FsjIf;EsHO JlsJc2772  ilt schwerlich jemals, wie Vafari angiebt, ein Schüler Giors 
gione7s in Venedig gewefen3J. Vielmehr scheint er anfangs in Liberale7s Fuss. 
tapfen zu wandeln, später allerdings in ähnlichem Sinne, wie fein Landsmann 
B0nifazio, durch die Venezianer beeinflusst zu werden, bis er endlich I534 im 
v2mk22, Dome von Verona die Colosfalbilder aus dem Leben der Jungfrau nach Giulio 
Dom. Romano7s Entwürfen und daher natürlich mit dem Stilgepräge der römischen 
1JNa.c11 Vafari ILem. IX, p. 199J wäre FJm2te.vm fein Lehrer gewefen; aber B.Hsm:z.kxmzi hat 
das Unl1a.1lbare dieser Behauptung bewiefen: studj. P. 274. 
2J IT. c7c7ZftJmJz hat in der Gazette des beaux ;1rts I859 Il. P. 32l zuerst, noch Vor Bernasc0nI, 
auf diefen Meifter aufmerkfarn gemacht. Lerm01ietT, der ihn neuerdings ja. a. O. S. 399J behandelt, 
befkreitet, dass er ein Veroneser gewefen sei. 
Z; Eine ganz neue Auffaffung dieses MeiPcers hat Lxs27;zaZ7.ZJ Ia. a. O. S. 53s55J begründet.
	        
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