Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238566
0beritalien. 
Die Malerei in 
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Wilhelm und Johannes dem Täufer dar. Die Predella zeigt Darstellungen aus 
der Geschichte Christi. II Eine andere thronende Madonna mit Engeln und 
Heiligen kam aus der Galerie Costabili in Ferrara in englischen Privatbesitz. 
in Mantua fand Lorenzo Costa die ehrenvollste Aufnahme; man sah in  
ihm wohl einen Ersatz für Mantegna, der drei Jahre vorher gestorben war. s.sehä1Iiago. 
Thatsächlich war es C0sta7s erste Arbeit, den Hallenscl1muck im Palaste S. Ses 
bastiano , der von Mantegna begonnen worden war, zu vollenden. Er malte 
zu Mantegnais Triumphen, welche die Langseiten schmückten, an den Schmals 
seiten Zuschauergruppen. Von dieser Arbeit ist eben so wenig erhalten wie 
von den Scenen aus der Geschichte des Cori0lan, von den Darstellungen aus 
dem alten Testament u. s. w., mit welchen Raume dieses Palastes ausgestattet 
wurden. Zu dem Wenigen, was uns aus der reichen mantuanischen Schaffenss 
periode übrig blieb, gehört eines der anmuthigsten Werke Costa7s, der soges 
nannte Musenhof der Isabe1la von Este sFig. 227J. Das Bild kam nach der 
Plünderung Mantua7s zunächst nach Schloss Richelieu, später in den Louvre. Der i.k2w2ss. 
,,MufenhofU stellt die Verklärung der künstlerischen und wissenschaftlichen Tens 
denzen Isabella7s vor. 1sabella, von einem Genius gekrönt, bildet den Mittelpunkt 
der musicirenden, studirenden oder heiteren Spielen hingegebenen Gefelli 
schaft. Ge1assene Heiterkeit durchströmt das Bild, der al1egorische Zug wird 
wett gemacht durch den kräftigen Lebenspulsschlag, welcher den einzelnen 
Gruppen und Gestalten eigen ist. In der Geberdensprache und Formengebung 
tritt uns kein neues Stilelement entgegen, nur in der Compofition und in den 
classicistischen Details begegnet uns der EinHuss Mantegna,s, von dessen Werken 
Costa hier ja allenthalben umgeben war. Ein Altarwerk, eine Madonna 
zwischen Heiligen aus dem Jahre I525, das Costa der Kirche S. Andrea stiftete M2k2ku2, 
und das sich noch, wenngleich in sehr zerstörtem Zustande, an Ort und Stelle Si ANY. 
befindet, gewinnt durch die strengen einfachen Linien der Composition 
und durch die wuchtige Charakteristik der Heiligengestalten einen Zug von 
Grossartigkeit. Im Pa1azzo Pitti befindet sich das schöne Brustbild eines jungen Florenz, 
Mannes in grünem Kleid, rother Mütze mit einer Kette um den Hals, das Fall Pan. 
Costa,s Namenszeichnung trägt; möglicherweise gehört ihm auch das unter 
Mantegna7s Namen gehende Porträt der Isabella d7Este in der Tribuna an, Trib1ma. 
das in manchen Zügen mit dem früher genannten Porträt verwandt erscheint 
und wohl von Costa in seiner späteren mantuanischen Periode gemalt sein 
könnte. Costa starb in Mantua I536. 
Neben Costa wird die jüngere Generation der ferraresischen Schule 
durch eine Reihe von Künstlern repräsentirt, die zwar ihre erste Lehre in 
der Werkstätte des Cos1mo Tura empfingen, dann aber unter den Einfluss 
des Lorenzo Costa geriethen. Zunächst ist hier Dume72ico PmzeZZi zu nennen, P1;:3;i 
der zwischen den Jahren I45o und I46o geboren, um I512 starb. Für  
Panetti7s erste Stilperiode ist ein Altarbild in der Sacristei des Domes in F ers F3J;;rss 
rara charakteristisch; die thronende Madonna sowohl wie die Figuren der  
Stifter zeigen eine bis zur Hässlichkeit gesteigerte Härte der Formen. In der 
Klage um den Leichnam Christi im Berliner Museum zeigt er bereits den FZkFH;;. 
O Nach LemzcZiezf wäre dies Bild eine Arbeit des 
J.; von C0fIa dürfte nur die compof1ti0n herrühren. 
Schülers c0fia.s, 
S. 276. ff.
        

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