Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238718
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Buch. 
Drittes 
1I. Abtheil11ng. 
Dritter Abfcl:mitt. 
auch ein jüngerer Miniator des gleichen Namens zu unterscheiden ist O. Stesano 
da Zevio war I393 geboren. Er malte zahlreiche, von Vasari aufgezählte 
Fkcs1;cp. Fresken in den Kirchen und an den HäusersFassaden seiner Vaterstadt. Es 
hat sich jedoch wenig von denselben erhalten. Die Dreieinigkeit und die Apos 
S. Eur2mi2.theose des hl. Augustin über dem Seitenportale der Kirche S. Eufemia zeigen 
H2us bei noch eine sehr befangene Forme11sprache. Die an einem Hause bei der Porta 
 del Vescovo gemalte Madonna, der ein Engelreigen Blumen vom Himmel 
herabreicht CNanin, tav. 68J, ist noch gothisch angeordnet, verdient aber 
durch ihre ccaltkölnischev Anmuth das Lob, welches Vasari ihr zo1lte. Beide 
Fresken zeigen den Namen des Künstlers; und mit ccStesanus pinxit I435y bei 
 zeichnet ist auch das Taselbild der Brera zu Mailand, welches die Anbetung 
diZilZITIi, der Könige in einem entfernt an Gentile da Fabriano erinnernden Stile dars 
stellt. 
Indem wir einige minder einHussreiche Veroneser, von denen, wie von 
c;0v.i32kii12. 67iw. BzzsZ2Ze, Geist und J7m7zcx2.rm BmzzgZzin, bezeichnete Altargemälde oder, wie 
G1i3i2ixii2i;iiiiJcivon Dom. Mai JMomci72z, bezeichnete Fassadenmalereien erhalten sind, nur im Vors 
1P1YYs3ciiHi beigehen nennen, sehen wir uns in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrs 
hunderts zunächst einer Gruppe von Meistern gegenüber, welche den entwickels 
ten Stil der Zeit mit Anklängen an die Paduaner, aber doch in verones1scl1er 
Eigenart zeigen. Mit den Paduanern theilen sie die herbe, scharfe Ausprägung 
der Formen. lhre veronesische Besonderheit besteht in einer keineswegs stims 
mungslosen Färbung, die trotz der bunten Einzelsarben und des dunkelsonnigen 
Gelbs, welches oft den Accord bestimmt, bald in7s Graue, bald in7s Bräunliche 
gebrochen erscheint. Der Zusammenhang mit einer grossen Schule von Biichers 
malern, aus die weiter unten eingegangen werden soll, wirkt jetzt, wie früher, 
vielfach bestimmend in ornamentaler Hinsicht. Ein decorativer Zug aber 
kommt durch die verones1sche Sitte der Bemalung der Häuserffronten hinzu, 
eine Kunstübung, an welcher alle besseren Maler der Stadt sich betheiligen. 
 da Hier ist L2Z8mZe M: l7EJw2xz zuerst zu nennen. Dass sein Name vollständiger 
www. L2ZcsmZzs ji ,7xzm7Jw rZi l7em7m lautete, beweisen Urkunden von Monte 0liveto 
Maggiore und des Domarchivs von Siena. Dass Vasari recht hatte, ihn I45I 
geboren werden zu.lassen, zeigen Documente des Stadtarchivs von Verona 2J. 
Wir dürfen Vasari daher auch glauben, dass er 1536, 85 Jahre alt, arbeitsuns 
fähig und halb erblindet gestorben ist. Bis zu seinem dreissigsten Lebensjahre 
war Liberale Biichermaler und führte als solcher ein Wanderleben. In den 
späteren Decennien seines Lebens aber malte er Altartafeln in Oel und Wands 
bi1der al fresco für seine Vaterstadt. 
Fkcskk:21. Von seinen Fresken ist ausser einigen Fassadenmalereien LNanin, tav. 9 
s.A;x2sk2si2s.. und 1oJ nur die Bestattung Christi in einer Kapelle der Kirche S. Anastas1a 
erhalten: ein figurenreiches Gemälde, in Bezug auf dessen herben Thränens 
 reichthum Vasari sagt: ,,Er wollte zeigen, dass er seine Gestalten weinen lassen 
T2kkc1hi1k1ek. konnte.U Crowe und Cavalcaselle schreiben dem Liberale achtzehn Tafelbilder 
zu. Bezeichnet jedoch sind nur zwei derselben: ein toidter Christus der Galerie 
 in Florenz und eine thronende Madonna Zwischen Heiligen in der 
Fresken. 
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