Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238510
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Driites Buch. 
Abt11ei1ung. 
Dritter Abschnitt. 
Ausführung und vielleicht nur zu grofser Glätte feines Leben und ganz mos 
dernes Gepräge. 
13eiiede:ke Bz27zm7Zz7o .DzZmcz erfcheint in feiner thronenden Madonna mit vier Heiligen 
A1ZJZiYTiie. in der Akademie als ein in der Auffaffung tüchtigen in der Farbe kräftiger 
Nachfolger Bellini7s, aber der Stil der Gewandung ist nicht rein, und gekiinsielte 
Züge kommen namentlich in den weiblichen Heiligen vor. II 
Hisre1e.  BiJJr2Zn, I492 unter den Malern aufgeführt, die im Saale des 
grofsen Rathes arbeiten, bis I530 in Bilderinfchriften zu verfolgen, ist eine 
dem Weichen, Anmuthigen zugeneigte Natur. Seine Auferstehung Christi im 
neis1iii, Berliner Museum ist vielleicht zu fchwächlich; auf feiner Hohe erfcheint er 
liTkLT7fZ,sabek in einem A1tekbi1de des D0mes in Tkevire2 Die hei1ige Eufemie, den 
Dom. Dolch in der Brust und mit der Palme, sieht triumphirend vor einem Throne 
zwifchen Katharina und Johannes dem Täufer, der den Stifter empfiehlt. Wir 
fehen hier fchon ganz entwickelte, freie Formen und ein lichtes, mattss1lbernes 
ÄsLeiiFdig. C0l0rit von grofser Feinheit. In der Akademie zu Venedig befindet f1c:h die 
Z Ame. heilige Katharina von Siena, die in der Umgebung von andern Heiligen von 
Christus die Dornenkrone empfängt, aus S. Pietro Martire in Muran0. 
Die 
Schulen 
VOI1 
Ferrara 
und 
Bologna. 
EinAufs der 
Schule von 
Padua. 
Der paduanifche Einfluss fand auch über den Po hinüber feinen Weg; 
Squarcione gewann in Ferrara2J nicht blofs directe Schüler sondern auch 
geistige Nachfolge. Die pr0vincielle Nachbarschaft, welche die Verwandtschaft 
in KunPcs und Naturanfchauung bedingte, vermittelte diesen Anfchluss. Andere 
fremde Kunslelemente spielen daneben nur eine geringe Rolle. So nennt 
sich Bono von Ferrara in einem Temperabildchen des hl. Hieronymus, in 
der Nat.sGalerie in London, zwar Schüler des Vittore Pifano 3J, aber fein Ans 
theil an dem Freskencyclus in der Capella degli Eremitani CDer hl. ChriPcoph 
trägt das Chrisluskind durch das VVafferJ CVgl. S. 261J, lässt ihn durchaus als 
einen Schüler des squarcione erscheinen. Als später Piero degli Franceschi in 
Ferrara arbeitete, gab er der ferraresifcl1en Malerei doch nur da Impulse, wo das 
gelehrte Element in feiner Kunst und seine schroffe Darstellung der Formen 
mit der wissenschaftlichen Richtung und dem energischen Naturalismus der Pas 
duaner sich berührten. Auf solchen Bahnen entwickelte sich die ferrares1fche 
Malerfchule, die zwar keine Meister von iiberwältigender Genialität aufzuweifen 
hat, als Ganzes auch kein neues treibendes Element in die künstlerische Ent. 
wickelung Italiens brachte, der aber doch eine Reihe von tüchtigen Talenten 
angehört, deren Bilder uns durch die herbe Energie der Charakteristik, durch 
II Ci722eIe und cPz2Jk2ZmJeZJe lchreiben ihm noch viele andere Bilder, namentlich manche, die 
untersCafena.S Namen gehen, zu. 
2j ZZmszkJx1ZzZi, Vite de7 pittori Ferraref1. Ferrara, 1844.  L. ZV. cfZizzzieZZcz, N0tizie xe1ativg H, 
F errara. Ferrara, l864.  LazZeyrJzi, Pittura ferr:usefe. Ferrara. 1856.  Handfchrift1ic11e Mitthei1ungen 
aus Urkunden von Campori bei Cm7c2e und CzztsizXmJeZZe, Dentfche Ausgabe V. Cap, 2I.  I,e7722eJZieK, 
Die Werke italienischer Meilker in den Ga1erien von München, Dresden und Berlin. Lpzg. Ver1ag von 
E. A. Seemann. 1880. 
3I BONVS. FERARIESIS. PlsANl. DISIPVLVS.
        

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