Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238685
Oberita1ien. 
Die Malerei in 
323 
lena in der Pinakothek zu Bologna, II die I508 im Auftrage des Ludovico Ätnas Px3012Lgk;121. k 
duzzi entstand, und dann in noch erhöhterem Mafse in den beiden Werken, M O ei 
welche in die letzten Lebensjahre des Timoteo Viti fallen, nämlich in dem 
15I8 für die Bruderfchaft von S. Angeli zu Cagli gemalten Noli me tangere Csg1i,, 
mit dem Erzengel Michael und dem hl. Abt Antonius und in dem grofsen st.Angeh. 
Altarbilde aus dem Jahre I 52I im Dom zu Gubbio, welches Maria Magdalena cu1,12i0, 
von Engeln umgeben in forgfam ausgeftihrter Landfchaft darstellt. Dom. 
Timoteo Viti foll auch als Ge11ilfe Raphaells in S. Maria della Pace in 
Rom gearbeitet haben; fo lange Vafari7s Ausfage die einzige Quelle für diefe 
Annahme ift, wird man billig zweifeln dürfen, dafs der in hohem Anfel1en 
und behaglichen Verhältniffen lebende, in reifen Jahren ftehende Meister Urbino 
verlaffen habe, um in Rom als Gehilfe zu arbeiten. Timoteo7s künftlerifel1e 
Individualität steht noch fehr im Zwielicht; er gehört zu jenen Meiftern, welchen 
die Forfchung erit noch Gerechtigkeit zu fchaffen hat. Manches feiner 
Werke mag sich unter dem Namen Francia oder Raphael verbergen. Macht 
ihn doch die Anmuth und Liebenswürdigkeit feines Talents, die Zartheit feiner 
Empfindung, fein geklärter schönheitsfinn zum Mittelgliede zwifchen diefen 
beiden MeiPcern. 
Die 
übrigen 
Schulen 
Oberita1iens. 
Es wäre ungerecht, die Kunst der übrigen oberitalienifchen Städte durch 
den Glanz der tonangebenden Schulen von Padua, Venedig, Ferrara und I3os 
10gna ganz in den Schatten stellen zu lafsen oder sie nur im Lichte ihrer Bei 
einHufsung durch die letzteren sehen zu wollen. Die italienische Kunst des 
fünfzehnten Jahrhunderts ist durchweg particularistifch, nirgends aber particulas 
ristischer als in 0beritalien, wo jede Stadt, trotz der keineswegs ausgefchl0ssenen 
Wechfelwirkungen, ihren eigenen Weg einzufchlagen strebt. 
Voran geht die Schule von Verona2J, welche vielleicht an die Spitze Die Schule 
aller 0beritalienischen Schulen zu stellen wäre, da sie schon im vierzehnten xsevkYH22. 
Jahrhundert durch .4Zztz.rJzzizsw Xa Ze72iz2 CBd. L S. 467J die Schule von Padua bei 
grLinden half und noch irn fechzehnten Jahrhundert durch den grossen PzmJo 
ckzZzkz7si der venezianifchen Schule einen neuen Glanz verlieh. Die zahlreichen 
Meister, welche zwischen diesen beiden im fünfzehnten Jahrhundert und im ersten 
Drittel des sechzel1nten in Verona thätig waren, haben uns hier zu beschäftigen. 
Der Meister, welcher in Ver0na die Frührenaisfance eröffnet, sJiZio;sxs PjFz17zn vi,:w2 
Cvon Vafari und in Urkunden3J auch PziFcZ7zc2ZZo genanntJ war älter als Fr.MM0. 
II Abbildung bei EJ77JZ Fä7jZer: Denkm. III, Taf. 24. 
2J Ae1tere Literatur: Vr7Jzi7si in feinem Capite1 oFra Gi0cond0 e Libera1e ed a1tri Ver0nesiu, ed. 
Lemonnier, Vol. IX. P. t55ss216.  JJcxZ J7o25x2.I Le vite des pittori, deg1i scu1tori et arcbitetti Ver0nesi. 
Verona 1718. Die neuere, auf Urkundens und Bilderitudium beruhende Literatur beginnt mit C. END 
Jm.m727iUs studj sopra la storia de11a pittura ita1iana dei seco1i XIV eXV, Verona I864. Dann folgten 
c7sz27w K cgZJr:ZmJeZZe in ihrer Geschichte der ita1ienifchensMalerei, Deutsche Ausgabe, 1874, Bd. V. 
 475s547. 
3I Lug. JlJi272Zc.s Les arts Ei la e0uis des papes, Paris 1878, I, p. 47.  Vittore Pisano ist von P77Jz:J77 
in einem früheren C2tpite1 mit Genti1e da Fabriano gemeinfam behandelt worden: Bei. JlIz7rzm2jZ III 
Ll878J S. lss33; aber auch Jfe77mFz.wz77 hat ihm eine befondere Schrift gewidmet: II Pisan0, grand7 
    
II V
        

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